Wildkräuter schnell und auf vielfältige Weise verarbeiten
Autor: Cindy Dötschel
Bad Staffelstein, Donnerstag, 07. Mai 2020
Besonders zurzeit ist ein gestärktes Immunsystem gefragter denn je. Karin Braun von der Umweltstation Weismain ist Kräuterexpertin. "Alle Wildkräuter stärken das Immunsystem", sagt sie, da diese beson...
Besonders zurzeit ist ein gestärktes Immunsystem gefragter denn je. Karin Braun von der Umweltstation Weismain ist Kräuterexpertin. "Alle Wildkräuter stärken das Immunsystem", sagt sie, da diese besonders den Darm anregen.
"Wir haben alles vor der Haustür", sagt sie. Als solche Kräuter, die derzeit in der Region blühen, nennt sie unter anderem das Gänseblümchen, Thymian, Waldmeister, den Löwenzahn oder die Knoblauchsrauke. Letztere sei an ihren weißen Blüten und den nach Knoblauch riechenden Blättern eindeutig zu erkennen. Die ganze Pflanze ist essbar und eigne sich wegen ihres Aromas besonders gut für ein Pesto oder einen Salat, so Karin Braun. Auch getrocknet und gerieben lässt sich die Knoblauchsrauke in Gerichte untermischen.
Der Löwenzahn wiederum vermag noch viel mehr, als sich an ungeeigneten Plätzen einen Weg zum Wachsen zu suchen - wie es die Kult-Kindersendung "Löwenzahn" im Vorspann verdeutlicht. Um einen gesundheitsfördernden Löwenzahnsirup herzustellen, empfiehlt Karin Braun folgendes: Die Blüte der Pflanze zuerst aus dem Körbchen zupfen. Anschließend Wasser und Zucker aufkochen, die Blüten hineinlegen und über Nacht ziehen lassen. "Es wird nicht ganz so dick wie Honig. Aber durch die Bitterstoffe wird der Stoffwechsel angeregt." Ähnlich funktioniere der Sirup im Übrigen auch mit Fliederblüten und Zitronensaft. In Honig ziehen lassen könne man außerdem so gut wie alle Kräuter.
Karin Braun empfiehlt überdies ein schnell zubereitetes Rezept für einen immunstärkenden Sauerhonig, den sie oft selbst macht: 600 Gramm dünnflüssigen Honig mit 200g gutem Apfelessig vermischen. Das diene als Grundlage und könne beliebig mit Wildkräutern, beispielsweise Thymian oder Salbei, gemischt werden.
Kräuterwanderung kann helfen
Klar gelte auch hier: Nur das pflücken und verzehren, was eindeutig als die gesuchte Kräuterpflanze zu erkennen ist. Als besonders sinnvoll erachtet Karin Braun es deshalb, einmal eine Kräuterwanderung mitzumachen. Es sei dabei nicht entscheidend, danach über alle Pflanzen Bescheid zu wissen. Vielmehr sei es wichtig, sich das Wissen über ein bis zwei Kräuter als Basis mitzunehmen. "Das Einfache ist oft das Beste." mst