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Vorschüler lernen in Stockheim Gefahren auf dem Schulweg kennen


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Stockheim, Donnerstag, 13. Juli 2017

Über 40 Grundschüler, die im September in die Grundschule Stockheim eingeschult werden, nahmen mit ihren Eltern und teils sogar Großeltern an der Verkehrserziehung in Zusammenarbeit mit Kreisverkehrswacht, Polizeiinspektion Kronach, Grundschule Stockheim sowie der Gemeinde Stockheim teil.
Spannend war es als eine kleine ABC- Schützin auf dem Fahrersitz des Schülerbusses Platz nehmen durfte. Im „Toten Winkel“ (links) konnte sie kein einziges Kind sehen, während PHK i.R. Helmut Förtsch wichtige Tipps beim Einsteigen gibt.


Die Gefahr auf dem Schulweg lauert überall. Polizeihauptkommissar i.R. Helmut Förtsch engagierte sich seit Jahren bei der PI Kronach für die Verkehrserziehung und ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich in der Kreisverkehrswacht in der Verkehrserziehung tätig. In einem theoretischen Teil informierte er über Gefahren die am Schulweg, am Weg zum Schulbus und vor dem Einsteigen in den Schulbus auf die ABC- Schützen lauern. „Gehen Sie vor Schulbeginn den Weg zur Bushaltestelle mit ihrem Kind ab und suchen Sie den sichersten Weg für das Kind“, ist ein wichtiger Ratschlag.

Dann an der Bushaltestelle müssen die Kinder sich richtig Verhalten. Der Schulbusfahrer sitzt hoch im Bus und sieht die Kinder nicht vor, nicht hinter dem Bus und auch nicht neben dem Bus. Stichwort „Toter Winkel“. Anhand einer ausgebreiteten „Toter Winkel“ Folie wurde deutlich, wie groß das Feld ist das ein Busfahrer nicht einsehen kann, hier ist besondere Vorsicht geboten.

Aber auch das Einsteigen in den Bus und das Verhalten im Bus sowie das Aussteigen will gelernt sein. Und an die Eltern appelliert Förtsch, die Kinder nicht im Glauben zu lassen wenn das Männchen an der Fußgängerampel grün zeigt, dass das Kind drauf los laufen darf. Bitte sagen sie ihrem Kind, dass ein Grün an der Ampel für den Fußgänger keinen Freischein für eine sichere Straßenquerung bedeutet. Leider gibt es viel zu viele Autofahrer die auch bei roter Ampel nicht halten und einen Fußgängerüberweg überfahren. also auch hier besonders aufpassen weiß der erfahrene ehemalige Polizist. Ich bin nicht gegen Ampeln sondern für Ampeln bekräftigt er auf einen Einwand einer Mutter, dass man doch in Neukenroth eine Ampel beantragt habe damit die Kinder sicherer über die B 85 kommen.

Das ist völlig richtig und in Ordnung findet Förtsch nur muss man trotzdem mit dem Fehlverhalten mancher Autofahrer rechnen, darauf sollten Sie ihr Kind sensibilisieren, rät er. Zu leichtsinnig nehmen auch Eltern mit ihren Fahrzeugen am Straßenverkehr teil, wenn sie ihre Sprösslinge selbst zur Schule bringen. Er könne dabei immer wieder beobachten, dass falsch geparkt  und sogar auf Gehwegen geparkt werde. Wichtig ist auch, für Kinder bis zwölf Jahren einen geprüften Kindersitz im Auto zu verwenden. Zum Schluss unterstreicht Förtsch seine Warnungen noch mit Zahlen.

2015 gab es insgesamt 4794 Verkehrsunfälle mit Kindern zwischen fünf und acht Jahren, davon elf Todesfälle und 4783 mit Verletzungen. Darin sind nicht sogenannte Kleinunfälle erfasst bei dem es nur Blessuren gab, weil diese nicht statistisch gemeldet und erfasst werden. Polizeihauptmeister Heiko Sesselmann gab dann Tipps für das richtige Einsteigen und Aussteigen in den Schulbus und auch für das richtige disziplinierte Verhalten während der Busfahrt zur Schule und auf dem Heimweg. Rektorin Astrid Kestel unterstrich in ihrer Begrüßung die Bedeutung und Wichtigkeit eines solchen Verkehrserziehungstags vor Schulbeginn für Eltern und Kinder.

Die Grundschule Stockheim habe das Leitbild gemeinsam für eine gute, gesunde und sichere Schule zu sein, daher gibt es seit Jahren diese wichtige Verkehrserziehung. Bürgermeister Rainer Detsch freute sich über die hohe Teilnehmerzahl an Eltern und Vorschülern und dankte der Schulleitung, dem Sicherheitsbeauftragten der Schule, Siegbert Jakob und natürlich den beiden Verkehrserziehern Förtsch und Sesselmann. Er dürfe selbst in den Genuss kommen die Schulbusfahrt mitzuerleben und werde dabei den angehenden ABC- Schützen auch gleich die schönen Gemeindeteile zeigen können.

Elternbeiratsvorsitzende Susanne Scherbel betonte die Wichtigkeit dieser Schulung für Eltern wie Kinder und sie freute sich über das große Interesse. In einer Filmvorführung wurden Eltern auf Schwerpunkte der Verkehrssicherheit auf dem Schulweg hingewiesen, während es für die Kinder mit dem Schulbus eine Rundfahrt zu den Bushaltestellen gab, um jede Einzelne kennenzulernen und deren besondere um hier nochmals auf richtiges Verhalten hingewiesen zu werden. Den Autofahrern wurde nahegelegt, wenn ein Schulbus die Pannenblinker setzt wird nicht mehr überholt und wenn er angehalten hat gilt nur noch Schritttempo.