Sebastian Schanz Warum müssen Kosmetikstudios und Massagepraxen im November schließen, Friseure aber dürfen weiter schneiden? Als ob es irgendwie gesundheitsfördernd wäre, die Haare schön zu haben. Diese Frage, die sich aktuell zumindest Kosmetiker und Masseure stellen dürften, beschäftigte auch mich. Die Antwort fand ich mit der Schere in der Hand.

Meinen letzten Friseurtermin hatte ich im Sommer mit einer FFP2-Maske über Mund und Nase absolviert - und hinterher Haare an der Innenseite gefunden. Ich dachte mir: Wo Haare hinkommen, gelangt sicher auch ein Virus hin - und griff nun eigenmächtig zum Rasierer. Spiegel in der Linken, Klingen in der Rechten: Nach kurzer Zeit war die Herbstwolle runter - und ich sah aus wie ein Schaf, das ein Betrunkener geschoren hatte. Zum Spaß hatte ich mir Vollbart und Irokesen-Kamm stehen lassen, was die Sache nicht besser machte. Im Spiegel blickte mich eine bedrohliche Mischung aus trübseligem Indianer und verwahrlostem Wikinger an. So gesehen, die perfekte Frisur, um sich vor sozialen Kontakten zu schützen.