TKV: Tosun will eine Serie starten

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TKV-Spielertrainer Arif Tosun (li.) setzt sich hier gegen den Vestenbergsgreuther Esad Alijaj durch. Foto: Archiv
TKV-Spielertrainer Arif Tosun (li.) setzt sich hier gegen den Vestenbergsgreuther Esad Alijaj durch.  Foto: Archiv

Die Situation der Forchheimer in der Kreisklasse 1 ER/PEG scheint aussichtslos, doch mit dem Appell an die Ehre und einigen Neuzugängen will der Trainer den zweiten Abstieg in Folge verhindern.

Die Hinrunde des TKV Forchheim ist zum Vergessen. Die Mannschaft von Trainer Arif Tosun steht in der Kreisklasse 1 ER/PEG auf dem letzten Platz und hat noch keinen einzigen Punkt eingefahren. Die Lage scheint aussichtslos, doch an Aufgeben ist beim Schlusslicht nicht zu denken. Auch, weil mindestens drei neue Spieler kommen.


Mehr als fünf Gegentore pro Spiel

14 Spiele, null Punkte und 78 Gegentore - so liest sich die verheerende Bilanz des TKV. Nach dem Abstieg in der vergangenen Spielzeit gab es einen Neuanfang, dennoch oder vielleicht gerade deshalb drohen die Forchheimer, in die A-Klasse durchgereicht zu werden. "Wir haben teilweise Probleme, elf Leute zusammenzukriegen", hadert Tosun, der das Amt kurz vor Ende der Spielzeit 2016/2016 übernahm. "Es fehlt auch ein bisschen die Qualität. Aber ich bin dankbar, dass die Jungs da sind, sich Woche für Woche hinstellen und ihren Kopf hinhalten. Sie geben in den Spielen alles, aber es reicht halt einfach nicht. Uns fehlt es im körperlichen und im taktischen Bereich", analysiert der 44-Jährige.
Der TKV hält in den Spielen meistens bis zur 50. oder 60. Minute gut mit und knickt dann ein. So lassen sich auch die 78 Gegentreffer erklären. Aber was tut man als Trainer, wenn es Woche für Woche eine saftige Abreibung gibt? "Ich packe die Spieler bei ihrer Ehre", erklärt der Coach. "Ich sage: Wir sind gemeinsam ins Boot gestiegen und versuchen, das jetzt so lange es geht auf dem Wasser zu halten. Wir werden bis zum Schluss alles geben, was in unserer Macht steht."
Zu den Übungseinheiten begrüßt Tosun teilweise nur fünf, sechs Mann, an anderen Tagen sind es aber auch 13 bis 14. Vor der Saison war allen beim Türkischen Kulturverein bewusst, dass es schwer werden würde. Auch die Ligeneinteilung hatte den Übungsleiter verärgert. Von den Fahrtwegen her ist die Kreisklasse 1 mit vielen Erlanger Mannschaften alles andere als ideal. "Ich habe erwartet, dass es schwer wird. Aber nicht, dass es so schlecht läuft", gibt Tosun zu.
Nach 14 Niederlagen am Stück fiel die Partie der Forchheimer am Sonntag gegen den bisherigen Spitzenreiter ATSV Erlangen II wegen schlechter Platzverhältnisse aus. Geplant sind vor dem Winter noch Begegnungen beim neuen Tabellenführer Eltersdorf II und zu Hause gegen die Reserve aus Baiersdorf. "Ich weiß nicht, ob die Spiele stattfinden, das kommt ja auch auf Eltersdorf an", sagt Tosun und schiebt nach: "Wir können auch nicht sagen: Es ist besser, wenn wir nicht spielen. Aber sollten sie ausfallen, wäre mir das lieber", erklärt der Coach grinsend.
Dann würden die Forchheimer diese Begegnungen erst nach dem Winter absolvieren. Zeit, um an der Fitness der Akteure zu feilen, zum anderen schaut sich der Klub nach Neuzugängen um. "Wir wollen den Neuanfang mit unseren Jungs schaffen", stellt der Übungsleiter klar. "Wir werden kein Geld ausgeben, sondern versuchen, Spieler, die aus der Gegend sind und schon einmal beim TKV gespielt haben, zurückzuholen."


Ali Aksoy kommt aus Trailsdorf

Drei Neue vermeldete der Verein bereits am Montag via Facebook. Der 22-jährige Abwehrspieler Ali Aksoy hat zuletzt im September für Trailsdorf gekickt und ist ab März 2017 spielberechtigt. Außerdem kommt Offensivmann Enver Hantal (25 Jahre), der bereits von 2009 bis 2011 beim TKV am Ball war. Die dritte Verstärkung ist Emre Yesilbas vom Nachbarverein SC Neuses. Auch er war schon einmal für die Forchheimer aktiv. "Das sind gute Spieler, die uns auf jeden Fall weiterhelfen", freut sich Tosun.
Doch das sollen nicht die einzigen Wintertransfers beim Tabellenschlusslicht bleiben. "Wenn die weiteren vier Leute kommen, die wir in Aussicht haben, dann werden wir eine Serie starten", sagt Tosun optimistisch. Es sind noch reichlich Punkte zu vergeben, rechnerisch können die Forchheimer den Klassenerhalt noch schaffen. Doch selbst wenn nicht: "Wir ziehen das zusammen durch", verspricht Tosun.