Wenn es sich auf der Autobahn 9 staut, sind verstopfte Straßen in der Bad Bernecker Oberstadt seit Jahren ein immenses Problem. Die Parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme (SPD) hatte sich daher auf Bitte von Bürgermeister Jürgen Zinnert an die Verkehrsministerien in Berlin und München gewandt und ein Abfahrtsverbot bei Stau für Lastwagen ab 7,5 Tonnen an den Anschlussstellen Gefrees, Himmelkron und Marktschorgast gefordert.

Teilweise mehrmals wöchentlich schiebe sich eine Blechlawine durch die Stadt, argumentierte Kramme. "Es besteht zwar seit längerem ein Durchfahrtsverbot für den Schwerlastverkehr. Allerdings wird dieses regelmäßig missachtet, mit der Folge, dass der Verkehr nahezu zum Erliegen kommt und sich die Durchfahrtszeit für die einzelnen Fahrzeuge zwischen Hofer Straße und B 303 auf bis zu eine Stunde verlängert." Der Lärm und die Abgase seien nicht mehr länger akzeptabel. Hinzu kämen Schäden an den Häusern an der Durchfahrtsstraße. Gravierendstes Problem sei jedoch, so Kramme, dass Rettungsfahrzeuge nicht mehr durchkämen.

Zuständig für verkehrsrechtliche Anordnungen auf Bundesautobahnen ist seit Anfang des Jahres die Autobahn GmbH des Bundes. Diese sieht allerdings, wie der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger, mitteilte, keine Möglichkeit, auf der A 9 eine begreifbare und verkehrsrechtlich belastbare Regelung einzurichten, die die Ortsdurchfahrt Bad Berneck zuverlässig entlastet. An den drei Anschlussstellen führten Straßenzüge im Basisnetz auch zu alternativen Zielen, die dadurch nicht mehr erreichbar werden könnten. Darüber hinaus werde den Brummifahrern die Möglichkeit genommen, zum Beispiel in Himmelkron den Autohof anzufahren, um dort eine Rast einzulegen.

Staatssekretär Bilger verweist jedoch auch darauf, dass im Zuge der Bauarbeiten auf der A 9 an der Anschlussstelle Marktschorgast für den Verkehr aus Richtung Norden mit Hinweisschildern auf die Sperrung der Ortsdurchfahrt von Bad Berneck für Lkw über 7,5 Tonnen hingewiesen wurde. Diese Hinweisschilder könnten auch dauerhaft aufgestellt werden.

"Von dieser Möglichkeit sollte die Stadt unbedingt Gebrauch machen", meint auch Anette Kramme. Zudem regt sie an, das untergeordnete Straßennetz auf weitergehende verkehrsrechtliche Maßnahmen prüfen zu lassen. Vor allem sollte laut Bilger geprüft werden, ob ausgehend von der Anschlussstelle Marktschorgast eine hier fehlende Umleitungsstrecke ausgewiesen werden könne. red