Paula, Magdalena, Pawel und 32 weitere Mädchen und Jungen der katholischen Kindertagesstätte in Seubelsdorf halten ihre bunten Laternen fest in den Händen. Eine erwartungsfrohe Stimmung liegt in der Luft. Die 35 Kinder und ihre Erzieherinnen auf dem Lichtenfelser Marktplatz warten: "Wir warten darauf, dass der Baum eingeschaltet wird." Damit der prächtige Weihnachtsbaum der Stadt zum ersten Mal leuchtet, wird nicht nur schnöde ein Schalter umgelegt. Da haben auch die Kinder ein Wort mitzureden, besser gesagt zu zählen. Und zwar von zehn runter auf Null.
Traditionell beginnt die Einschaltfeier mit einem Laternenumzug. Danach ging es gemeinsam mit Korbstadtkönigin Maria I. im Schein unzähliger Laternen zum Lichtenfelser Marktplatz. Hier werden sie schon von der Bläsergruppe aus Unterlangenstadt erwartet.
"Ihr bringt uns ein wunderbares Geschenk, das Licht", begrüßte Bürgermeister Andreas Hügerich die Kinder. Die vier Wochen des Advents seien nicht gerade eine "stade Zeit", aber eine Zeit, die daran erinnert, dass es im Leben noch Dinge gibt wie Liebe und Menschlichkeit. An die Kinder und Erwachsenen richtete Hügerich den Rat: "Lassen Sie sich in den nächsten vier Wochen von der festlich geschmückten Stadt verzaubern."
Bevor der große Countdown beginnt, erzählte der Bürgermeister noch die Geschichte des kleinen Tannenbaums, den niemand haben wollte. Erst kurz vor dem Fest wurde er samt Wurzeln ausgegraben und erfreute wieder eingegraben seine Familie viele Jahre als Weihnachtsbaum. Als anschließend exakt zum richtigen Zeitpunkt hunderte Lichter am großen Weihnachtsbaum erstrahlten, war die Freude groß.
Auch heuer durften sich die teilnehmenden Kinder über Gutscheine der Stadt für Bratwürste, Kinderpunsch und eine Freifahrt in der Märcheneisenbahn freuen.
Entsprechend groß war der Andrang am Bahnsteig 1 des Lichtenfelser Märchenbahnhofs. Auch wenn der Schnee fehlt, so führt doch die Fahrt durch eine romantische Märchenlandschaft. Und so manches Kind hielt seine Fahrkarte fest in den Händen.
Den Dienst versehen heuer 16 Schaffner. "Wir sind kein kommerzielles Fahrgeschäft, bei uns dürfen die Kinder mehr als drei Runden drehen", berichtet Peter Dauth.


Aus Liebe zu den Kindern

In der Adventszeit fährt der hauptberufliche Zugbegleiter Sonderschichten im Lichtenfelser Märchenwald. Dafür nimmt er seit vielen Jahren drei Wochen seines Jahresurlaubs. Strahlende Kinderaugen und glückliche Eltern sind sein schönster Lohn. "Die Kinder sollen ihren Spaß haben und wiederkommen", erklärt Dauth und schmunzelt dabei.