Corona hat in der Weltwirtschaft deutliche Spuren hinterlassen. Auch die Entwicklung an den Finanzmärkten stand 2020 deutlich unter dem Eindruck der Pandemie. Das genossenschaftliche Geschäftsmodell hat sich in der Krise bewährt und seine Stärke als zuverlässiges und stabiles Element im deutschen Finanzmarkt bewiesen.

Trotz aller Einschränkungen hinsichtlich der Zugangsmöglichkeiten zu den Geschäftsräumen oder der verstärkten digitalen Kundenkommunikation sowie den wirtschaftspolitischen Einflüssen und den wachsenden regulatorischen Anforderungen konnte sich die VR-Bank Oberfranken Mitte eG erfolgreich in dem herausfordernden Umfeld behaupten. Das betonen die beiden Vorstände Stefan Ringwald und Dieter Bordihn in einer Pressemitteilung.

Gegenüber 2019 stieg die Bilanzsumme um 108,1 auf 1380,1 Millionen Euro. Die ausgeprägte Liquiditätspräferenz der Kunden aufgrund der andauernden Nullzinspolitik der EZB und die Konsumzurückhaltung haben den Einlagenzustrom nochmals erhöht. Die Kundengelder (inklusive Inhaberschuldverschreibungen) wuchsen deutlich um 95,9 auf 1078,4 Millionen Euro. Nicht zuletzt aufgrund der ungewissen Entwicklung der Corona-Pandemie entschieden sich die Kunden insbesondere für sichere und schnell verfügbare Anlageformen. Damit bildeten die Sichteinlagen mit 65,7 Prozent die größte Position innerhalb der Kundengelder.

Zum Grundgedanken der genossenschaftlichen Beratung gehört, dem Kunden erst zuzuhören, um ihn dann individuell zu beraten. Nach wie vor überzeugt dieses genossenschaftliche Geschäftsmodell. Das zeigt die Steigerung des betreuten Kundenvolumens um 131,4 auf insgesamt 2349,3 Millionen Euro.

2019 gab es in allen Anlageklassen einen deutlichen Kursanstieg. Grund dafür waren neben der geldpolitischen Wende der wichtigsten Notenbanken vor allem das Abebben der handelspolitischen Spannungen und die Hoffnung auf eine Beschleunigung der globalen Wachstumsdynamik. Zu Jahresbeginn 2020 schienen sich diese Konjunkturhoffnungen in den ersten Frühindikatoren widerzuspiegeln, der Ausbruch des Coronavirus stoppte die Anstiege der Kapitalmärkte auf neue Allzeithochs zunächst nur kurzfristig.

Hilfspakete helfen auch Banken

Erst als sich die Ausbreitung im ersten Quartal 2020 zu einer globalen Pandemie auswuchs, führten die in vielen Ländern beschlossenen Eindämmungsmaßnahmen zu einem starken Einbruch an den Börsen. Regierungen und Notenbanken verabschiedeten massive Hilfspakete, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzumildern. Die Kapitalmärkte nahmen dies mit Erleichterung auf und blendeten im weiteren Jahresverlauf die schwache Verfassung der globalen Konjunktur und das Pandemiegeschehen aus.

Passend zu ihren individuellen Anlagezielen und der persönlichen Risikobereitschaft und Renditeerwartung investierten die Kunden der VR-Bank Oberfranken Mitte verschiedene Vermögensmanagement-Lösungen wie Zertifikate (21,9 Millionen) und Fondsanlagen (39,0 Millionen). Die Kunden setzten bei der Auswahl ihrer Anlageprodukte verstärkt auf nachhaltige Aspekte wie Umwelt, soziale Fragen und verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Die Corona-Krise beeinflusste die Sparquote deutlich. Sie stieg von 10,9 Prozent im Jahr 2019 auf 16,2 Prozent. Obwohl die Kunden weiterhin nach klassischen Lösungen suchen, ist es mit diesen kaum noch möglich, Erträge zu erwirtschaften.

Durch die Inflation droht sogar ein möglicher Wertverlust. Fondssparplänen ermöglichen es den Anlegern, die Sparbeiträge auf verschiedene Anlageklassen zu verteilen und damit die Risiken zu streuen. Im vergangenen Jahr investierten die Kunden in insgesamt 1609 neue Fondssparpläne.

Als genossenschaftliche Regionalbank ist die VR-Bank Kreditgeber und Partner für Privatpersonen und Mittelstand in den Landkreisen Kulmbach und Kronach. Insbesondere die für die Liquidität und konjunkturelle Erholung von Unternehmen und Gewerbekunden benötigte Kreditvergabe verlief in der Pandemie störungsfrei. Die zusätzliche rege Nachfrage nach Wohnbau- oder Immobilienkrediten bestätigt den Wunsch der Kunden nach einem eigenen Rückzugsort.

29 085 Kunden waren Ende 2020 gleichzeitig Teilhaber der VR-Bank Oberfranken Mitte. Die Vertreterversammlung für das Geschäftsjahr 2019 konnte nur digital stattfinden. Die VR-Bank hat sich unterdessen für die Einführung eines Entgelts zur Verwahrung hoher Guthaben im Privat- wie auch im Firmenkundengeschäft entschieden. red