Corona treibt seine Späßchen mit den Menschen, indem es für zeitliche Verzögerungen sorgt. Im Falle Frieda (83) und Fritz Porisch (83) waren es knapp fünf Monate. Das für Mai geplante Fest des 60-jährigen Ehejubiläums konnte erst jetzt stattfinden, was der Sache aber keinen großen Abbruch tat:

Ständchen vom Gesangverein

Der Gesangverein sang ein Ständchen, Landrat Hermann Ulm (CSU) und Bürgermeister Stefen Förtsch (CSU) kamen zum Gratulieren. Für die beiden Politiker ist es ein Fest superlativer Mitbürger. "Die ehrenamtlichen Verdienste der beiden sind so vielseitig, dass ein Zettel nicht dafür ausreicht, alles zu erwähnen", meinte Bürgermeister Förtsch eingangs seiner Dankes- und Grußwortrede und übergab der Presse eine genaue Auflistung aller Verdienste der beiden.

Das wichtigste daraus: Fritz war 70 Jahre aktiv im Posaunenchor tätig und 60 Jahre lang im Vorstand des Gesangvereins. 40 Jahre lang war er aktives Feuerwehrmitglied, 54 lange Jahre im Sportverein tätig. Er war zwölf Jahre lang Gemeinderat und Gründungsmitglied der Kurkapelle 1961, wo er, wie auch im Posaunenchor die Trompete blies. Seit 30 Jahren ist er im Fränkische Schweiz-Verein engagiert, im Diakonieverein seit Bestehen des Vereins.

Seine Frau Frieda, geborene Drinndörfer, ist seit 1947 Sängerin im Begräbnischor und Ehrenmitglied im Gesangverein, dem sie auch schon 40 Jahre lang angehört.

"Manchmal ist es mir schon etwas zu viel geworden", sagte sie rückblickend, doch sie hat es akzeptiert, dass ihr Fritz sehr oft abends und an Wochenenden für die Gemeinschaft unterwegs war. "Manchmal sind wir Hunderte Kilometer gefahren um ein Fest zu organisieren", erinnert sich Sängerfreund Peter Schmitt, "doch er hat sich geweigert, Kilometergeld zu nehmen".

Elternhaus neu aufgebaut

Neben ihrem gemeinschaftlichen Engagement haben die beiden zwei Kinder großgezogen und ihr Elternhaus neu aufgebaut. "50 Lkw-Ladungen Steine wurden 1963 weggefahren, damit wir einen Keller bekamen", erinnert sich Fritz Porisch. Da war die Tochter Ellie schon auf der Welt. Sohn Udo wurde nach dem Hausbau geboren.

Er half seinen Eltern an ihrem Jubeltag bei der Bewirtung der Gäste. Näher kennen und lieben gelernt haben sich die beiden, obwohl geborene Egloffsteiner, erst in Neunkirchen am Brand, wo sie als Zahnarzthelferin und er als Elektriker arbeiteten.