Tauben füttern schadet den Tieren - und der Stadt
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Coburg, Freitag, 29. Januar 2016
Über zehn Tonnen weniger Taubenkot in der Innenstadt: So lautet auch 2015 die Bilanz der städtischen Taubenschläge ("Coburger Taubenaktion"). Wie das Ordnungsamt nun mitteilte, kon...
Über zehn Tonnen weniger Taubenkot in der Innenstadt: So lautet auch 2015 die Bilanz der städtischen Taubenschläge ("Coburger Taubenaktion"). Wie das Ordnungsamt nun mitteilte, konnte Taubenschlagbetreuer Wolfgang Lukas in den drei städtischen Taubenschlägen (Stadthaus, Gemüsemarkt, Judentor) 1018 Eier unschädlich machen. Da jede geschlüpfte Taube jährlich etwa zehn Kilo Nasskot produziert hätte, verhinderte der Gelegeaustausch über zehn Tonnen zusätzlichen Taubendreck in der Fußgängerzone. Dazu kommen mehrere Zentner Taubenkot aus den Taubenschlägen selbst.
Allerdings vermeldet das Ordnungsamt auch, dass das illegale Taubenfüttern in letzter Zeit wieder zunehme.
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"Vor allem in der Mohrenstraße, Hindenburgstraße und im Josiasgarten legen Unbekannte immer wieder heimlich große Futtermengen aus." Doch das halte die Tauben von den städtischen Taubenschlägen fern, gibt Wolfgang Lukas zu bedenken. Dort gebe es aber ständig artgerechtes Futter, sauberes Wasser, stressfreie Brutplätze - und vor allem kann Lukas dort die Eier wegnehmen und so übermäßigen Taubennachwuchs verhindern.
Straßenfütterung schade den Tauben und mache sie krank, heißt es in der Mitteilung des Ordnungsamts: Weil sie bequem Nahrung finden, vermehren sie sich schneller, konkurrieren um die Nistplätze, und das führt zu Dauerstress, Krankheiten und Parasiten. Abfälle wie verschimmeltes Brot oder alte Nudeln, die Salmonellenerkrankungen bei den Tauben hervorrufen können, belasten die Tiere zusätzlich.
"Als Ordnungswidrigkeit kann das Füttern außerhalb der Taubenschläge sogar mit Bußgeld geahndet werden", warnt das Ordnungsamt. Die "Coburger Taubenaktion" ruhe auf den drei Säulen Gelegeaustausch, privates Fütterungsverbot und bauliche Abwehrmaßnahmen. Das verbessere insgesamt die Lebensbedingungen der Tauben.
Wolfgang Lukas ist gern bereit, das alles zu zeigen, und führt auch regelmäßig Gruppen in einen der Taubenschläge. Wenn es seine Zeit erlaubt, berät er private Hausbesitzer. Wer sich für die städtischen Taubenschläge interessiert und dort legal füttern möchte, kann im Ordnungsamt gerne einen Besichtigungstermin mit Wolfgang Lukas vereinbaren. red