Das Landratsamt Haßberge beobachtet die Situation weiterhin und steht in engem Austausch mit den Umweltbehörden. Bei neuen Erkenntnissen über mögliche gesundheitliche Risiken oder Umweltbelastungen werde die Öffentlichkeit unverzüglich informiert, versichert das Landratsamt.
Update vom 5.2.2026: Nach dem Reifenbrand in Eyrichshof - Ruß, Vorsichtsmaßnahmen und was jetzt gilt
Sechs Tage nach dem Großbrand einer Scheune mit eingelagerten Reifen in Eyrichshof informiert das Landratsamt Haßberge über den aktuellen Stand und gibt vorsorglich Hinweise auf mögliche Auswirkungen sowie notwendige Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung. Wie das Landratsamt in einer Mitteilung vom Donnerstag, 5. Februar 2026, erklärt, bestehe laut derzeitiger Einschätzung der Fachbehörden "keine akute Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung". Dennoch könne sowohl in direkter Nähe der Brandstelle als auch im weiteren Umfeld mit Ablagerungen von Ruß- und Brandpartikeln gerechnet werden.
Auch Bruchstücke der abgebrannten Photovoltaik-Anlage könnten sich auf Dächern, in Gärten oder auf anderen Oberflächen absetzen.
Diese Rückstände könnten gesundheitsschädliche Stoffe enthalten, wie sie beim Verbrennen von Gummireifen und Photovoltaik-Bauteilen entstehen können. so die Behörde weiter. Bei dem Wetter während und nach dem Brand – Schnee und Feuchtigkeit – wurden jedoch viele Staubteilchen gebunden. Nach momentanem Kenntnisstand bestehe daher keine unmittelbare Gefahr für Anwohnerinnen und Anwohner.
Empfehlungen des Landratsamts
Falls auf einem Grundstück Brandreste oder Trümmer gefunden werden, empfiehlt das Landratsamt folgendes:
- Sichtbare Brandrückstände oder Trümmerteile sollten möglichst nicht mit bloßen Händen angefasst werden.
- Bei der Entfernung kleinerer Rückstände wird das Tragen von Handschuhen empfohlen.
- Aufgefundene Trümmerteile können über die Restmülltonne entsorgt werden.
- Kinder sollten bis zur vollständigen Reinigung betroffener Flächen nicht auf sichtbar verschmutzten Bereichen spielen.
- Im Garten geerntetes Wintergemüse sollte vor der Zubereitung gründlich abgewaschen werden.
Insbesondere vom Sportplatz des ASC Eyrichshof, der sich in unmittelbarer Nähe des Brandes befindet, wird "bis auf Weiteres vom Betreten und der Nutzung abgeraten".
Geringe Staub- und Gewässerbelastung
Die Luftqualität werde dem Landratsamt zufolge "nach aktuellem Stand" als unbedenklich eingeschätzt. Durch die feuchte Witterung und das spätere Tauwetter sei die Staubbelastung in der Luft gering. Daher gebe es derzeit keine akute Gefahr durch das Einatmen von Rußpartikeln. Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege oder besonders empfindliche Personen sollten bei Beschwerden vorsorglich einen Arzt aufsuchen. "Für die Allgemeinheit besteht jedoch kein Anlass zur Sorge", versichtert das Amt.
Auch von einer gesundheitsrelevanten Gewässerbelastung der Baunach und des angrenzenden Mühlbaches sei derzeit nicht auszugehen. Schon am Tag des Brandes habe das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen direkt an der Brandstelle sowie an der Baunach Wasserproben entnommen. Erste Analysen vor Ort hätten keine Auffälligkeiten, sodass eine größere Gewässerverunreinigung unwahrscheinlich sei.
Das Bayerische Landesamt für Umwelt führe derzeit weitergehende Untersuchungen durch. Bis endgültige Ergebnisse vorliegen, rät das Landratsamt jedoch, das Angeln im weiteren Umkreis der Brandstelle zu unterlassen und dort gefangene Fische nicht zu essen. Werden nahe der Brandstelle tote Fische entdeckt, wird um eine sofortige Meldung an das Veterinäramt Haßberge gebeten. Das Landratsamt beobachtee die Situation weiterhin aufmerksam und stimme sich eng mit den zuständigen Umweltbehörden ab. Bei neuen Erkenntnissen über mögliche Risiken für Gesundheit oder Umwelt will das Amt die Öffentlichkeit umgehend informieren.
Vorangegangene Berichterstattung: Nach großem Lagerhallenbrand in Ebern: 26-Jähriger festgenommen
Im Kreis Haßberge ist eine Lagerhalle mit tausenden Autoreifen abgebrannt. Ein 26-Jähriger wird nun der Brandstiftung verdächtigt. Die Untersuchungshaft wurde bereits angeordnet.
Ein Feuer in einer Scheune im Eberner Stadtteil Eyrichshof (Landkreis Haßberge) hat am Freitag (30. Januar 2026) zu einem umfangreichen Einsatz von Feuerwehr, BRK, THW und Polizei geführt. Insgesamt waren rund 180 Einsatzkräfte im Einsatz, wie Michael Will, Sprecher des BRK-Kreisverbands Haßberge, gegen 10 Uhr gegenüber inFranken.de mitteilte.
Laut Polizei brach das Feuer am frühen Morgen gegen 4.11 Uhr aus. Laut der Polizei wurde ein Feuerwehrmann durch Rauchgase leicht verletzt. Die Einsatzkräfte konnten die Flammen bekämpfen und die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Inzwischen wurde bekannt, dass ein 26-jähriger Deutscher wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen wurde.
Wie die Polizei Unterfranken auf Nachfrage bestätigt, wurde er auch schon einem Richter vorgeführt. Aufgrund des dringenden Tatverdachts der vorsätzlichen Brandstiftung in drei Fällen, der versuchten Brandstiftung und der gemeinschädlichen Sachbeschädigung in drei Fällen wurde Untersuchungshaft gegen den Beschuldigten angeordnet, teilt das Polizeipräsidium Unterfranken mit.
Vorübergehend warnte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe vor einer giftigen Rauchwolke, die durch den Brand der Scheune, in der tausende Reifen lagerten, entstanden war. Sie hatte sich in den Ortschaften Eyrichshof, Fischbach und Ebern ausgebreitet, hieß es. Inzwischen gilt die Warnung nicht mehr. Die Scheune brannte laut der Polizei vollständig nieder. Schätzungen zufolge beläuft sich der Schaden auf rund eine halbe Million Euro. Die weiteren Ermittlungen werden durch die Kriminalpolizei Schweinfurt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bamberg geführt.