Wie kaum eine andere musikalische Gattung wurde die Operette in der sogenannten "Silbernen Ära" von jüdischen Komponisten, Librettisten und Sängern geprägt. An sie und die Musikstücke und Texte dieser Zeit erinnert der Münchner Operettenforscher und Theaterwissenschaftler Stefan Frey mit einem Vortrag im Rahmen der Jüdischen Kulturtage in Bad Kissingen.

Manch einer kennt Stefan Frey als Moderator des "Operetten-Boulevard" im Bayerischen Rundfunk. Er kommt am Freitag, 6. Mai, ins "So Leb' ich-Ladencafé" in der Ludwigstraße 23 in Bad Kissingen.

Abwertung jüdischer Librettisten

Als Silberne Ära wurde von den Nationalsozialisten ein Zeitabschnitt in der Geschichte der Operette bezeichnet, der auf die goldene Ära der Wiener Operette folgte und von etwa 1900 bis 1940 dauerte. Mit dieser Bezeichnung sollten insbesondere jüdische Komponisten und Librettisten mehr oder minder stillschweigend vom Spielplan entfernt und abgewertet werden. Denn Silber ist

nunmal bekannterweise weniger wert als Gold.

Jüdische Librettisten schwieg man während des Regimes der Nationalsozialisten tot, strich ihre Namen aus Programmheften und von Plakaten. Viele Publikumslieblinge mussten fliehen oder wurden ermordet. Darunter Fritzi Massary, Max Pallenberg und Joseph Schmidt.

Karten

Karten für den Vortrag von Stefan Frey gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung Seitenweise, Ludwigstraße 21 in Bad Kissingen, und unter Tel.: 0971/ 46 46. red