Das florierende Gewerbegebiet in Pettstadt macht es notwendig: Die Kreisstraße BA 21 muss auf einer Länge von gut 400 Metern ausgebaut werden. Denn durchschnittlich 300 Lastwagen pro Tag auf dem kurzen Weg von und zur Bundesstraße 505 sind zu viel für den Belag und Untergrund der bestehenden Straße. "Diese entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen", brachte es Michael Dotterweich, Leiter der Bauleitplanung des kreiseigenen Tiefbaus, im Bau- und Wirtschaftsausschuss des Kreistags auf den Punkt.
Die Straße soll nun zwischen dem Kreisverkehr im Osten von Pettstadt und der Bundesstraße von sechs auf 7,50 Meter verbreitert und der Oberbau verstärkt werden. Der jetzige Oberbau sei nur für etwa 100 schwere Fahrzeuge pro Tag ausgelegt. Zudem erhält die Ausfahrt der B 505 für Fahrzeuge, die aus Richtung Bamberg/A 73 kommen, eine rund 200 Meter lange Einfädelspur. Zwar sei das "Unfallgeschehen unauffällig", es ergäben sich aber immer wieder konfliktträchtige Situationen an der Ausfahrt. Außerdem wird die Deckschicht im Kreisverkehr erneuert und der Ausfahrast ins Gewerbegebiet an die Anforderungen des Schwerlastverkehrs angepasst.
Knapp eine Million Euro soll das von Ingenieur Peter Bittel vom Bamberger Ingenieurbüro Wolf vorgestellte Vorhaben kosten. Einen Teil der 110 000 Euro, die am Kreisverkehr anfallen, muss die Gemeinde Pettstadt tragen, den Löwenanteil der 610 000 Euro, die auf die Einfädelspur entfallen, muss der Bund übernehmen. Der Gesamtanteil für den Landkreis beträgt den Berechnungen zufolge fast eine halbe Million Euro. Abzüglich einer 60-prozentigen Förderung, bleiben davon am Ende knapp 200 000 Euro, die der Landkreis aus dem eigener Tasche bezahlen muss. Der Bau- und Umweltausschuss votierte einstimmig für das Vorhaben, das noch in diesem Jahr ausgeführt werden soll.


Umweg muss sein

Laut Ingenieur Bittel soll die reine Bauzeit knapp drei Monate betragen. Bei einem Baubeginn Mitte April könnte die Straße bereits Anfang Juli fertiggestellt sein. Allerdings wird es während der Bauzeit zu Behinderungen kommen. Denn laut Bittel und Dotterweich wird zeitweise eine Vollsperrung nötig sein.
Die Lösung für die laut Verkehrszählung rund 3000 Fahrzeuge pro Tag - davon eben auch zehn Prozent Schwerlastverkehr - auf diesem Abschnitt der BA 21, hat man jedoch vor Ort gefunden. Andernfalls wäre eine Umleitung über Reundorf, Frensdorf und Röbersdorf notwendig geworden. Das hätte jedoch zu großen Belastungen zum Beispiel in der Ortsdurchfahrt Röbersdorf geführt, wo jetzt schon rund 200 Laster pro Tag gezählt werden. Auch die Engstelle an der Ebrachbrücke bei Reundorf sei ein Knackpunkt gewesen, so Dotterweich. Ganz abgesehen davon sei eine Umleitung von 15 Kilometern Länge auch volkwirtschaftlich wenig sinnvoll und nicht gerade umweltverträglich.
Stattdessen wird nun über eine Verlängerung des Flurwegs südlich der BA 21 zwischen Kreisel und Bundesstraße, eine Behelfsauffahrt eingerichtet, was zumindest eine einspurige Nutzung sichern soll.
So müssen während der Zeit, in der die Einfädelspur gebaut wird, Fahrzeuge, die aus Richtung Bamberg abfahren wollen, zunächst weiter bis zur Ausfahrt Hirschaid. Dort müssen sie dann in der Gegenrichtung wieder auffahren, um die B 505 bei Pettstadt verlassen zu können. Wenn die Einfädelspur dann fertiggestellt ist, geht das Spiel dann genau anders herum: Fahrzeuge aus Richtung Pommersfelden/A 3 müssen dann zunächst an Pettstadt vorbei bis zur Ausfahrt Strullendorf weiterfahren, und dort - etwas komplizierter den Rückweg finden.