Immer am letzten Montag vor den Sommerferien findet an der Schule in Königsberg ein Kinderfest statt, bei dem gefeiert und gespielt wird. Das sogenannte Katzenkopf-Fest hat eine reiche Tradition.

Dazu versammelten sich jetzt am Nachmittag alle Kinder mit ihren Eltern und Verwandten auf dem Bleichdamm an der Stadthalle. Dort führten die Erstklässler vor, passend zum Motto des Festes, "Katzenkopf - früher und heute", wie früher eine Turnstunde ablief. Zuvor hatten die Mädchen der Schule unter der Regie von Lehrerin Doris Roth mit einer Polonaise den Vorführteil eröffnet. Einen Bändertanz zeigten die Kinder der zweiten Jahrgangsstufe, an den sich eine moderne Tanzdarbietung der dritten Jahrgangsstufen nach einem Stück von Justin Timberlake anschloss. Sehr schön anzuschauen war eine Fahrradpolonaise von Viertklässlern mit bunt geschmückten Drahteseln.

Zuvor war das Katzenkopfpaar am Rathaus der Stadt am Marktplatz abgeholt worden. Dieses Katzenkopfpaar ist die Attraktion des Festes, welches nachweislich seit über 130 Jahren in Königsberg im Juli gefeiert wird. Dargestellt wird das Paar von zwei Viertklässlern. Dabei wird geheimgehalten, wer unter dem Katzenkopf und seiner ihn begleitenden Frau in fränkischer Bauerntracht steckt.

Wenn das Paar, begleitet von Fahnenträgern und der Schulleitung, den Marktplatz betritt, wird es von den Kindern der Schule, die sich dort mit bunten Fahnen und mit Stöckchen, an denen farbige Papierstreifen befestigt sind, mit lustigen Reimversen begrüßt: "Es leb' der Herr von Katzenkopf mit seiner Frau, die hat kein' Zopf! Vivat, hoch! Es leb' der Herr von Ummerstadt mit seiner Frau, die Hunger hat! Vivat, hoch! Es leb' der Herr von Scheuerfeld mit seiner Frau, die hat kein' Geld! Vivat, hoch!" hallte es am Montag über den Marktplatz.

Anschließend führte das Paar die lustige Kinderschar durch die Altstadt hinaus auf den Festplatz, wo alle einen vergnüglichen Nachmittag verbrachten.

Wer steckt unter den Masken?

Beendet wurde das Fest mit dem Rückmarsch zum Marktplatz. Dort wird das Geheimnis um das Katzenkopfpaar gelüftet. Unter den Masken steckten in diesem Jahr Alina Rose und Julian Scheller.

Obligatorisch ist die Abschiedsrede von Schülern, die die Königsberger Grundschule verlassen. Diesmal blickten Emil Hemetsberger, Lia Beck und Robin Thieler auf die Höhepunkte während ihrer Schulzeit an der Regiomontanus-Grundschule zurück und bedankten sich bei ihren Lehrern und allen Personen, die mit der Schule in Verbindung stehen.

Mit den Liedern "Kein schöner Land" und der deutschen Nationalhymne endete das Kinderfest. Das Fest geht auf Gregorius I. (um 540 bis 604) zurück, der sich als Förderer von Schulen hervortat und somit zum Schutzpatron der Jugend wurde. Nachweislich ist das Fest erstmals am Gregoriustag, dem 12. März 1550, in Coburg gefeiert worden. Irgendwann wurde es von März in die letzte Woche vor den großen Ferien verlegt.

In Coburg existiert das Gregoriusfest seit 1972 nicht mehr. Königsberg hat sich aber diese Tradition bis auf den heutigen Tag bewahrt und freut sich bereits aufs Katzenkopffest 2020.