Josef Hofbauer Seit kurz vor 18 Uhr wartete Atila Karabag, der Direktkandidat der Forchheimer SPD für den Bayerischen Landtag im Currywosch-Haus auf gute Nachrichten. Vergeblich. Im Kreise von zwei Dutzend Genossen musste er das schlechteste Abschneiden der Sozialdemokraten in Bayern aller Zeiten zur Kenntnis nehmen.

"Ich bin maßlos enttäuscht", räumte Karabag angesichts von 6,57 Prozent der Wählerstimmen ein, die er auf sich vereinen konnte. Damit lag er sogar noch deutlich unter dem landesweiten Ergebnis von nicht einmal zehn Prozent. Dennoch zeigte sich Karabag überzeugt: "Wir haben die richtigen Themen angesprochen. Bildung und Wohnungsbau sind die zentralen Anliegen, die alle Bürger betreffen. Warum die SPD dies nicht in einen Wahlerfolg ummünzen konnte, sei ihm ein Rätsel.

Ebenso fassungslos zeigte sich der Forchheimer Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD). Offenbar gebe es ein unterschiedliches Verhalten der Wähler bei der Landes- und der Bundespolitik. Auch die regionalen Erfolge der SPD gaben den Genossen keinen Rückenwind.

"Es stimmt halt auch nicht, dass jene Wähler, die vor Ort einen SPD-Kandidaten unterstützen auch landesweit die SPD wählen", bedauerte Kirschstein. In Forchheim schätzte er das Potenzial für die Sozialdemokraten auf rund 20 Prozent. Allerdings sei es nicht gelungen, dieses Potenzial abzurufen.

Bedeutet für die SPD. "Wir werden weiter kämpfen", unterstrich Karabag. Allerdings klang das ein wenig so wie bei Kindern, die im finsteren Wald Angst haben und sich selber Mut machen.

AfD: Pflaum nicht zu erreichen

Für die Alternative für Deutschland ging im Stimmkreis Forchheim Dominik Pflaum ins Rennen. Vor der Wahl hatte der Heroldsbacher als Ziel ausgegeben, zweitstärkste Kraft zu werden. Das konnte die AfD nicht verwirklichen.

Mit Platz 3 auf der oberfränkischen AfD-Liste hatte sich der Rechtspopulist aus Heroldsbach realistische Chancen ausgerechnet, ins Maximilianeum einzuziehen. Bis Redaktionsschluss stand das amtliche Ergebnis für den Wahlkreis Oberfranken noch nicht fest.

Dominik Pflaum war am Sonntagabend für eine Stellungnahme telefonisch nicht mehr zu erreichen.