Unternehmen sind zufrieden, aber Markt für Fachkräfte ist wie leergefegt

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Die Unternehmen aus dem Landkreis Forchheim sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage sehr zufrieden und gehen auch optimistisch in die Zukunft. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage ...

Die Unternehmen aus dem Landkreis Forchheim sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage sehr zufrieden und gehen auch optimistisch in die Zukunft. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken (Bayreuth).
Auffällig sind laut Pressemitteilung die Rückmeldungen zum Auslandsgeschäft. Sowohl bei der Bewertung des Auftragsvolumens aus dem Ausland als auch bei den Erwartungen an die kommenden zwölf Monate liefert Forchheim in Oberfranken die Spitzenwerte. "Gerade in vielen Industriebetrieben sind die Kapazitäten weitgehend ausgelastet, weil unsere Unternehmen auf den Märkten im Inland und vor allem im Ausland sehr erfolgreich tätig sind. Den größten Engpass stellen inzwischen aber die fehlenden Fachkräfte dar", erklärt der Vorsitzende des IHK-Gremiums Forchheim, IHK-Vizepräsident Michael Waasner.
Ihre aktuelle Geschäftslage nennen 43 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Landkreis Forchheim gut, elf Prozent nennen sie schlecht. 46 Prozent stufen die Lage des eigenen Betriebes als befriedigend ein. Damit setzt sich die Phase der Hochkonjunktur auch im Wirtschaftsraum Forchheim fort, wenn auch leicht verschlechtert zur letzten Einschätzung im Januar.


Trotz Brexit und Embargo

"Die Diskussionen um den Brexit, das Embargo gegen Russland, der wachsende Protektionismus, die Krise im Nahen Osten oder die Handelspolitik der USA haben sich auf das Geschäft unserer Unternehmen offenbar noch nicht ausgewirkt", freut sich Waasner, der aber mahnt: "Die Konjunktur ist filigran. Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass die wirtschaftliche Lage so positiv bleibt. Das muss auch die Politik bei ihren Entscheidungen berücksichtigen." Gerade bei der Unternehmensbesteuerung sieht der IHK-Vizepräsident im internationalen Vergleich Handlungsbedarf.
Aktuell erwarten die Unternehmen im Landkreis Forchheim, dass es weiter aufwärts geht. 87 Prozent der befragten Unternehmen wollen im kommenden Jahr investieren. Im Vordergrund stehen dabei Investitionen in Ersatzbeschaffung, Produktinnovation und Rationalisierung. Vorsichtig ist die Forchheimer Wirtschaft dagegen bei der Prognose zur weiteren Beschäftigtenentwicklung und geht von einer leicht rückläufigen Zahl der Beschäftigten aus. "Bei einer Arbeitslosenquote in Forchheim von nur 2,5 Prozent im April ist das kein Wunder. Der Markt für gut ausgebildete Fachkräfte ist wie leergefegt", konstatiert Waasner.
Umso mehr erhofft sich der Forchheimer IHK-Gremiumsvorsitzende von Politik und Gesellschaft ein deutliches Bekenntnis zur dualen Berufsausbildung. So sei es ein gutes Zeichen, dass es in der Oberstufe der Gymnasien künftig eine Berufsorientierung geben wird. red