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"Wir brauchen weiter Freiwillige"


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Coburg, Freitag, 29. Mai 2020

Stadt und Landkreis Coburg suchen Fachkräfte, die während der Corona-Krise die Beschäftigten in den Pflegeeinrichtungen unterstützen.
Fabian Bätz hofft auf weitere Helfer, um die Kräfte in den Pflegeeinrichtungen in Stadt und Landkreis Coburg zu unterstützen. Foto: privat


Fabian Bätz von der "Gesundheitsregion plus Coburg" organisiert den regionalen Pflegepool, in dem freiwillige Helfer erfasst werden, die in der Zeit der aktuellen Corona-Pandemie die Arbeit in Pflegeeinrichtungen unterstützen können. Bereits ein Dutzend Helfer kam seit Start des Pflegepools zum Einsatz. Doch weitere Freiwillige werden dringend benötigt. Im Gespräch verrät Bätz, warum.

Was steckt hinter der Idee eines regionalen Pflegepools? Fabian Bätz: Dass es in der Pflege einen Fachkräftemangel gibt, ist ja bekannt. Den gab es vor der Corona-Pandemie schon, aber die Situation verschärft sich durch die aktuelle Lage nun noch weiter. Um die Altenpflege- und Behinderteneinrichtungen sowie ambulanten Pflegedienste in der Krisenzeit bei Bedarf schnell unterstützen zu können, hat sich die Führungsgruppe Katastrophenschutz dazu entschlossen, einen Pflegepool für die Stadt und den Landkreis Coburg einzurichten. Dieser Pflegepool dient dazu, dass sich Personen mit einer Ausbildung im Bereich Pflege freiwillig melden können, um in dieser krisenhaften Situation mitzuhelfen.

Wer kommt hierfür denn konkret infrage?

Gesucht werden Personen, die eine Ausbildung im Pflege- und Gesundheitsbereich absolviert haben, die sich bereits in der Altersteilzeit oder im Ruhestand befinden oder die momentan aus anderen Gründen eine "Auszeit" genommen haben.

Wo kommt das Pflegepool-Personal dann zum Einsatz?

Die Freiwilligen werden sowohl im ambulanten als auch im stationären Pflegebereich eingesetzt. Dabei geht es nicht nur um Pflege im klassischen Sinn, sondern auch um Beschäftigung von Pflegebedürftigen. Darüber hinaus stehen wir auch im engen Austausch mit dem Klinikum.

Wie erfolgt denn die Vermittlung des Personals?

Die Einrichtungen und Dienste, die wegen der Corona-Krise besonderen Bedarf haben, wenden sich an unseren Pflegepool. Gemeinsam mit den jeweiligen Verantwortlichen des Trägers und der zuständigen Behörde wird geklärt, für welche Tätigkeiten Unterstützung benötigt wird. Daraufhin schauen wir, welche Personen, die sich bei uns für den Pflegepool gemeldet haben, passen könnten und vermitteln diese an den Träger.

Der Einsatz ist freiwillig, erhalten die Helfer eine Vergütung oder ähnliches?

Dies kann unterschiedlich sein, je nach Einsatzart und -dauer. Nach der Vermittlung klären die Helfer eine mögliche Vergütung oder Aufwandsentschädigung mit dem Träger, bei dem sie eingesetzt sind.

Ist so ein Pflegepool auch über die Corona-Zeit hinaus eine Möglichkeit, um auf den Personalmangel in der Pflege zu reagieren?

Wir freuen uns, dass in dieser schwierigen Zeit so viele Menschen bereit sind freiwillig in der Pflege auszuhelfen. Der Pflegepool ist für die Zeit der Corona-Krise ins Leben gerufen worden. Momentan ist noch nicht absehbar, wie lange uns die Situation noch herausfordert. So lange wird der Pflegepool auf jeden Fall noch bestehen.

Der Pflegepool ging im April an den Start, wie viele Personen wurden denn bereits vermittelt?

Ungefähr ein Dutzend der Freiwilligen kam bereits zum Einsatz.

Gab es durch die Neuinfektionen in den Pflegeheimen, die in den vergangenen Wochen zu einer erhöhten Fallzahl geführt hatten, besonderen Bedarf an Personal?

Wir haben nach wie vor Bedarf an freiwilligen Helfern, ja. Das liegt aber nicht nur an den Neuinfektionen der vergangenen Wochen, sondern auch daran, dass zum Beispiel manche, die sich freiwillig gemeldet hatten, nicht mehr zur Verfügung stehen, weil sie beispielsweise nun nach den Lockerungen wieder in ihrem eigentlichen Job im Einsatz sind. Deswegen brauchen wir auch weiterhin engagierte Menschen, die sich für den Pool anmelden. red