Waldbesitz bedeutet Verantwortung - das wurde den rund 40 neuen Waldbesitzern bei der Informationsveranstaltung der Walbesitzervereinigung (WBV) Kreuzberg deutlich vor Augen geführt. Gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ( AELF ) hatte man Waldbesitzer eingeladen, die in den vergangenen Jahren zu Waldbesitz gekommen sind.
Meist werden kleine Parzellen vererbt. Oft wissen die neuen Eigentümer nicht so recht, was sie damit anfangen sollen.


Sinnvolle Bewirtschaftung

Beim Blick in den gefüllten Saal der Gastwirtschaft "Schwarzmann" in Trailsdorf war der Abteilungsleiter der Forstverwaltung vom AELF Bamberg, Michael Kreppel, doch ein wenig überrascht. Mit einer derart großen Resonanz hatte er nicht gerechnet. Er wertete dies als ein Zeichen, dass die WBV mit der von ihr initiierten Veranstaltung erkannt hat, wie wichtig für Neuwaldbesitzer eine sinnvolle Bewirtschaftung ist.
"Dazu muss man zunächst die richtigen Ansprechpartner kennen", stieg Förster Matthias Jessen als erster Referent mit einer Übersicht der Zuständigkeiten ins Thema ein. Er ermunterte die Besitzer dazu, die eigene Waldnachfolge aktiv zu gestalten. Dazu gebe es eine ganze Reihe von Angeboten wie die kostenlose Vor-Ort-Beratung. "Bei Pflanzaktionen in ihrem Wald gibt es attraktive staatliche Förderungen", so Jessen. Auch hier sind die Beratungen kostenlos. "Nachhaltige Waldwirtschaft ist ein Prozess, der über Generationen geht", machte er deutlich.
"Den Baum, den wir heute pflanzen, ernten unsere Enkel, Urenkel oder Ur-Urenkel", sagte Jessen. Eine Fichte brauche im Durchschnitt 80 Jahre, eine Eiche 160 Jahre zum Wachsen.


Rechte und Pflichten

Wie man aus dem eigenen Bestand Holz vermarkten kann, stellte WBV-Geschäftsführer Matthias Koch vor. "Die WBV ist ein starker Partner an der Seite der kleinen Waldbesitzer", erklärte er.
Vom Ausleihen von Maschinen bis hin zum Holzeinschlag und anschließender Vermarktung oder der Naturverjüngung und gemeinsamer Pflanzenbestellung bietet die Vereinigung
viele Leistungen an. Dass einen Waldbesitzer neben seinen Rechten auch viele Pflichten gegenüberstehen, verdeutlichte Alexander Hahn, Fachanwalt für Agrarrecht vom Bauernverband. So gelte es das Betretungsrecht von Wanderern und sonstigen Erholungssuchenden zu achten. "Sie haben ein Recht auf Naturgenuss und dürfen ihren Wald betreten", erklärte Hahn. Zudem gebe es die Verkehrssicherungspflicht, ergänzte der Fachanwalt.
Heiko Harthahn von der Berufsgenossenschaft stellte anschließend die Gefahren bei der Waldarbeit in den Fokus seiner Darstellungen.