"Man kommt sich vor wie in der Arena von Verona", stellte Quartiersmanagerin Angela Lohmüller mit einem Augenzwinkern fest. In der Tat besaß das erste "Balkon-, Terrassen- und Wiesenkonzert" neben dem Gebäude der Projektgruppe "In der Heimat wohnen" ganz besonderes Flair. Die Caritas-Initiative, die seit elf Jahren in der Gemeinde Altenkunstadt aktiv ist, machte mit der Freiluftveranstaltung deutlich, dass auch in Corona-Zeiten auf musikalischen Kunstgenuss nicht verzichtet werden muss.

Unter dem Motto "Durch Länder und Jahrhunderte" präsentierten drei Künstler eine Stunde lang Werke bekannter Komponisten. Rebekka Wagner begeisterte auf der Violine. Susanne Strauss von den Bamberger Symphonikern brillierte am Klavier. Martin Fösel glänzte mit seiner ausdrucksstarken Tenorstimme.

Humorvolle Moderation

Der Bamberger führte humorvoll und charmant durch das Programm. Die mit amüsanten Anekdoten gewürzte "Reise durch Länder und Jahrhunderte" gestaltete sich für die Zuhörer zu einem kurzweiligen Erlebnis. Aufmerksam lauschten sie dem berühmten "Largo" aus der Oper "Xerxes" von Georg Friedrich Händel, der Fösel zufolge lange Zeit in England und Italien lebte und als der "große Popstar des Barock" gilt. Hörenswert ebenso das Stück "Eine sehr gewöhnliche Geschichte" von Joseph Haydn. Auf einem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe basiert das Kunstlied "Das Heideröslein" (Sah ein Knab ein Röslein stehn) aus der Feder von Franz Schubert. "Von ihm wurde behauptet, dass alles, was er mit der Hand berührt und mit dem Auge ansieht, sich in Musik verwandelt", wusste Fösel. Als wahrer Ohrenschmaus erwiesen sich Auszüge aus der Oper "Der Barbier von Sevilla" von Gioacchino Rossini.

Rund 200 Werke entstammen der Feder des deutschen Komponisten August Nölck. Als Kostprobe seines umfangreichen Schaffens präsentierten die Künstler einen "Ungarischen Tanz". Bei der musikalischen Reise an den Balaton und in die Puszta kam im Publikum Stimmung auf.

250 Jahre alt wäre heuer Ludwig van Beethoven geworden. Dem großen Vertreter der Wiener Klassik widmeten die Interpreten das Stück "Marmotte". Werke von Gabriel Fauré und Wolfgang Amadeus Mozart rundeten die musikalische Zeitreise ab. Im zweiten Teil sangen Mitwirkende und Zuhörer beliebte Volkslieder wie "Muss i denn zum Städtele hinaus" und "Das Wandern ist des Müllers Lust".

"Das war wunderschön, das war etwas ganz Besonderes", schwärmte Quartiersmanagerin Angela Lohmüller. Das Konzert ermöglicht hat die in München beheimatete Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation. 1995 von Erich Fischer gegründet, möchte sie vor allem älteren Menschen mit musikalischen Darbietungen auf hohem künstlerischen Niveau schöne Stunden bereiten.