"G'stopfta Rumm" standen in dieser Woche auf dem Stundenplan der Volksschule Wallenfels. Im Unterricht lernten die Kinder der 1. bis 4. Klasse, wie das Leibgericht der Wallenfelser entsteht. Unter Anleitung von Gastwirt und Koch Uwe Eger sowie seiner Helfer Michael Förner und Hausmeister Uwe Fleischmann übten sie sich im Schälen, Schneiden und schließlich auch "Stopfen" des Gemüses.

Die Idee zum kulinarischen Unterricht entstand während der Bewerbung der Stadt Wallenfels für die Auszeichnung "100 Genussorte Bayern". "Der schönste Preis bringt uns nichts, wenn wir es nicht schaffen, die nächste Generation für die Spezialität zu interessieren", erkannte Jens Korn. Der Wallenfelser Bürgermeister stieß mit seinem Vorschlag, die kulinarische Besonderheit auch im Unterricht zu behandeln, sofort auf offene Ohren bei der Schulleitung.

Für Angela Neder, Rektorin der Grundschule Wallenfels, passt die praxisorientierte Heimatkunde in das Konzept ihrer Schule: "Als Bayerische Umweltschule ist es uns wichtig, die Kinder auch für gesunde Ernährung zu begeistern."

Zudem wollen wir den Kindern im Unterricht und Schulgarten auch ein Stück Heimat vermitteln", ergänzt Lehrerin Anne Neubauer. Da man als Umweltschule aber auch der Nachhaltigkeit verpflichtet sei, habe man Wert darauf gelegt, den Kindern den gesamten Produktionsprozess nahezubringen. Bereits im Frühjahr säte die AG Schulgarten gemeinsam mit dem örtlichen Gärtner Jan Müller verschiedene Gemüsesorten im eigenen Hochbeet an, für das die damaligen Vorschüler Füllmaterial gesammelt hatten. Auch im Klassenzimmer lernten die jungen Wallenfelser etwas über die Herkunft der "G'stopften Rumm".

"Wir sind besonders glücklich, viele Kooperationspartner in Wallenfels gefunden zu haben", freute sich Anne Neubauer. Neben dem Gärtner Jan Müller und Koch Uwe Eger engagierte sich auch Ortsheimatpfleger Franz Behrschmidt. Insgesamt 17 Kilo Gemüse, unter anderem Karotten, Erdkohlrabi, Lauch und Wirsing verarbeitete der Wirt der Egersmühle schließlich mit seinen jungen Helfern. Das Gemüse wurde zunächst geschält, geschnitten und dann in alten Holztrögen zerkleinert, also gestopft. Nach dem Einsalzen und Wässern muss die Masse nun für vier Wochen ruhen. In dieser Zeit macht eine Milchsäuregärung die Mischung haltbar.

Die Schülern waren jedenfalls mit Enthusiasmus bei der Sache. Mit den langen Schneidewerkzeugen arbeiteten sie so kräftig, dass das Klappern des Holztroges noch weit über den Schulhof zu hören war. Henry aus der 4. Klasse ist schon Experte, denn seine Großeltern gehören zu den wenigen Familien in Wallenfels, die noch selbst stopfen: "Ich mag die Rumm am liebsten mit Kloß". Auch Sarah kennt die Spezialität von zuhause. Das Gemüse ist zwar nicht ihr Favorit, "aber das Stopfen hat richtig Spaß gemacht." Matthias ist hingegen noch skeptisch. Die "Rumm" will er dennoch probieren, sie sind ja auch selber gemacht. In gut einem Monat können die Grundschüler herausfinden, ob sie Fans der süß-sauren Beilage werden. "Natürlich werden wir die Rumm dann auch verkosten", erklärt Anne Neubauer. red