Seit am Anfang des vergangenen Jahres das Coronavirus die Welt überrollte, wurde die Liedertafel Roßfeld-Rudelsdorf, wie alle Chöre und Vereine, in all ihren Vorhaben und Planungen ausgebremst. Auch wenn zu Beginn von 2020 noch einige Chorproben stattfinden konnten und im Laufe des Jahres ein Stammtisch und einige wenige Singstunden unter Corona-Auflagen abgehalten wurden, liegt das Vereinsleben dennoch brach. Um nicht der allgemeinen Corona-Schockstarre völlig ausgeliefert zu sein, bemüht sich das Vorstandsteam der Liedertafel mit regelmäßigen Whatsapp-Nachrichten, Briefen, Telefonaten und aufmunternden "Überraschungstüten", die Chorgemeinschaft zu erhalten. Bei runden Geburtstagsjubiläen wird im Zweierteam, mit Abstand, vor der Tür ein Ständchen gesungen, kein Geburtstag wird vergessen.

Neue Online-Singformate wurden diskutiert, recherchiert und für die Liedertafel als nicht praktikabel ob der geforderten technischen Ausstattung und der Struktur verworfen. Virtuelle Seminare und Online-Vorstandssitzungen gehören seit einem Jahr zum Alltag der Vorstandsarbeit.

Die Corona-Krise stellt jeden Vorstand eines Chorvereins vor eine große Herausforderung. Er muss Entscheidungen für und mit den Mitgliedern treffen, die deren Gesundheit und das Vereinsleben in bisher nicht dagewesener Verzahnung gleichermaßen berühren. Dank einer Förderung durch das "Hilfsprogramm Laienmusik" des baye­rischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst wurden zumindest die finanziellen Verpflichtungen und der damit verbundene Druck bei vielen Chören für das Jahr 2020 etwas gemildert.

Dennoch wird die Virus-Zwangspause Veränderungen in der Chorlandschaft bringen. Ein Neuaufbau wird nötig sein, von der Größe der Chöre, von der stimmlichen Seite und der Wiedergewinnung des Chorklanges her gesehen. "Wir, die Liedertafel Roßfeld-Rudelsdorf, und alle anderen Chöre benötigen eine Perspektive. Corona stellt uns und unsere Verbände vor die Aufgabe, einiges auf den Prüfstand zu stellen. Dies wird sicher ein langer Weg, auf den sich viele aufmachen müssen: Rollen müssen neu überdacht und Kommunikationen hinterfragt werden. Bis dahin versuchen wir, den pandemischen Widrigkeiten zu trotzen, an unseren Stärken zu arbeiten und die Chorgemeinschaft zu erhalten und in die Zukunft zu führen", meint Regine Blümig, die Vorsitzende der Liedertafel. red