BRK Haßberge zeigt, wie es geht: Jeder kann Leben retten
Autor: Redaktion
Haßfurt, Dienstag, 11. Sept. 2018
Anlässlich des Welt-Erste-Hilfe-Tages ermutigte der Kreisverband Haßberge des Roten Kreuzes im Erste-Hilfe-Parcours auf dem Haßfurter Marktplatz zum Helfen.
Diese Minuten wird Alois Kreml sein Leben lang nicht vergessen: Aus dem Nichts heraus wird seine Ehefrau Erika an einem Nachmittag im Frühjahr bewusstlos. Sie sackt in sich zusammen, liegt regungslos auf dem Küchenboden. Sie atmet zwar, ist aber weder durch Rütteln oder Ansprechen wach zu bekommen. "Ich war total schockiert", erinnert sich der 62-Jährige, "da weißt du nicht mehr, was du tun sollst."
Situationen wie diese sind es, in denen Erste Hilfe Leben retten kann. Um die Bevölkerung für Erste Hilfe zu sensibilisieren, hat sich das Bayerische Rote Kreuz Haßberge am Samstag am internationalen Tag der Ersten Hilfe beteiligt. Ein Parcours auf dem Marktplatz Haßfurt regte zum Mitmachen an.
Alois Kreml wählte sofort den Notruf 112, dann brachte er seine Frau in die stabile Seitenlage und redete auf sie ein. Knapp zehn Minuten später standen Rettungsdienst und Notarzt vor der Tür, um der Seniorin zu helfen, die zu diesem Zeitpunkt das Bewusstsein wiedererlangt hatte. Wie sich bei der medizinischen Untersuchung herausstellte, war ein entgleister Blutzuckerspiegel der Grund für die kurzzeitige Bewusstlosigkeit. "Zum Glück war der Rettungsdienst schnell zur Stelle und hat meiner Frau geholfen", erinnert sich der 62-Jährige. "Das ist alles noch mal gut ausgegangen."
Notsituation kann immer kommen
Erste Hilfe ist wichtig, sagt der Oberpfälzer, der mit seiner Gattin ein paar Tage Urlaub in den Haßbergen macht und sich für den Parcours des Roten Kreuzes interessiert. Er rät jedem dazu, seine Kenntnisse in Erster Hilfe aufzufrischen. Schließlich könne man jederzeit in die Situation kommen, jemandem helfen zu müssen, sei es in der Familie oder als Ersthelfer bei einem Verkehrsunfall. In seinen Appell, einen Erste-Hilfe-Kurs beim BRK zu besuchen, schließt sich der Senior selbst ein. Rund 15 Jahre ist sein letzter Kurs her: "Da wird es mal wieder Zeit."
Dafür, dass sein letzter Erste-Hilfe-Kurs schon eineinhalb Jahrzehnte zurückliegt, kennt sich Alois Kreml erstaunlich gut aus. Er weiß, wann man jemanden in eine stabile Seitenlage bringen muss (bei Bewusstlosigkeit, aber gleichzeitig vorhandener Atmung) und dass man bei einem bewusstlosen Motorradfahrer nach einem Verkehrsunfall den Helm abnimmt. Das verhindert, dass ein Bewusstloser womöglich erstickt.
Dass sie beispielsweise bei einem Verkehrsunfall Hilfe leisten mussten, in diese Situation sind Gertrud Schnitzer und Monika Henneberger (beide aus Haßfurt) noch nie gekommen. Berührungsängste hätten sie aber nicht, versichern die beiden im Gespräch mit den BRK-Mitarbeitern im Erste-Hilfe-Parcours. Und schon gar nicht würden sie einfach weiterfahren.
"Anhalten und schauen, was passiert ist, und einen Notruf absetzen", kommt Monika Henneberger spontan in den Sinn. "Und die Unfallstelle mit einem Warndreieck absichern und eine Warnweste anziehen."