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SPD-Kandidaten schauen sich bei der Lichtenfelser Polizei um


Autor: Redaktion

Lichtenfels, Donnerstag, 02. August 2018

Zu einer guten Tradition ist der bayernweite Praxistag "Polizei" der SPD-Landtagsfraktion geworden. Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld stattete in Begleitung des SPD-Zweitstimmenkandidaten für die L...
Einen Informationsbesuch stattete die SPD-Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld in Begleitung des SPD-Zweitstimmenkandidaten Sebastian Müller (2. v. r.) der Polizei Lichtenfels ab, mit im Bild Dienststellenleiter Bad Staffelstein, Gerald Storath (l.) und der Leiter der Polizeiinspektion Lichtenfels, Erich Günther. Foto: privat


Zu einer guten Tradition ist der bayernweite Praxistag "Polizei" der SPD-Landtagsfraktion geworden. Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld stattete in Begleitung des SPD-Zweitstimmenkandidaten für die Landtagswahl, Sebastian Müller, der Polizeiinspektion Lichtenfels einen Besuch ab.
Bei einem Rundgang durch das Dienstgebäude bekamen Susann Biedefeld und Sebastian Müller einen lebhaften Eindruck von der Arbeit und dem Aufgabengebiet der Dienstleistenden. Im Anschluss tauschten sich die beiden mit dem Leiter der Polizeiinspektion Lichtenfels, Erich Günther, und dem Dienststellenleiter Bad Staffelstein, Gerald Storath, zu aktuellen Themen rund um das Polizeiwesen aus.
Erfreut zeigte sich die SPD-Landtagsabgeordnete, dass die Kriminalitätshäufigkeitszahl im Landkreis Lichtenfels bei 4112 und damit sowohl bayernweit (4533) als auch im Vergleich zu Oberfranken (4499) unter dem Durchschnitt liegt. Schließlich könne sich auch die Aufklärungsquote sehen lassen, die 2017 bei 71,1 Prozent lag. Das sei ein Rückgang gegenüber 2016 von drei Prozent.
Dennoch haben die rund 80 Kräfte in Lichtenfels und Bad Staffelstein einiges zu tun, denn von der Einbruchskriminalität bis zum Einsatz bei Großveranstaltungen reicht das Aufgabenspektrum. Da generell auch bei der Polizei Überstunden keine Seltenheit sind (in Bayern sind es über 4,1 Millionen Überstunden), wäre es wünschenswert, wenn beispielsweise "artfremde Aufgaben", wie beispielsweise Gerichtsvorführungen, von anderen Institutionen übernommen würden. Auch die Begleitung von Schwertransporten durch die Polizei könnten externe Kräfte übernehmen. Des Weiteren kann sich der PI-Leiter eine Sicherheitswacht für Kommunen im Lichtenfelser Raum vorstellen. "Hier gilt es, noch mit allen Beteiligten zu diskutieren", so der PI-Leiter.
Obwohl in der Polizei Lichtenfels einiges in Sachen Gesundheitsvorsorge getan wird, konnte sich Susann Biedefeld davon überzeugen, dass für den Dienstgruppenleiter ein höhenverstellbarer Schreibtisch mit Einsatzleittechnik von Vorteil wäre, was aber mit den derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln nicht zu schultern ist.


Voraussetzungen für Videografie

Zufrieden zeigen sich Erich Günther und Gerald Storath hingegen mit der Ausstattung an digitalen Funkgeräten, der EDV und der Breitbandversorgung.
"Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2020 die Videografie kommen wird", führt Günther aus. Für diese "Videovernehmung" wäre es von Vorteil, entsprechende Möglichkeiten für die fortschreitende Technik im Lichtenfelser Dienstgebäude zu schaffen.
"Für die Reiterstaffel und Grenzpolizei haben wir allein 100 Millionen Euro Verpflichtungsermächtigungen. Wenn es nach mir und der SPD-Landtagsfraktion gegangen wäre, hätte der Freistaat lieber das Geld in die Polizei vor Ort investiert", betonte Biedefeld.
Dass die derzeit zur Verfügung gestellten Gelder für Investitionen nicht gerade üppig sind, zeigt sich besonders im baulichen Sektor. Die Großprojekte ausgenommen, stehen für alle Dienststellen im Raum Oberfranken ganze 600 000 Euro zur Verfügung. Damit können gerade die notwendigsten Vorhaben abgedeckt werden.
Mittel sollten nach Meinung Biedefelds auch für Einbauten von zusätzlichen Umkleiden und Toiletten für Polizeibeamtinnen bereitgestellt werden. In vielen Polizei-Dienstgebäuden wurden dafür notdürftig Räume zweckentfremdet. red