Die Coburger Stadtteile Seidmannsdorf und Löbelstein haben in der Lützelbucher Rolf-Forkel-Halle ihren neuen Ortssprecher gewählt. Die Wahl entschied der 36-jährige Feuerwehrkommandant von Löbelstein, Stefan Reingruber, für sich. Reingruber wurde mit 43 Stimmen ins Amt gewählt.

Er bedankte sich bei den 78 anwesenden Wahlberechtigten und versprach, für alle Bürger seines Stadtteils da zu sein und sich zu engagieren. Ihm war wichtig zu betonen, dass dies kein Amt einer politischen Partei sei, sondern dass es ihm um die Menschen und ihre Anliegen gehe.

Auf Anfrage teilte er schriftlich mit: "Leider haben Seidmannsdorf und Löbelstein erneut keinen Stadtrat, dennoch sollten wir mit einem Ortssprecher eine starke Stimme im Stadtrat bekommen. Wir sollten als Seidmannsdorf und Löbelstein bei den vielen Themen mitreden können, die die ganze Stadt betreffen, aber insbesondere bei den Problemen und Möglichkeiten direkt vor unserer Haustür. Denn egal ob die Park- beziehungsweise Verkehrssituation angespannt ist, Hundekot herumliegt oder der richtige Ansprechpartner in der Stadtverwaltung gesucht wird, werde ich als Ortssprecher, ebenso wie als Kommandant, für jedermann zu jeder Zeit ansprechbar sein. Sei es über die sozialen Netzwerke, per Handy, am Stammtisch oder direkt am Gartenzaun. Trotz meines relativ jungen Alters kann ich bereits auf viele Jahre Erfahrung zurückblicken, die ich gemeinsam mit frischer Energie dafür nutzen möchte, Seidmannsdorf und Löbelstein nach vorne zu bringen. Ich möchte unserem Stadtteil eine starke Stimme im Stadtrat geben, damit wir eine gute Zukunft haben."

Reingruber ist in Coburg aufgewachsen, verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist als Werkzeugmacher bei einem großen Automobilzulieferer angestellt.

Briefwahl wurde abgelehnt

Für den gemeinsamen Stadtteil Lützelbuch/Löbelstein wären 561 Personen wahlberechtigt gewesen, 78 nahmen diese Möglichkeit wahr. Wie Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig mitteilte, sei eine Briefwahl von der Regierung von Oberfranken abgelehnt worden, da der Ortssprecher aus der Mitte der Bevölkerung gewählt werden müsse.

Sauerteig zeigte sich hoch erfreut, dass der gemeinsame Stadtteil mit dieser Ortssprecherwahl seine politische und gesellschaftlich-soziale Verantwortung wahrnahm. Um einen Ortssprecher zu wählen, musste ein entsprechender Antrag im Vorfeld gestellt und mit mindestens einem Drittel der dort ansässigen Gemeindebürger auf Unterschriftenlisten unterstützt werden. Diese Mindestanzahl sei bei weitem überschritten worden. "Unsere Demokratie und das Miteinander in Coburg leben davon, sich aktiv in die Stadtentwicklung einzubringen. Mit der Wahl von Ortssprechern wird genau dies mit Leben erfüllt", sagte Sauerteig.