Für Freizeitradler geht die Saison langsam zu Ende. Doch auch im Landkreis Bamberg gibt es Menschen, die ihr Fahrrad nicht nur für Ausflüge oder als Sportgerät nutzen, sondern für den täglichen Weg zur Arbeit, zum Einkaufen und anderen Besorgungen. Je besser die von ihnen genutzten Radwege sind, desto eher können sie das auch ganzjährig tun. Und es werden immer mehr. Die Verbreitung von Pedelecs und E-Bikes hat viel dazu beigetragen. Und die Scheu, in Corona-Zeiten den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, treibt sicher auch noch manche aufs Zweirad.

Lücken und Tücken

Doch die Radwege, die nicht nur touristischen Routen durch möglichst schöne Landschaft folgen, sondern vielmehr möglichst schnell, direkt und sicher Städte und Gemeinden miteinander verbinden sollen, weisen zahlreiche Lücken und Tücken auf. Wer kennt das nicht? Man radelt entlang der Straße - und plötzlich ist der Weg zu Ende, man selbst wieder mittendrin im Autoverkehr auf der stark befahrenen Bundes-, Staats- oder Kreisstraße. Das gilt im Landkreis für fast alle Ortsdurchfahrten.

Probleme und Gefahren

Um solche Schwachstellen zu identifizieren und Verbesserungsvorschläge zu machen, haben Radfahrexperten des Allgäuer Planungsbüros Topplan im Auftrag des Landkreises unter anderem 775 Kilometer sogenannter Alltagsradwege unter die Lupe genommen. Mehr als 220 Problem- und Gefahrenstellen wurden dabei identifiziert und benannt. Alle sind auf einem Geoportal unter topplan.de/bamberg im Internet einzusehen.

Die erfassten Problemstellen sind zum Teil echte Gefahrenstellen wie etwa unübersichtliche Kurven oder Einfahrten zu Unterführungen, die bei Gegenverkehr leicht zu schweren Unfällen führen können. Auch vermeidbare Verengungen, etwa durch Poller und Umlaufschranken mitten im Weg, oder zu starker Bewuchs am Wegrand sind manchmal nicht nur lästig, sondern auch Gefahrenquelle. Ebenso wie die Radwege, die unvermittelt auf die Straße führen und wo Radfahrer oft gezwungen sind, diese auch noch zu überqueren, um auf der richtigen Seite weiterzufahren.

Die Karte zeigt den aktuellen Stand beim Radwegenetz im Landkreis, wie Markus Hammrich, Verkehrsplaner im Landratsamt, betont. Der Schlussbericht zum Alltagsradverkehr, der ein umfangreiches Maßnahmenpaket zu Lückenschlüssen, Radparkanlagen und auch zur Behebung von Gefahrenstellen enthält, soll Mitte November vorgestellt werden. "Die Arbeit fängt jetzt erst richtig an", sagt Hammrich. Denn schließlich sei das Konzept nicht für die Schublade gedacht, sondern soll auch umgesetzt werden.