TV Gelnhausen - HSC Bad Neustadt 36:20 (14:8).

Dieses neuerliche Debakel für den HSC wird wohl endgültig zu einem personellen Umbruch mit Blick auf die nächste Saison führen. "Ich habe nach dem Spiel jeden Spieler im Einzelgespräch gebeten, mir zu sagen, ob er noch Bock hat, für den HSC zu spielen", so Coach Frank Ihl.

Diese Frage lässt keine Zweifel aufkommen, warum die wenigen Zuschauer in Gelnhausen eine einseitige Partie erlebten. Die Saalestädter gingen mit dem ersten Angriff durch Maximilian Drudes einzigen Treffer in Führung und hielten die Partie mit Derbycharakter bis zum 4:4 offen - wobei Felix Wolf drei Treffer in Folge gelangen.

Doch dieser hatte nach zwölf Minuten sein Pulver verschossen, scheiterte danach mehrmals am überragenden TV-Keeper Julian Lahme und machte noch vor dem Seitenwechsel Christopher Früh auf Linksaußen Platz.

Faden völlig verloren

Nach einer Viertelstunde setzten sich die Hessen durch sechs Treffer in Serie auf 10:4 ab - die frühe Vorentscheidung. "In dieser Phase haben wir in der Deckung gegen den Tempohandball des Gegners keinen Zugriff gefunden, haben uns ins der Offensive schwach in der Chancenverwertung präsentiert und wurden durch Schiedsrichterentscheidungen nicht beglückt", rekapitulierte Ihl.

Wirkungslos blieb die von ihm genommene Auszeit; Ihls Schützlinge fanden bis Spielende den Faden nicht wieder.

Ihr erfolgreichster Schütze, Benjamin Herth erzielte noch vor dem Seitenwechsel die Treffer sechs, sieben und acht für seine Farben. Doch große Hoffnung auf einen Punktgewinn verhieß das nicht mehr.

Wer je von den wenigen Gästefans von einer Aufholjagd träumte, sah sich zu Beginn des zweiten Durchgangs ernüchtert. Denn nun legten die Gelnhausener eine Schippe drauf. Besonders die torgefährlichen Cedric Marquardt und Fynn Hilb waren nicht mehr zu stoppen. Als ihr Spielmacher Jonathan Malolepszy den Vorsprung mit dem 20:11 ausgebaut hatte, waren erst 38 Minuten gespielt.

Die zweite Auszeit der Gäste zeigte nur kurz Wirkung; Franziskus Gerr und Filip Susnjara verkürzten zum 21:13. Doch die folgende Rote Karte für Drude - "warum er diese wie wenig später auch Benny Kleinhenz bekommen hat, habe ich nicht gesehen", so Ihl - machte alle Hoffnungen zunichte.

Der HSC-Coach war seiner Linkshänder im Rückraum beraubt. "Ich habe dann nicht nur einen Torhüterwechsel vorgenommen. Vor Felix Schmidl habe ich mit Noah Hahn, Leon Schröder, Christopher Früh und Dominic Buchmüller die vier jüngsten im Kader spielen lassen. Diese gilt es langfristig aufzubauen", sagte Ihl.

Ballverluste konsequent bestraft

Gewachsen war das Quartett dem Wirbel-Handball der Heimsieben nicht. Gerade Marquardt (9/2), der bei Kontern teils haarsträubende Ballverluste konsequent bestrafte, und Hilb (9) mit präzisen Sprungwürfen trafen nach Belieben.

Fünf Minuten vor Ende hatten die Gastgeber wie im Hinspiel einen 14-Tore-Vorsprung (31:18) herausgeworfen; Marquardt und Hilb erhöhten noch. Dominic Buchmüller konnte bei einem Siebenmeter sein erstes Saisontor für den HSC erzielen, nutzte die Chance nicht. Herth sorgte für den Endstand.

"Es stellst sich für mich die Qualitätsfrage so manches Spielers. Um in dieser Liga mithalten zu können, musst du mehr aufs Parkett bringen", so der Trainer. Trotzdem hat er den Klassenerhalt nicht abgeschrieben.Über die Feiertage werden er und die HSC-Verantwortlichen sich "Gedanken machen, mit welchen Spielern wir mittel- und langfristig planen". sbp Tore für den HSC: Benjamin Herth (7/4), Filip Susnjara (4), Felix Wolf (3), Franzikus Gerr (2), Christopher Früh (2), Benedikt Kleinhenz (1), Maximilian Drude (1).