Wer den Maler Robert Allen Zimmermann nicht kennt, der kennt vielleicht den Songwriter Bob Dylan. Es ist der selbe. Und weil er er ist, werden sich gewiss viele die Bilder anschauen, die er gemalt hat. Sie werden auf Schloss Hohenstein zu sehen sein, denn das soll Medienberichten zufolge ein neues Kunstmuseum werden.

Auf Schloss Hohenstein sollen dann Werke von zeitgenössischen und populären Künstlerinnen und Künstlern zu sehen sein, sagt Ralph Veil, der Vorsitzende der Oskar-Hacker-Stiftung, der das Schloss gehört, berichtet der Bayerische Rundfunk.

Der Startschuss für das Museum soll ab Anfang Juli eine Ausstellung mit Bildern sein, die der Musiker, Nobelpreis-Träger und Oscar-Gewinner Bob Dylan gemalt hat. Der Anlass ist der diesjährige 80. Geburtstag des US-Künstlers, der tatsächlich der erste Musiker war, der jemals den Nobelpreis für Literatur erhalten hat. Grund für die Jury: "Seine poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Songtradition." Dylan trägt zwei Ehrendoktortitel und wurde mit einem Pulitzer-Sonderpreis ausgezeichnet. Neben vielen weiteren Auszeichnungen und Ehrungen glänzt besonders der Orden der französchen Ehrenlegion.

Seit einigen Jahren malt Dylan auch. 2007 und 2008 waren bereits Bilder von ihm in München und Chemnitz zu sehen. Auch in namhaften Galerien in Fulda, Köln und Heilbronn sollen Werke Dylans ausgestellt werden, allerdings werde Schloss Hohenstein eine besondere Attraktion sein und besondere Werke ausstellen, so die Stiftung.

Das Kunstforum arbeitet mit der Galerie Premium Modern Art aus Heilbronn zusammen. Momentan laufen Vorbereitungen für das Museum und die erste Ausstellung.

Dylan-Bilder bis Oktober

Wenn es die Corona-Pandemie zulasse, sollen die gemalten Werke Dylans von Juli bis Oktober zu sehen sein. Für die Umsetzung des Museums auf Schloss Hohenstein habe man ein Kunstforum gegründet, so Stiftungsvorsitzender Veil weiter. Man wolle in, mit und über die Region hinaus wirken und keine Konkurrenz für bereits bestehende Kunst- und Kultureinrichtungen in Oberfranken sein, sondern vielmehr gemeinsame Projekte angehen.

Zusammen mit einer Zeitschrift habe man auch Pläne für einen jährlichen Preis für zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aus Bayern. Auch der Schlosspark Hohenstein soll in Zukunft genutzt werden, um zeitgenössische Skulpturen auszustellen. Er ist längst eine Attraktion für Botaniker, denn in und um den Park findet sich eine interessante Reihe seltener Gehölze. Schloss Hohenstein wurde im 14. Jahrhundert erbaut, seit 1976 war es im Besitz des Münchner Unternehmers Oskar Hacker. Nach dessen Tod 2016 ging das Schloss in seine Stiftung über. Stiftungsvorstand Ralph Veil ist der Großneffe des Gründers Oskar Hacker. red