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Stadtsteinach kämpft um den Erhalt der Außenstelle Forst


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Stadtsteinach, Freitag, 27. Oktober 2017

In einer einstimmig verabschiedeten Resolution fordert der Stadtrat Stadtsteinach den Erhalt der Außenstelle Forst des Kulmbacher Amts für Landwirtschaft am...


In einer einstimmig verabschiedeten Resolution fordert der Stadtrat Stadtsteinach den Erhalt der Außenstelle Forst des Kulmbacher Amts für Landwirtschaft am Behördenstandort Stadtsteinach. Das Schreiben an den bayerischen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat folgenden Wortlaut:
"Das Bayerische Kabinett hat bei seiner Sitzung in Kulmbach am 20. Juni verlauten lassen, dass es beabsichtigt, in Kulmbach ein sogenanntes grünes Zentrum zu errichten. Zielsetzung ist, Akteure aus der Land- und Forstwirtschaft an einem Standort zu bündeln. Die Stadt Stadtsteinach folgert aus dieser Aussage, dass die Außenstelle Forst des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach hierdurch zumindest in Frage gestellt wird.
Eine mögliche Schließung des Behördenstandorts in Stadtsteinach kann die Stadt nicht hinnehmen und fordert bereits jetzt das zuständige Landwirtschaftsministerium auf, von diesen Plänen Abstand zu nehmen. Diese Forderung hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 17. Oktober einstimmig unterstützt.
Für den langfristigen Erhalt der Außenstelle sprechen eine ganze Anzahl von stichhaltigen Gründen:
? Die Bayerische Forstverwaltung war 250 Jahre lang eine eigenständige Verwaltung. Das Forstamtsgebäude in Stadtsteinach besteht seit über 100 Jahren. Das Gebäude befindet sich im Eigentum des Freistaats Bayern, so dass keine Mietzahlungen, sondern lediglich sowieso notwendige Betriebs- und Unterhaltskosten anfallen. 
? Es besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Stadtsteinach und der Außenstelle Forst. Die Beschäftigten der Außenstelle bringen zusätzliche Kaufkraft nach Stadtsteinach.
? Die Beschäftigtenstruktur ist mit 10,5 Stellen mittelfristig abgesichert. Die Altersstruktur ist nicht so, dass in den nächsten Jahren mit Verrentungen bezeihungsweise Ruhestandsversetzungen im größeren Umfang zu rechnen ist.
Eine Bündelung der Bereiche Land- und Forstwirtschaft ist aus unserer Sicht ebenfalls nicht unbedingt erforderlich, da sich die Kundengruppen Landwirte und Waldbesitzer in den letzten Jahren auseinanderentwickelt haben und somit nicht mehr deckungsgleich sind.
Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft nimmt die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe ab; die Anzahl der Waldbesitzer nimmt durch Vererbung eher zu. Die landwirtschaftlichen Betriebe gehen grundsätzlich aktiv auf das Amt zu; Waldbesitzer haben meist andere Haupteinkommensquellen als den Wald. Infolgedessen muss der Bereich Forsten aktiv auf die Waldbesitzer zugehen, daher machte es auch Sinn, wenn die Forstreviere vor Ort beraten. Hierzu ist Stadtsteinach der absolut geeignetste Standort. Außerdem zeigen die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Münchberg (Bereich Forsten in Bad Stehen) und in Bamberg (Bereich Forsten in Scheßlitz), dass grüne Zentren auch ohne integrierten Bereich Forsten existieren und funktionieren.


Ein "fatales Zeichen"

Für die von der bayerischen Staatsregierung stets propagierte Stärkung des ländlichen Raumes wäre es in jedem Fall ein fatales Zeichen, wenn die Außenstelle Forst von Stadtsteinach in das Oberzentrum Kulmbach verlegt würde.
Die Stadt fordert deshalb, obige Überlegungen zugunsten des Standorts Stadtsteinach bei der Entscheidung zur Bündelung der Bereiche Landwirtschaft und Forstwirtschaft in einem grünen Zentrum in Kulmbach zu beachten und im Sinne einer ausgewogenen Regionalstruktur die Außenstelle Forst des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach in Stadtsteinach zu belassen." red