Zwischen Lichterglanz und Socken
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Ebern, Dienstag, 29. November 2016
Eberns Auftakt in die Weihnachtszeit bot Besinnliches, brachte aber auch die Kritiker auf den Plan.
Winterwonderland? Nun gut, der Schnee fehlte, aber die Kälte ließ erahnen, welche Jahreszeit Einzug gehalten hat. Jetzt schmeckt der Glühwein endlich wieder. Er wärmt auch. Heizt aber auch Diskussionen an. Ist das eigentlich ein Weihnachtsmarkt? Oder ein Socken- und Pullovermarkt. Die Bratwörscht waren jedenfalls frühzeitig ausverkauft.
Und das Bastelzeug? Nix vorhanden, unkten noch während des Marktes einige Besucher auf Facebook. Was nicht stimmte. Dass der Markt indes längst nicht mehr die Dimension früherer Jahre erreicht, ist unstrittig. 130 Stände und kaum ein Durchkommen gehören der Vergangenheit an.
Für viele ist der Markt dennoch ein beliebter Treffpunkt. "Gemütlichkeit ist zwar anders. Das Schönste ist, dass man wenigstens mal wieder alte Bekannte trifft, ansonsten würden wir den Weihnachtsmarkt auch nicht besuchen", meint eine Unterpreppacherin dazu, da in Facebook (Ebern-aktuell) eine heftige Diskussion über zu viele Pullover-Stände aufkam.
Rings um den Brunnen
Viel besucht waren dennoch die Stände um den Neptunsbrunnen und den großen Christbaum, wo Kinder der Musikschule Weihnachtsweisen zum Besten gaben.Auch die Scheune der Rummelsberger im "Streits Haus" war mit viel Liebe und Licht dekoriert und die in den Werkstätten der Rummelsberger hergestellten Deko-Teile bestachen durch die Liebe zum Detail.
Für alteingesessene Eberner gehört ein Besuch im Hof des Heimatmuseums zum Weihnachsmarkt. In der gemütlichen Remise trifft man diejenigen, die man vorher noch nicht gesehen hat. Die Schreinerei Remshard bot liebevoll gebastelte Werke an, deren Erlös an Krebs leidenden Personen zugutekommt.
Außerdem gehört der Bürgerpunsch, der von Andreas Klein extra für den Bürgerverein gekocht wurde, zum Besten, was der Weihnachtsmarkt zu bieten hat.
"Billigramsch"
Kritische Stimme gab's dennoch zuhauf: "Die Autopolitur ist aber schon ein Highlight", schrieb Rainer M. in Facebook. "Das hat nichts mehr mit einem Weihnachtsmarkt zu tun. Man sollte sich echt Gedanken machen. Werden von Jahr zu Jahr weniger Stände bzw. immer mehr Kleidung. Da braucht man sich nicht wundern, wenn immer mehr den Eberner den Weihnachtsmarkt meiden. Ich finde Kunsthandwerker-Märkte schöner", ergänze Kathrin G. "Früher gab´s mehr Stände, an denen man selbst gebackene Plätzchen, Lebkuchen und Stollen bekommen hat, Adventskränze, warme Socken, Mützen Schals usw. alles selbst gemacht und nicht so Billigramsch", findet Micha M."Warum gibt es denn immer weniger Stände, und insbesondere weihnachtliche Stände? Warum gibt es den Weihnachtsmarkt im Innenhof des Altenheims nicht mehr? Weil alle Standbetreiber, egal ob gewerblich oder Verein vom Verkaufen existieren.
Wenn der Erlös das Rohmaterial nicht mal deckt, macht Anbieten, auch für einen Verein, einfach keinen Sinn. Auch der Stand mit den Christbaumkugeln hat mangels Nachfrage aufgegeben", erklärt Christina Seebach-Künzel, Vorsitzende der Tourismusgemeinschaft, die die Marktorganisation heuer komplett an die Stadt abgegeben hat.
Für die hat Lena M. einen Vorschlag: "In Ebern könnte ich mir gut einen Weihnachtsmarkt vorstellen, der nur über den Stadtberg bis zum Grauturm geht. Kleine besinnliche Buden evtl. auch am Kirchplatz, ein Markt mit selbst gemachten Sachen im Rathaus, und vielleicht auch der ein oder andere Stand in den Einfahrten/ Höfen der anliegenden Häuser."