Um inhaltlich sehr verschiedene Themen, die aber alle eine Gemeinsamkeit hatten, ging es jüngst im Gemeinderat Priesendorf - nämlich um Maßnahmen und Planungen, bei denen die zukünftigen Bedürfnisse der Bürger im Mittelpunkt stehen. Eine Versorgung von Kindesbeinen an - quasi von der Kinderkrippe bis hin zum letzten Gang - soll weiterhin in Priesendorf möglich sein.

Mit Blick auf unsere Kleinsten wurden alle Priesendorfer Familien mit Kindern unter sechs Jahren angeschrieben, berichtete Erster Bürgermeister Matthias Krapp (CSU). Die Eltern wurden gebeten anzugeben, welchen Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen sie im kommenden Kindergartenjahr (September 2021 bis August 2022) in der Kita St. Anna haben werden. Dieser Betreuungsbedarf überschreitet die vorhandenen Kapazitäten leider sehr deutlich: Bislang stehen nur zwölf Krippenplätze zur Verfügung und die Eltern haben einen Bedarf von 23 Plätzen zurückgemeldet. Daher sieht Bürgermeister Krapp dringenden Handlungsbedarf.

Einen Erweiterungsbau für die Kita zu errichten, sei dabei aber keine Option, so Krapp, weil der nicht nur sehr teuer wäre, sondern auch nicht bis zum nächsten Jahr fertig werden könne. Also schlug der Bürgermeister vor, ungenutzte Räume in der Priesendorfer Schule für die 25 Vorschulkinder zu nutzen, damit in der Kindertagesstätte mehr Krippenplätze geschaffen werden können. Hierfür bräuchte man allerdings erst ein Konzept, denn natürlich müssten bauliche Veränderungen an den Klassenzimmern vorgenommen werden. Damit die neue Nutzung der Räume genehmigt werden kann, ist auch ein Brandschutzkonzept nötig. Krapp betonte, dass diese Planungen jetzt anlaufen müssten, damit die Klassenzimmer bis zum nächsten Herbst für die Vorschulkinder bereit sind.

Urnenbestattung im Trend

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war der Priesendorfer Friedhof. Auch hier ging es um die Frage, wie man in Zukunft dem Bedarf der Bürger gerecht werden kann. Im Vorfeld der Sitzung hatte Bürgermeister Krapp Kontakt mit dem Landschaftsarchitekten Jörg Czerwonka aufgenommen, der auf die Planung und Weiterentwicklung von Friedhofsanlagen spezialisiert ist. Czerwonka hatte auf einer Begehung des Friedhofs Fotos von allem aufgenommen, was er selbst als auffällig oder korrekturbedürftig empfand.

In einer Präsentation stellte er den versammelten Gemeinderäten vor, welche Probleme und welches Potenzial er beim Friedhof erkannt hatte: Wie sehr viele andere Friedhöfe auf dem Land sei auch der Priesendorfer Friedhof sehr traditionell ausgerichtet; fast alle Grabstätten sind Einzel- oder Familiengräber, die für eine Sargbestattung ausgelegt sind. Heute würden aber 70 bis 75 Prozent der Bestattungen als Feuerbestattungen durchgeführt. Es würden also in Zukunft deutlich mehr Urnengräber benötigt. Dass sich dieser allgemeine Trend auch in Priesendorf bereits durchsetzt, könne man daran erkennen, dass von den 17 Urnengrabstätten, die auf dem Erweiterungsgelände des Friedhofs eingerichtet wurden, neun bereits belegt sind. Da das Erweiterungsgelände des Friedhofs noch nicht vollständig belegt ist, könne man ein Konzept entwickeln, dass mehr Urnengräber vorsieht. Der Altbaumbestand im oberen Teil des Geländes könne für Baumbestattungen genutzt werden, also für Urnengräber im Schatten dieser Bäume.

Was den älteren Teil des Friedhofs angeht, hatte der Referent viel zu bemängeln. So lägen sehr viele Gräber viel zu dicht beieinander. Auch entstünden durch die Hanglage Böschungen, die überall unterschiedlich und zum Teil nur provisorisch (z. B. mit Rasengittersteinen) abgesichert wären. An vielen Stellen bestünde, vor allem für ältere Bürger, eine nicht unerhebliche Unfallgefahr.

Vermessung steht an

Während der anschließenden Diskussion kam der Vorschlag auf, über den alten Friedhof einen Belegungsstopp zu verhängen, damit nach und nach mehr Platz entsteht, um diesen Teil des Friedhofs zu verschönern und sicherer zu gestalten. Bürgermeister Krapp warb dafür, sich zeitnah ein Konzept zu überlegen, damit Grundlagen für eine Weiterentwicklung geschaffen werden. Als Grundlage für solch ein Konzept wäre es für den alten Friedhof wichtig, eine genaue Vermessung und Bestandsaufnahme durchzuführen. Krapp hat bereits ein Ingenieurbüro kontaktiert, das eine Vermessung vom Altfriedhof durchführen kann.

Von einem weiteren Thema, bei dem der Bedarf der Priesendorfer Bürger (endlich) eine Rolle spielt, berichtete Matthias Krapp: Als Bürgermeister war er zu einer Veranstaltung des Landratsamts in die Brose-Arena eingeladen worden, bei der es um den öffentlichen Nahverkehr im Landkreis Bamberg ging. Es wurde ein neues Busbedienkonzept vorgestellt, in das Messdaten über die Auslastung der Busse eingeflossen waren. Die bestehenden Buslinien sollen neu geordnet und getaktet werden, so dass jeder Ort im Landkreis mindestens alle zwei Stunden bedient werden kann. In Priesendorf sei der ermittelte Bedarf allerdings so hoch, dass mit stündlichem Linienbusverkehr ab 2024 gerechnet werden kann. Krapp gab bekannt, dass er sich auch für eine Ausweitung der Busanbindung an den benachbarten Landkreis Haßberge einsetzen will.

Damit die Gemeinde Priesendorf attraktiver und bekannter wird, schlägt der Bürgermeister einen Beitritt zur ILE-Allianz "Lebensregion plus" vor (ILE steht für integrierte ländliche Entwicklung). Eine Mitgliedschaft hätte viele Vorteile, so Krapp. Man hätte bessere Möglichkeiten, Werbung für Touristen zu platzieren und es gäbe viele Fördermöglichen für die Innenentwicklung des Dorfs - auch für Projekte von Priesendorfer Ortsvereinen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, sich für die "Lebensregion plus" zu bewerben.