Er sah sich selbst als "painter und poet" - Mike Rose, dessen Werk sich von der Malerei bis hin zur Schriftstellerei erstreckte. Mike Rose, der aus Zeichen und Buchstaben Kunst entstehen ließ. Mike Rose, dessen Bilder Zeichen und Philosophie zugleich sind. Und eben dieser Mike Rose, der gegen Ende der 50er Jahre nach Oberfranken kam und hier zu einem der einflussreichsten Protagonisten der nordbayerischen Kunstszene avancierte. Nun ist im Servicezentrum des Finanzamtes ein beeindruckender Querschnitt der Werke des Malers, Bühnenbildners und Schriftstellers zu sehen, der leider viel zu früh 2006 in Bamberg verstarb.
Ingo Cesaro, der für die Konzeption der Ausstellung verantwortlich zeichnet, gab in seiner sehr persönlichen Einführung nicht nur einen Einblick in die Vita des Künstlers, sondern teilte auch einige schöne gemeinsame Erlebnisse. "Über viele Jahre kamen wir zu seinen Ausstellungs-Eröffnungen ins "Studio M" nach Bamberg und oft genug fuhren wir anschließend mit den Künstlern und Kunstfreunden nach Kronach. Einmal - es war 1981 - war auch der Verleger Dr. Bachmeier dabei, dem ich meine Haiku zeigte. Eine Woche später schickte ich ein Manuskript und wenig später kam die Zusage für eine Veröffentlichung mit der Anmerkung, Mike Rose würde dazu die Kalligraphien liefern. Zwei Monate später hatte ich schon den Band "Der Goldfisch im Glas redet und redet" in Händen", blickte er zurück.


Abstrakte Schriftbilder

In 47 Jahren hat Mike Rose viele Bilder gemalt, dabei Abstraktion, Schrift und anderes erforscht. Bekannt geworden ist er mit seinen abstrakten Schrift- und Zeichenbildern. Aber immer verfolgte er sein Ziel, seine Vorstellungen zu erweitern - von der Schrift zu den Zeichen, von da zum multidimensionalen Raum. Danach wandte er sich den emotionalen Möglichkeiten zu - immer neue Wege gehend, was ihm zahlreiche internationale Ausstellungserfolge, Ehrenpreise und Auftragsbestellungen aus dem In- und Ausland einbrachte.
"Seine letzten Bilder "Ins Licht gehen" aus 2006 zeugen von einer tiefen Emotionalität, Auseinandersetzung mit Gewesenem und einer reichen Farbigkeit. Es ist so, als ob er seine ganze Lebensessenz in diese letzten Bilder gelegt hat", meinte Ingo Cesaro, der dessen enorme Schaffenskraft herausstellte: "Wir haben hier in der Region ganz wenige Künstler, die ein so umfangreiches und vielseitiges Werk geschaffen haben. Auch wenige, die wie Mike Rose zum Beispiel durch den Lettrimus eine internationale Kunstströmung nach Franken brachten.
Wer ihn persönlich kannte, war von ihm und seiner Leidenschaft zur Kunst beeindruckt. Er war ein Künstler, den man einfach mögen musste."
Bei der Ausstellungseröffnung anwesend waren auch Mike Roses Tochter Barbara, sein Sohn Ivo, der auch die Werke ausgewählt und gehängt hatte, sowie die Witwe Anne Meissonnier-Rose. Ivo Rose verlas einen kurzen, von seinem Vater im Herbst 1991 verfassten Text, der einen eindrucksvollen Einblick in sein ganz eigenes Kunst-Verständnis gab.
Die sehr sehenswerte Ausstellung zeigt einige seiner früheren Arbeiten wie auch letzten Werke.
Dem Amtsleiter des Finanzamts Kronach, Günter Wolkersdorfer, oblag die Begrüßung der Ehrengäste aus der Politik sowie der Kultur- und Kunstszene sowie Angehöriger des Künstlers. Sein Dank galt Cesaro für die optische Bereicherung des Servicezentrums wie auch den Mitarbeitern im Servicezentrum für die Unterstützung.