Wander- und Naturfreunde on tour
Autor: Redaktion
Görau, Mittwoch, 07. Juni 2017
Bei einer Exkursion "Rund um Görau" trafen sich am Pfingstsonntag bei idealem Wetter am Nachmittag 36 Wander- und Naturfreunde. Das sah in der Frühe bei Sta...
Bei einer Exkursion "Rund um Görau" trafen sich am Pfingstsonntag bei idealem Wetter am Nachmittag 36 Wander- und Naturfreunde. Das sah in der Frühe bei Starkregen aber noch ganz anders aus. Jupp Schröder freute sich darüber, dass trotz der schlechten Wetteraussichten so viele tapfere Wanderfreunde nach Görau gekommen waren. Er erläuterte unterwegs die Besonderheiten des Ortes und der Landschaft. Die Teilnehmer staunten nicht schlecht, was der Verein "Naturfreunde Görauer Anger" unter Leitung von Elsbeth Düthorn sowohl in der Landschaftspflege als auch in der Dorfverschönerung alles bewegt hat. Schröder bescheinigte den Bürgern von Görau eine optimale Dorfgemeinschaft, wie man sie heute nicht mehr so oft antreffe. Zuerst wurde der sogenannte Holzbrunnen besichtigt. Dieser liegt mitten im Wald, circa 600 Meter entfernt, unterhalb der Ortschaft. Hier waren die Wege extra für die Wanderer ausgemäht worden. Der Brunnen mit Sandsteingewölbe war eingefallen und musste in mühsamer Arbeit wieder aufgebaut werden. Er diente früher der Wasserversorgung von Görau. Das kostbare Nass musste in Butten den Berg hinaufgetragen werden.
Den Bläher erläutert
Viele Bürger von Görau erinnern sich noch an diese schwere Arbeit, die hauptsächlich von Frauen und Kindern gemacht wurde. Schröder zeigte auch den sogenannten Bläher, den ehemaligen einfachen Brunnen des früheren Schlosses von Görau. Diesen hatten die Bürger von Schutt befreit und eine Brücke daneben gebaut. Auch ging Schöder auf die Bedeutung des Hüllweihers in der Dorfmitte ein, der als Feuerlöschteich und Viehtränke diente.Heute ist auf dieser Fläche ein Kinderspielplatz, der auch als Treffpunkt für Erwachsene dient. Die Wanderung, die circa zwei Stunden dauerte, führte vorbei an den renaturierten Hüllweihen unweit des Dorfes. Diese wurden 1996 von Schutt befreit. Schröder erläuterte dazu, dass das ganze Dorf dabei mitgeholfen habe. Die Teilnehmer der Exkursion überzeugten sich davon, dass hier wertvolle Feuchtgebiete entstanden seien. Die Weiher hätten früher sogar als zusätzliche Wasserversorgung gedient, erklärte Schröder. Gern würden die Kinder des Dorfes den Biotopbereich auch als Spielplatz annehmen. Dieser rege zudem zu Naturbeobachtungen an.
Auf dem freigelegten Görauer Anger genossen die Wanderer einen fantastischen Rundblick. Hier gab Schröder Erläuterungen zu der Entstehung der Landschaft. Das Jurameer und die Verschiebung der Erde hätten das jetzige Bild der Landschaft geprägt. Ein Gürtel mit Schwammriffkalken würde sich von Würgau über das Kleinziegenfelder Tal bis zum Görauer Anger hinziehen. Dieser sogenannte Frankendolomit bestimme die reizvolle Gegend. Unterwegs erklärte Schröder die Entstehung einer Doline, die am Ortsrand noch erhalten ist. Das Einbrechen eines Hohlraumes im Kalkstein habe eine tiefe Mulde im Gelände gebildet. Leider seien schon viele Dolinen in der Vergangenheit mit Schutt verfüllt worden. Solche geologischen Besonderheiten ständen aber heute unter Denkmalschutz, so Schröder. Elmar Opel, der bekannte Korbmacher aus Görau, erklärte dazu, dass sich die Doline im vergangenen Jahr plötzlich nochmals um zwei Meter gesenkt habe. Es gab unterwegs viele seltene Pflanzen zu bewundern. Dabei zeigte Schröder besonders die Flora des Halb- und Trockenrasens auf.
Im und am Gemeinschaftsraum des Feuerwehrhauses von Görau genossen die Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen das traditionelle Dorffest. Die Veranstaltung hatte die Umweltstation im Rahmen des Programmes Bayern-Tour Natur angeboten. Jupp Schröder