Geschenke gab's nicht, aber Lob und Anerkennung sind die Zahlen der Touristikerin Bianca Müller für die drei Fränkische-Toskana-Gemeinden Litzendorf, Memmelsdorf und Strullendorf allemal, die Müller dem Gemeinderat der großen Familiengemeinde Memmelsdorf in der jüngsten Ratssitzung vorlegen konnte.

Keine Geschenke seien solche Ergebnisse, immerhin eine Steigerung von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr bei den Übernachtungen in Memmelsdorf, erklärte Erster Bürgermeister Gerd Schneider (parteilos) dann auch in der Sitzung. Denn hinter den in Zahlen gespiegelten Erfolgen stecke sehr viel systematische und ideenreiche Arbeit von Bianca Müller und Hannes Fischer. Beide arbeiten unermüdlich und mit Gespür für mittelfristig dauerhafte Entwicklungen am positiven Bild der Fränkische-Toskana-Gemeinden.

Die Gastronomie vor Ort, so Müller, ziehe vorbildlich mit und die Bettenauslastung reiche in Memmelsdorf mit 50 Prozent Auslastung mittlerweile an den Bamberger Durchschnitt heran, der bei 51 Prozent liege. Im gesamten Landkreis gehe bei einer Auslastung von gut 35 Prozent aber noch einiges mehr. Die Verweildauer der Gäste von 1,9 Tagen sei annehmbar, aber eben ausbaufähig. Für die Ferienwohnungen am Ort betrage die Verweildauer immerhin fünfeinhalb Tage und der Umsatz, den die Vermieter erzielen konnten, die über die Plattform der Fränkischen Toskana erreichbar sind, habe im vergangenen Jahr 375 Euro betragen, was einer Umsatzsteigerung von einem Drittel gegenüber dem Vorjahr entspreche, so Müller.

Auch im kommenden Jahr würden sie und Fischer wieder auf den wichtigen Tourismusmessen vertreten sein und ein unbestrittenes Flaggschiff der Fränkischen Toskana, das Bierkulturfest, starte am ersten Mai 2020 in Memmelsdorf. Ebenso finde der Apfelmarkt 2020 in Memmelsdorf statt, zu dem sich in diesem Herbst, als er in Strullendorf stattfand, um die zehntausend Gäste eingefunden haben. Im September 2020 wird außerdem "Memmelsdorf leuchtet" auf dem Programm stehen.

Erfolgsgeschichten

Und noch zwei Erfolgsgeschichten purzelten der Touristikerin aus dem Füllhorn des Erfolges, die beweisen mochten, dass Erfolg der Lohn für weitsichtige Planungsarbeit und Ideenreichtum ist. Einmal, so Müller, habe Memmelsdorf im November neue komfortable Wohnmobilstellplätze in Sichtweite zu Schloss Seehof eingeweiht, das sei ein exzellentes Alleinstellungsmerkmal für die Gemeinde. Darüber hinaus werde zusammen mit der Universität Bamberg ein kulturhistorischer Spaziergang erarbeitet, der möglichst viele der etwa 45 000 Seehof-Touristen bald auch in die Gemeinde Memmelsdorf führen soll. "Sie sehen, Ihr Geld ist sehr gut angelegt", schloss Müller ihre Bilanz unter Beifall des Ratsgremiums. Wäre nur noch anzumerken, dass die souveräne Touristikerin Müller zusammen mit allen im Tourismussektor engagierten Amtlichen und Ehrenamtlichen ihr Budget von 123 000 Euro strikt eingehalten hat.

Und weil's damit an Erfolgsmeldungen zum Jahresende 2019 noch nicht genug war, durften auch Angelique Brink und Felix Degenhart zur Arbeit im Mehrgenerationenhaus "Mittendrin" und zur Jugendarbeit in der Gemeinde berichten. Auch bei dieser Bilanz wurde schnell deutlich, weshalb sich die Gemeinde Memmelsdorf mit Fug und Recht "Familiengemeinde" nennen mag. Diese Aufgaben sind keine Selbstverständlichkeit für die Gemeinde, so Bürgermeister Gert schließlich. Es handelt sich dabei um freiwillige Leistungen der Kommune für die Bürger. Daher dankte er ausdrücklich auch dem Gemeinderat über alle Fraktionen hinweg, dass er diese Projekte vorbehaltlos unterstütze. Alle Räte trügen somit immer wieder mit großem Engagement dazu bei, dass Memmelsdorf so lebenswert bleibt, wie es ist. Wer von den Gästen bei der Ratssitzung nun gedacht hat, dass dieses Lob Schneiders für das Memmelsdorfer Kommunalparlament nicht mehr zu toppen sei, der sah sich getäuscht. Denn in der abschließenden Runde der Fraktionen, in der gute Vorsätze für den Kommunalwahlkampf 2020 formuliert wurden, kristallisierte sich heraus, dass der Wunsch der SPD-Fraktion letztlich der Wunsch aller war. Eigentlich wünsche man sich, dass alles so bleibe, wie es zuletzt gewesen sei im Rat von Memmelsdorf, so die Quintessenz. Ausnahmslos alle Räte hätten sich den vergangenen fünf Amtsjahren immer ehrlich und ausdauernd zum Wohl aller Bürger engagiert, stimmten die Fraktionsvorsitzenden dann auch überein.