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Reifenbrand in Eyrichshof: Erste Entwarnung, aber tote Fische gefunden


Autor: Isabel Schaffner, Alexander Milesevic, Stefan Lutter

Ebern, Donnerstag, 19. Februar 2026

Das Landratsamt Haßberge meldet erste Analysen nach dem Reifenbrand in Eyrichshof. Die Gewässerproben geben teilweise Entwarnung.
Im Eberner Stadtteil Eyrichshof (Kreis Haßberge) ist in der Nacht auf Freitag (30.01.2026) eine Scheune in Brand geraten und vollständig ausgebrannt. Insgesamt rund 180 Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK, THW und Polizei waren im Einsatz.


Als in Eyrichshof eine Scheune mit eingelagerten Reifen in Flammen aufging, war die Sorge um die Umwelt groß. Insbesondere die Baunach und der angrenzende Mühlbach standen im Fokus der Behörden – schließlich können bei einem Reifenbrand hochgiftige Schadstoffe freigesetzt werden, die sich im Wasser anreichern. Nun liegen dem Landratsamt Haßberge die ersten Ergebnisse der umweltfachlichen Untersuchungen vor.

Am Freitag, dem 30. Januar 2026, war es im Eberner Stadtteil Eyrichshof (Landkreis Haßberge) zu einem Großeinsatz von Feuerwehr, BRK, THW und Polizei. Ursache war ein Feuer in einer Scheune, das zahlreiche Einsatzkräfte auf den Plan rief.

Update vom 19.2.2026: Erste Ergebnisse der umweltfachlichen Untersuchungen liegen vor

Nach dem Großbrand einer Scheune mit eingelagerten Reifen in Eyrichshof, einem Ortsteil der Gemeinde Ebern im Landkreis Haßberge in Unterfranken, liegen nun erste Ergebnisse der umweltfachlichen Untersuchungen vor.

Wie das Landratsamt Haßberge am Donnerstag, 19. Februar 2026, mitteilt, hat das Landesamt für Umwelt (LfU) die Gewässerproben aus der Baunach und dem angrenzenden Mühlbach analysiert. Die Untersuchungen bestätigen laut Landratsamt Haßberge die bisherige Einschätzung des Wasserwirtschaftsamtes, wonach "nicht von einem größeren Umweltschaden auszugehen" sei, heißt es in der Mitteilung wörtlich. 

Doch es gibt offenbar auch beunruhigende Funde: "Im Umfeld der Brandstelle" in Eyrichshof seien in den Tagen nach dem Brandereignis einzelne Fische tot aufgefunden, wie das Landratsamt mitteilt.

Tote Fische werden auf Schadstoffe untersucht - noch keine Verzehrempfehlung

Diese Fische werden nun auf Schadstoffe untersucht. Erst nach dem Vorliegen der Ergebnisse wird laut Landratsamt Haßberge eine aktualisierte Aussage hinsichtlich des Verzehrs von Fischen aus dem betroffenen Gewässer möglich sein.

Hinsichtlich Schutt und Brandrückständen an der Brandstelle sind der Grundstückseigentümer und die beteiligten Versicherungen bereits mit der Erarbeitung eines Entsorgungskonzepts befasst. Dies teilte das Landratsamt Haßberge mit. Darüber hinaus konnten zwischenzeitlich nähere Informationen zum Material der abgebrannten Photovoltaikmodule eingeholt werden, so das Landratsamt Haßberge weiter. Im Umfeld aufgefundene Reste der Module werden laut Landratsamt Haßberge nicht als gefährlicher Abfall eingestuft und können als unverwertbarer Bauschutt entsorgt werden. Kleinere Mengen können über die Restmülltonne beseitigt werden.

Das Landratsamt Haßberge beobachtet die Situation weiterhin und steht in engem Austausch mit den Umweltbehörden. Bei neuen Erkenntnissen über mögliche gesundheitliche Risiken oder Umweltbelastungen werde die Öffentlichkeit unverzüglich informiert, versichert das Landratsamt.

Update vom 5.2.2026: Nach dem Reifenbrand in Eyrichshof - Ruß, Vorsichtsmaßnahmen und was jetzt gilt

Sechs Tage nach dem Großbrand einer Scheune mit eingelagerten Reifen in Eyrichshof informiert das Landratsamt Haßberge über den aktuellen Stand und gibt vorsorglich Hinweise auf mögliche Auswirkungen sowie notwendige Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung. Wie das Landratsamt in einer Mitteilung vom Donnerstag, 5. Februar 2026, erklärt, bestehe laut derzeitiger Einschätzung der Fachbehörden "keine akute Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung". Dennoch könne sowohl in direkter Nähe der Brandstelle als auch im weiteren Umfeld mit Ablagerungen von Ruß- und Brandpartikeln gerechnet werden.

Auch Bruchstücke der abgebrannten Photovoltaik-Anlage könnten sich auf Dächern, in Gärten oder auf anderen Oberflächen absetzen.

Diese Rückstände könnten gesundheitsschädliche Stoffe enthalten, wie sie beim Verbrennen von Gummireifen und Photovoltaik-Bauteilen entstehen können. so die Behörde weiter. Bei dem Wetter während und nach dem Brand – Schnee und Feuchtigkeit – wurden jedoch viele Staubteilchen gebunden. Nach momentanem Kenntnisstand bestehe daher keine unmittelbare Gefahr für Anwohnerinnen und Anwohner.

Empfehlungen des Landratsamts

Falls auf einem Grundstück Brandreste oder Trümmer gefunden werden, empfiehlt das Landratsamt folgendes:

  • Sichtbare Brandrückstände oder Trümmerteile sollten möglichst nicht mit bloßen Händen angefasst werden.
  • Bei der Entfernung kleinerer Rückstände wird das Tragen von Handschuhen empfohlen.
  • Aufgefundene Trümmerteile können über die Restmülltonne entsorgt werden.
  • Kinder sollten bis zur vollständigen Reinigung betroffener Flächen nicht auf sichtbar verschmutzten Bereichen spielen.
  • Im Garten geerntetes Wintergemüse sollte vor der Zubereitung gründlich abgewaschen werden.

Insbesondere vom Sportplatz des ASC Eyrichshof, der sich in unmittelbarer Nähe des Brandes befindet, wird "bis auf Weiteres vom Betreten und der Nutzung abgeraten".

Geringe Staub- und Gewässerbelastung

Die Luftqualität werde dem Landratsamt zufolge "nach aktuellem Stand" als unbedenklich eingeschätzt. Durch die feuchte Witterung und das spätere Tauwetter sei die Staubbelastung in der Luft gering. Daher gebe es derzeit keine akute Gefahr durch das Einatmen von Rußpartikeln. Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege oder besonders empfindliche Personen sollten bei Beschwerden vorsorglich einen Arzt aufsuchen. "Für die Allgemeinheit besteht jedoch kein Anlass zur Sorge", versichtert das Amt.

Auch von einer gesundheitsrelevanten Gewässerbelastung der Baunach und des angrenzenden Mühlbaches sei derzeit nicht auszugehen. Schon am Tag des Brandes habe das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen direkt an der Brandstelle sowie an der Baunach Wasserproben entnommen. Erste Analysen vor Ort hätten keine Auffälligkeiten, sodass eine größere Gewässerverunreinigung unwahrscheinlich sei.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt führe derzeit weitergehende Untersuchungen durch. Bis endgültige Ergebnisse vorliegen, rät das Landratsamt jedoch, das Angeln im weiteren Umkreis der Brandstelle zu unterlassen und dort gefangene Fische nicht zu essen. Werden nahe der Brandstelle tote Fische entdeckt, wird um eine sofortige Meldung an das Veterinäramt Haßberge gebeten. Das Landratsamt beobachtee die Situation weiterhin aufmerksam und stimme sich eng mit den zuständigen Umweltbehörden ab. Bei neuen Erkenntnissen über mögliche Risiken für Gesundheit oder Umwelt will das Amt die Öffentlichkeit umgehend informieren.

Vorangegangene Berichterstattung: Nach großem Lagerhallenbrand in Ebern: 26-Jähriger festgenommen

Im Kreis Haßberge ist eine Lagerhalle mit tausenden Autoreifen abgebrannt. Ein 26-Jähriger wird nun der Brandstiftung verdächtigt. Die Untersuchungshaft wurde bereits angeordnet.

Ein Feuer in einer Scheune im Eberner Stadtteil Eyrichshof (Landkreis Haßberge) hat am Freitag (30. Januar 2026) zu einem umfangreichen Einsatz von Feuerwehr, BRK, THW und Polizei geführt. Insgesamt waren rund 180 Einsatzkräfte im Einsatz, wie Michael Will, Sprecher des BRK-Kreisverbands Haßberge, gegen 10 Uhr gegenüber inFranken.de mitteilte.

Laut Polizei brach das Feuer am frühen Morgen gegen 4.11 Uhr aus. Laut der Polizei wurde ein Feuerwehrmann durch Rauchgase leicht verletzt. Die Einsatzkräfte konnten die Flammen bekämpfen und die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Inzwischen wurde bekannt, dass ein 26-jähriger Deutscher wegen des Verdachts auf Brandstiftung festgenommen wurde.

Wie die Polizei Unterfranken auf Nachfrage bestätigt, wurde er auch schon einem Richter vorgeführt. Aufgrund des dringenden Tatverdachts der vorsätzlichen Brandstiftung in drei Fällen, der versuchten Brandstiftung und der gemeinschädlichen Sachbeschädigung in drei Fällen wurde Untersuchungshaft gegen den Beschuldigten angeordnet, teilt das Polizeipräsidium Unterfranken mit.

Vorübergehend warnte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe vor einer giftigen Rauchwolke, die durch den Brand der Scheune, in der tausende Reifen lagerten, entstanden war. Sie hatte sich in den Ortschaften Eyrichshof, Fischbach und Ebern ausgebreitet, hieß es. Inzwischen gilt die Warnung nicht mehr. Die Scheune brannte laut der Polizei vollständig nieder. Schätzungen zufolge beläuft sich der Schaden auf rund eine halbe Million Euro. Die weiteren Ermittlungen werden durch die Kriminalpolizei Schweinfurt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bamberg geführt.