"Die Kassenlage der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach ist geordnet. Die Verwaltungsgemeinschaft ist seit dem Haushaltsjahr 2010 schuldenfrei", sagte Kämmerer Michael Weigand, als er in der Sitzung der Gemeinschaftsversammlung den Entwurf des Haushaltsplans für das gerade begonnene Jahr 2022 vorstellte. Bei derart rosigen Aussichten hatten die Mitglieder aus den drei Gemeinden Markt Maßbach, Rannungen und Thundorf keine Probleme, den Haushaltsplanentwurf ohne eine lange Diskussion und einstimmig zu verabschieden.

Der Verwaltungshaushalt umfasst, wie der Name schon sagt, vor allem die Einnahmen und Ausgaben für die laufende Verwaltung. Er hat ein Volumen von 1,57 Millionen Euro, das sind knapp 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Fast 78 Prozent (1,22 Millionen Euro) davon sind Personalausgaben für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft. Diese Steigerung um 90 000 Euro wird mit den tariflichen Erhöhungen der Löhne und Gehälter und der Einrichtung eines technischen Bauamtes in der Verwaltungsgemeinschaft begründet.

Dies erhöhe zwar einerseits die Umlage der Mitgliedsgemeinden an die Verwaltungsgemeinschaft, sorge aber umgekehrt bei ihnen für Kosteneinsparungen bei Planungskosten, hieß es. Die Verwaltungsgemeinschaft hat ihren Sitz im Maßbacher Rathaus, das der Marktgemeinde gehört. Sie bekommt dafür jedes Jahr 30 000 Euro Miete. 20 000 Euro werden für Bücher und Zeitschriften fällig. "Digital wäre das auch nicht billiger" kommentierte Matthias Klement, der Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft.

Standesamt in Münnerstadt

Für das Standesamt stehen 20 000 Euro Ausgaben im Haushalt. Die Verwaltungsgemeinschaft zahlt 2,50 Euro pro Einwohner pro Jahr an die Stadt Münnerstadt, die seit Herbst 2020 diese Aufgabe übernimmt. Die Post- und Versandgebühren (12 500 Euro), die Reinigung des Rathauses (10 800 Euro), Heizungskosten (7000 Euro) oder Stromversorgung (6000 Euro) sind eher kleinere Posten.

Die Jahresrechnung für das letzte Jahr ist noch nicht komplett. Es wird allerdings damit gerechnet, dass sie mit einem Überschuss in Höhe von knapp 80 000 Euro abschließt, so Kämmerer Michael Weigand. Dieser Betrag wird nun als Einnahme im Haushalt 2022 verbucht und verringert die Umlage, die die Mitgliedsgemeinden an die Verwaltungsgemeinschaft zahlen müssen. Im Verwaltungshaushalt können in diesem Jahr 1,28 Millionen Euro nicht durch Gebühren und andere Einnahmen gedeckt werden. Sie werden nach der Einwohnerzahl auf die Mitgliedsgemeinden umgelegt. Pro Einwohner werden 197,04 Euro fällig, 2021 waren es nur 185,7 Euro. Zur Finanzierung ihres Haushalts bekommt die Verwaltungsgemeinschaft vom Freistaat eine Zuweisung dafür, dass sie staatliche Aufgaben erledigt. Dafür gibt es 18,42 Euro pro Einwohner. Dieses Jahr wird mit 118 980 Euro gerechnet.

Die Einwohnerzahl der Verwaltungsgemeinschaft ist von 6488 auf 6483 gesunken, so gibt es etwas weniger als im Vorjahr. Zwischen den Jahren 2012 und 2021 (jeweils am 30. Juni) hat die Einwohnerzahl von 6925 auf 6483 abgenommen. Am stärksten war der Rückgang im Markt Maßbach von 4678 auf 4322.

Der Abwasserzweckverband Obere Lauer zahlt an die Verwaltungsgemeinschaft eine Umlage von 55 260 Euro, da der Zweckverband seinen Sitz im Rathaus hat und die Verwaltungsarbeiten dort erledigt werden. Der Vermögenshaushalt der Verwaltungsgemeinschaft umfasst in Einnahmen und Ausgaben 174 150 Euro. Voriges Jahr waren es 188 940 Euro. Damit sollen unter anderem Büroschränke angeschafft und die Digitalisierung vorangetrieben werden.