Druckartikel: Zuerst muss immer die Finanzierbarkeit geprüft werden

Zuerst muss immer die Finanzierbarkeit geprüft werden


Autor: Adelheid Waschka

Reckendorf, Mittwoch, 22. Januar 2020

Ein Quartiersmanagement vor Ort könne eine enge Kooperation mit lokalen Akteuren voranbringen, was bis zu 60 Prozent gefördert werde, erklärte der Planer Gunter Schramm und eröffnete damit die Diskuss...


Ein Quartiersmanagement vor Ort könne eine enge Kooperation mit lokalen Akteuren voranbringen, was bis zu 60 Prozent gefördert werde, erklärte der Planer Gunter Schramm und eröffnete damit die Diskussionsrunde über die Zukunft der Gemeinde Reckendorf.

Bürgermeister Manfred Deinlein erinnerte, dass der örtliche Einzelhandel mittlerweile in neuen Händen sei: "Würde sich zusätzlich ein kleiner Laden rentieren? Wäre der Markt dafür da?" Schramm erinnerte, dass alles in enger Abstimmung stattfinden müsse: Möglich wäre ein Schwerpunkt auf regionale Bioprodukte oder neue Dienstleistungsvorschläge. Das Angebot könne aber auch im Lebensmittelmarkt untergebracht werden, so Stadtplaner Leonhard Valier.

Andreas Knab erinnerte, dass "viele außerhalb kaufen" und bei dem Stolbinger-Areal Parkplätze für eine Arztpraxis fehlen würden. Valier verwies darauf, dass mit diesem Konzept die Bandbreite dargestellt werde: "Die städtebauliche Entwicklung hängt von Ihnen ab."

Daraufhin stellte Ludwig Blum die Frage: "Für den Stolbinger gibt es Zuschüsse, doch wie trägt sich das bei 2000 Einwohnern im laufenden Betrieb?"

"Sie müssen sich immer zuerst die Frage stellen, wie viel Sie sich leisten können. Eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke trägt sich!" Auch bemängelte Blum, dass das bestehende Jugendprogramm JAM gar nicht erwähnt wurde.

Parallele Programme

Mit Blick auf die Förderkosten erkundigte sich Bürgermeister Deinlein (SPD), inwiefern es sinnvoll sei, Programme - Leerstandsmanagement, Fassadenprogramm, "Soziale Stadt" nebeneinanderher laufen zu lassen, worauf Valier auf das Beispiel der Gemeinde Küps mit Förderung durch drei Projekte im Hauptort verwies.

Markus Sippel (WBFW) erinnerte an die von den Bürgern gewünschte Verkehrsberuhigung und stellte mit Bezug auf die geplante Querungshilfe die Frage: "Sehen Sie Chancen einer Verbesserung?" Schramm meinte hierzu, dass Modellversuche mit 30 km/h bei Staatsstraßen durchgeführt werden: "Es bewegt sich etwas, der Druck muss aber von unten kommen, von der Kommune."

Gemeinderat Knab (SPD) brachte schließlich mit seinem Kommentar alles auf den Punkt: "In der Umfrage haben die Reckendorfer geantwortet, die Gemeinschaft und die Natur seien das Wichtigste, der Erhalt der ländlichen Idylle und eine gute Erreichbarkeit, nicht das Wachstum."

Bedauern auf den Gesichtern der Zuhörer war schon zu Beginn der Veranstaltung zu erkennen gewesen, hatte doch Bürgermeister Deinlein daran erinnert, dass es sich um eine Gemeinderatssitzung handelt, die Öffentlichkeit daher keinen Kommentar abgeben dürfe.