Traditionell am Vorabend von Dreikönig war stets der Termin für die Jahresversammlung der Feuerwehr Brücklein. Seit mindestens einem halben Jahrhundert. Jetzt traf man sich erst im Juli, wegen Corona. Und alle freuten sich, mal wieder zusammensein zu dürfen und zu zeigen, dass der Verein noch lebt. Zumal zwei Ehrungen verdienter Feuerwehrmänner im Blickpunkt standen.

Dieter Bauernfeind, von 1992 bis 2000 Erster Vorsitzender und danach bis 2008 Zweiter Vorsitzender, wurde mit dem Staatlichen Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre ausgezeichnet. Der Dritte Bürgermeister der Gemeinde Neudrossenfeld und Geschäftsführer des Bräuwercks ist von der Feuerwehr nicht wegzudenken, er war und ist ein nicht zu überhörendes positives Sprachrohr, hatte und hat das Wohl des Vereins immer im Blick. Verbunden mit der Ehrung ist auch ein einwöchiger Aufenthalt im Feuerwehrerholungsheim Bayerisch Gmain. Für 25-jährige aktive Dienstzeit erhielt Frank Neumann das Staatliche Ehrenzeichen in Silber. Er ist ein Muster an Zuverlässigkeit, bei Arbeitseinsätzen und Übungen. Auf solche Leute könne man bauen, meinte dann auch Bürgermeister Harald Hübner bei der Verleihung.

"Kerwa light" für das Dorf

"Alles ist anders, aber im spontanen Improvisieren waren wir als Feuerwehr schon immer stark", sagte Vorsitzender Rainer Strobel. Zwar wurde es nichts mit der weithin bekannten Brückleiner Kerwa und der Band "Waldschrat", eine Nikolausaktion und einige kleinere Zusammenkünfte seien aber gegangen. Und am Samstag, 4. September, soll es eine "Kerwa light" geben mit Zelt, wo sich intern das Dorf trifft, "mit Krenfleisch, Sauerbraten und Häxla". Man halte sich da natürlich an die Vorschriften. "Vielleicht können wir auch im August ein Fest der befreundeten Wehr in Brünn (Thüringen) besuchen", orakelte der Vorsitzende. Voll durchstarten will man jedoch wieder 2022.

Laut Kommandanten Martin Hofknecht hat Corona Spuren hinterlassen, der Ausbildungs- und Übungsbetrieb sei weitgehend eingestellt worden. Dennoch musste man bei neun Ernstfällen eingreifen. Was Hofknecht gefällt: Von den Aktiven sei keiner wegen der Pandemie ausgefallen, "die Einsatzbereitschaft der 26 Aktiven und Jugendlichen blieb hoch". Letzteren spendete er aus eigenem Geldbeutel 150 Euro. Kurz ging Hofknecht noch auf den Erweiterungsbau am Feuerwehrhaus ein, wo Platz für den Mannschaftswagen, den Anhänger und zum Umkleiden geschaffen wird.

Der Kassenbericht von Frank Stöcker schloss mit einem dicken Minus ab. Dann sein überraschender Vorschlag: 150 Euro für die Flutopferhilfe zu spenden, was alle absegneten. Außerdem kam noch die spontane Idee, eine Spendenbox anlässlich der Versammlung aufzustellen. Und die Leute zeigten sich großzügig: Es kamen 330 Euro zusammen. "Wir brauchen dringend Atemschutzträger", rief in einem Grußwort schließlich Kreisbrandmeister Thomas Hoffmann den Aktiven zu. Horst Wunner