Steigerwald Europa-Kulturerbe?

1 Min

Der Verein "Unser Steigerwald" besprach Schritte. Oskar Ebert schlug die Bewerbung für ein weiteres Siegel vor. Die Frage, Protest-Plakate im Steigerwald abzubauen, soll bei der Hauptversammlung im Mai besprochen werden.

Sehr zufrieden zeigte sich der Vorstand des Vereins "Unser Steigerwald" bei der Schlusssitzung. Die Vorsitzenden Gerhard Eck (Donnersdorf, Kreis Schweinfurt), Oskar Ebert (Rauhenebrach) und Heinrich Thaler (Burgwindheim) freuen sich, dass mittlerweile fast 4000 Einzelpersonen neben vielen Kommunen und Körperschaften dem Verein angehören, der den Steigerwald auf der Basis eines Naturparks weiterentwickeln will und einen Nationalpark ablehnt.


Starkes Netzwerk

Intensiv hätten sich Vorstands- und Vereinsmitglieder für eine positive Entwicklung der Region engagiert, so Gerhard Eck. Sowohl im Netzwerk Steigerwald, als auch bei der Kulturlandschaftsinventarisation seien die Ehrenamtlichen aktiv. So sei es gelungen, die Grundlage für eine gemeinde-, kreis- und sogar bezirksübergreifende Zusammenarbeit im Steigerwald zu schaffen. 1#googleAds#100x100 Der größte Teil der Bürgermeister in der Region Steigerwald engagiere sich im Netzwerk und trage das Konzept mit, den Steigerwald als Nachhaltigkeitsregion weiter zu entwickeln. Dabei gehe es nicht allein um die Natur, wie Oskar Ebert ausführte, sondern um alle Lebensbereiche, die Energieerzeugung ebenso wie Wirtschaft oder Tourismus und die Umweltbildung.
Viel Arbeit wurde in die Vorbereitung zur Anmeldung eines Weltkulturerbe-Titels investiert. Da dieses Verfahren aber lange dauert, sprach sich Oskar Ebert dafür aus, sich auch für das Europäische Kulturerbe-Siegel zu bewerben. Unabhängig davon verfolgt MdL Otto Hünnerkopf das Ziel, die Naturparke allgemein zu stärken. "Da ist so viel Potenzial, es braucht nicht unbedingt weitere Label, sondern eine bessere Ausstattung, vor allem personell, um die regionalen Stärken herauszuarbeiten", informierte Hünnerkopf.
Rauhenebrachs Bürgermeister Matthias Bäuerlein berichtete von der Demonstration in Bamberg vor der Regionalkonferenz. "Unser Steigerwald" habe sachlich seine Anliegen vertreten. Die Nationalpark-Befürworter seien sehr lautstark und mit aggressiven Verbalattacken aufgetreten. "Leider ist das in der Medien-Berichterstattung dann etwas anders rübergekommen", bedauerte Bäuerlein.
Diskutiert wurde ein Vorschlag, dass sowohl die Nationalpark-Befürworter, als auch "Unser Steigerwald" ihre Transparente in der Region abnehmen. Das wäre grundsätzlich zu begrüßen, hieß es im Vorstand, doch nicht so einfach umsetzbar.


Transparente auf Privatgrund

Die weitaus meisten Transparente seien von Mitgliedern des Vereins auf Privatgrund angebracht und könnten nicht einfach quasi eingesammelt werden. Der Punkt soll bei der Jahresversammlung besprochen werden. Die nächste Hauptversammlung ist am 6. Mai in Oberaurach.
Sehr positiv nahmen die Vorstandsmitglieder eine Antwort von Umweltministerin Scharf auf eine schriftliche Anfrage von MdL Hans-Jürgen Fahn auf. Darin wurde erstmals eindeutig erklärt, dass die Basis für ein Welt-Naturerbe ein Großschutzgebiet ist - also ein Nationalpark oder ein Biosphärenreservat sei. "Und zwar muss das schon ausgewiesen sein, bevor eine Bewerbung eingereicht wird", erklärte Gerhard Eck. Wenn der Bund Naturschutz also von einem Welt-Naturerbe spreche, sei das "eine durchsichtige Strategie".
Einstimmig sprach sich der Vorstand dafür aus, in den kommenden Monaten verstärkt über die Zielsetzungen des Vereins in der Region zu informieren. So wird zurzeit der Internetauftritt neu gestaltet. Außerdem soll eine Informationsbroschüre herausgegeben werden, in der die Vereinsziele als das "bessere Konzept" für den Steigerwald erläutert werden, wie der Verein mitteilt. red