Veronika Schadeck Vor rund zwanzig Jahren machte der Ludwigsstädter Stadtteil Steinbach/Haide Schlagzeilen wegen des Kinderbooms. Von rund 150 Einwohnern zählte damals ein Drittel weniger als 16 Jahre. Mittlerweile ist der damalige Nachwuchs erwachsen geworden und einige davon möchten ihrem Heimatdorf treu bleiben. Jetzt fehlen aber Bauplätze.

Der neu ins Amt gewählte Stadtrat Aaron Sieber (CSU) forderte die Stadt unter Punkt auf, sich mit dieser Thematik zu befassen. Alle Stadtteile könnten Bauplätze vorweisen, außer Steinbach/Haide. Er wies auf den Kinderreichtum in seinem Dorf hin und sprach davon, dass manche junge Menschen sich mit einer Familien- und Existenzgründung befassen. Es fehlen aber Bauplätze und Leerstände seien keine vorhanden. Man solle versuchen, diese Leute in Steinbach/Haide zu halten.

Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) räumte ein, dass vor einigen Jahren bei den Flurneuordnungen keine Neugebiete in Steinbach/Haide definiert worden seien. Die Stadt müsse sich mit dieser Thematik befassen. Grundsätzlich stehe er dem Anliegen von Sieber positiv gegenüber. Letztlich müssen aber auch die Grundstückseigentümer bereit sein, Flächen als Baugrundstücke zur Verfügung zu stellen. Er jedenfalls werde diesen Gedanken über das Bauflächenmanagement mit einbringen. Eventuell könnte man mit drei bis fünf Bauplätzen starten.

Ludwigsstadt wagt den Versuch

Auf die Ankündigung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, nämlich in der zweiten Pfingstferienwoche die Freibäder zu öffnen, reagierte der Bürgermeister positiv. Die Vorbereitungen laufen, erklärte er. Es könnte aber passieren, dass aufgrund der umfassenden Vorarbeiten das Freibad nicht zum 8. Juni, sondern erst ein paar Tage später geöffnet werden könne. Allerdings müssen sich die Badegäste auf viele Regeln und Vorschriften gefasst machen. "Ob der Besuch eines Freibades dann noch ein Vergnügen ist?", fragte er. Aber: "Wir starten den Versuch!"

Außerdem ging er auf den Jahresabschluss der Bädebetriebe (Frei- und Hallenbad) der Stadt Ludwigsstadt ein. Dieser schließt mit einem Minus von 66 063 Euro ab. Der Bürgermeister bezeichnete dieses Defizit als akzeptabel. Schließlich dienten Bäder nicht nur dem Vergnügen, sondern auch der Gesundheit.

Vergeben wurden in der Sitzung die Rohbauarbeiten für die Parkscheune in Lauenstein. Den Auftrag erhält die Firma Dechant zum Preis von 729 954 Euro. Michael Löffler (SPD) bezeichnete die Parkscheune, bei der 14 Pkw- und acht XXL-Stellplätze geschaffen werden, als eines der bedeutendsten Städtebauprojekte. Die Gesamtkosten liegen bei 1 660 000 Euro. Die Kostenschätzungen lagen bei 1,3 Millionen Euro. Es geht jetzt darum, dass diese Mehrkosten auch gefördert werden. Die Stadt sei zuversichtlich. Sofern sich der Eigenanteil der Stadt bei etwa 200 000 Euro bewege, könne man diese Parkscheune auch realisieren, sagte der Bürgermeister.

Neue Zufahrt nach Lauenstein

Ein Punkt war die Schaffung einer alternativen Zufahrt nach Lauenstein. Wie der Bürgermeister erklärte, wurden im Zuge der Freiflächenplanung für das Burgbräu-Areal durch das Büro HTS-Plan alternative Zufahrtsmöglichkeiten von der B 85 aus nach Lauenstein geprüft. Das Büros hält eine Zufahrt von der Ortsstraße "Untere Gärten" über das Burgbräu-Grundstück zur bisherigen Orlamünder Straße unterhalb der Hausnummer 6 für möglich. Bei dieser Variante sei mit Baukosten von rund 300 000 Euro zuzüglich Nebenkosten zu rechnen. Diese Maßnahme würde das Problem der spitzwinkligen Einmündungssituation lösen, erklärte der Bürgermeister.

"Das wäre eine einmalige Chance, die man nicht außer acht lassen sollte", sagte Stadtrat Martin Schmidt (CSU). Klaus Güntsch (SPD) regte an, dass man im Zuge dessen auch die Beseitigung der Engstelle mit ins Auge fassen sollte. Der Stadtrat war sich einig, diese Möglichkeit der Alternativzufahrt zu konkretisieren. Allerdings sollten die Lauensteiner mit ins Boot geholt werden. Sie sollen sich dazu äußern, ob überhaupt eine Alternativzufahrt gewünscht sei.

Noch im September 2020 will die Stadt im Rahmen der Dorferneuerung in Lauenhain mit dem Bau des Dorfgemeinschaftshauses beginnen. Mittlerweile gab es aber bei der Beplanung eine Änderung, die nicht nur mit einer Verbesserung der Optik des Gebäudes verbunden ist, sondern auch mit Mehrkosten in Höhe von etwa 44 000. Bürgermeister Ehrhardt erklärte, dass das Amt für ländliche Entwicklung Oberfranken die Anhebung der Förderhöchstgrenze um die Mehrkosten bestätigt habe. Aufgrund des Fördersatzes steigt der Eigenanteil der Stadt lediglich um 4 400 Euro auf insgesamt 77 000 Euro. Die Gesamtkosten liegen nunmehr bei 510 000 Euro.

Die Folgen der Corona-Krise

Martin Schmidt (CSU) fragte, ob die Stadt wegen der Corona-Krise schon Schätzungen bezüglich geringerer Steuereinnahmen nennen könnte. Dies verneinte der Bürgermeister. Er sei aber überzeugt davon, dass die Einnahmen der Stadt weniger werden. Deshalb werde über einen Nachtragshaushalt nachgedacht. In diesem Zusammenhang betonte Ehrhardt, dass es nun darum gehe, Projekte bei denen Förderungen zugesagt beziehungsweise in Aussicht gestellt wurden, auch schnellstmöglich zu realisieren, damit die Stadt mit möglichst wenig Mitteln einen großen Effekt erzielen könnte. Projekte, die von der Stadt alleine finanziert werden, sollen zurückgestellt werden.