Timo Ehrhardt strebt seine dritte Amtszeit an. Der Bürgermeister wurde am Mittwochabend in der Hermann-Söllner-Halle mit zwölf Stimmen der SPD-Mitglieder gewählt. Somit erhielt der 41-Jährige 100 Prozent.

Der SPD-Kreisvorsitzende Ralf Pohl meinte: "Ich bin sicher, dass Ehrhardt in Ludwigsstadt ein großes Ergebnis bekommen wird!" Und dieser meinte: "Der Job des Bürgermeisters macht mir sehr viel Spaß!"

Es war eine harmonische Nominierungsveranstaltung. Timo Ehrhardt erinnerte an seine erste Kandidatur im Jahre 2008. Damals sei eine ganz andere Ausgangslage vorhanden gewesen: Die Stadt hatte 14 Millionen Euro Schulden und es lag ein Investitionsstau vor.

Mittlerweile habe sich die Situation geändert. In den letzten zehn Jahren wurden insgesamt 42 Millionen Euro in Projekte und Infrastrukturmaßnahmen investiert. Der Eigenanteil der Stadt lag bei zwölf Millionen Euro. Trotz aller Investitionen konnten die Schulden auf rund sechs Millionen Euro Ende 2019 reduziert werden. Erhhardt erwähnte dabei auch die vielen Förderungen, die die Stadt unter anderem für Infrastrukturmaßnahmen, Beseitigung von Leerständen, städtebauliche Entwicklung etc. erhalten habe. Er teilte den Anwesenden mit, dass er am 29. November einen Zuwendungsbescheid für Stabilisierungshilfen in Höhe von 2,4 Millionen Euro entgegennehmen kann. Somit könne eine Sondertilgung geleistet werden.

Sachlich diskutiert

Ehrhardt betonte die gute Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg, räumte aber auch ein, dass es durchaus kritische und schwierige Themen im kommunalen Gremium gebe. Nicht immer sei man einer Meinung, aber bisher habe man sich damit sachlich auseinandergesetzt. Letztendlich habe immer eine gute Lösung gefunden werden können. Für ihn sei es auch ein gutes Gefühl gewesen, acht Mandatsträger aus seiner Fraktion hinter sich zu haben. Er meinte: "Wir haben das Umfeld genutzt und die Chancen wahrgenommen!" Die Stadt habe fast jedes Fördermittel ausgeschöpft. Investiert habe man dabei fast immer in "tatsächlich notwendige Projekte".

Ehrhardt betonte, dass die Stadt selbst keine Arbeitsplätze schaffen könne, aber sie könne für entsprechende Rahmenbedingungen wie Infrastrukturen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf etc. schaffen. Er betonte auch, dass im Gremium alle Ortsteile berücksichtigt werden. So werden beispielsweise die "Steemicher" gehört, wenn es darum geht, einen Funkmast in ihrer Gemeinde aufzustellen.

Er war auch sicher: "Das Bild von Lauenstein wird sich in den nächsten Jahren verändern!" An dem Zeitpunkt, an dem der Freistaat in der Burg Lauenstein seine sechs Ferienwohnungen gebaut haben wird, werden auch die Straßenverhältnisse anders sein. In Angriff nehmen wolle man auch die Dorferneuerung in Ottendorf.

Froh über Privatinvestoren

Zwei Großprojekte, die nicht so wie gewünscht laufen, seien die Fläche um den ehemaligen KEZ und die Jahns-Bräu-Brache. Er sei deshalb froh, dass es Privatinvestoren gebe. Bei der Jahns-Bräu-Brache, so der Bürgermeister , gehe es um eine Investition in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Die Stadt wolle sich mit 3,7 Millionen Euro daran beteiligen und das Geld für die öffentlich genutzten Flächen und unwirtschaftliche Bereiche zur Verfügung stellen.

Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Ludwigsstadt, Hubert Bischoff, lobte den Bürgermeister mit seiner Verwaltung und den geschäftsleitenden Beamten, Frank Ziener. Sicherlich habe Ludwigsstadt viele Förderungen erhalten. Aber bevor man diese bekomme, müssten auch viele Anträge und Formalitäten erledigt werden. Es spreche für Ludwigsstadt, wenn bei der Regierung geäußert werde: "Anträge aus Ludwigsstadt brauche man eigentlich gar nicht zu prüfen." Und er meinte humorvoll: "Du hast noch viel zu tun, wir brauchen nicht nur ein Feuerwehrhaus, sondern auch eine Turnhalle!" vs