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Solidarität mit den Kursleitern


Autor: Martin Hermann Koch

Coburg, Dienstag, 28. Juli 2020

Viele Kursteilnehmer der Volkshochschule Coburg Stadt und Land haben auf eine Rückerstattung ihrer Gebühren für coronabedingt ausgefallene Unterrichtsstunden verzichtet. Dies kommt jetzt den Kursleitern zugute.
Hinten von links: Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig, VHS-Direktor Rainer Mayer, Gerhard Amend; vorne von links: Nadine Düthorn und Danile Scheller  Foto: Martin Koch


Die Leitung der Volkshochschule Coburg Stadt und Land freut sich über einen Solidaritätsfonds in Höhe von mehr als 43 600 Euro, von denen über 31 000 Euro an die Kursleiter zur Verfügung gestellt wurden.

Freilich wurde der Betrag nicht nach dem Gießkannenprinzip an die Dozenten ausgeschüttet. Kursleiter ist eben nicht unbedingt Kursleiter. Der eine mag durch eine solide Festanstellung in seinem Hauptberuf auf einer soliden materiellen Grundlage stehen. Ein anderer will einfach in seinem verdienten Ruhestand noch an seinem Wissen und seiner Erfahrung jüngere und wissensdurstige VHS-Hörer teilhaben lassen. Und dann gibt es auch mehr oder weniger soloselbstständige VHS-Mitarbeiter ohne weitere Einkünfte.

VHS-Geschäftsführer Rainer Mayer machte darum bei einem Pressegespräch mit Oberbürgermeister Dominik Sauerteig und Stadtrat Gerhard Amend vom VHS-Förderverein klar: "Für die Auszahlung sind steuerrechtliche Vorschriften aus der Gemeinnützigkeit zu beachten." In einem individuellen Antrag mussten die späteren Nutznießer aus der Reihe der Dozenten ihre wirtschaftliche Not dokumentieren und der Tatbestand der Mildtätigkeit

erfüllt sein.

Das neue Programmheft, das zum Semesterbeginn im September dieses Jahres erscheinen soll, wird den Titel "Einsicht, Rücksicht und Aussicht" tragen. In diesem Sinne ist sich Meyer sicher: "Die Spendenaktion der Teilnehmer hat gezeigt, welche rationale Einsicht und empathische Rücksichtnahme unsere Einrichtung trägt." Er verband damit die Hoffnung, dass gemeinschaftliches Lernen ohne Einschränkungen wieder möglich sein soll.

Neustart nach der Krise

Das vergangene Wintersemester war wegen der Corona-Krise eine besondere Herausforderung. Manches ging, aber es gab auch viele Handicaps. So litt die Erwachsenenbildung in den Landkreisaußenstellen an der nach wie vor unzureichenden digitalen Infrastruktur auf dem Land, sagte Daniela Scheller.

Laura Göldner, für den Bereich Sprachen zuständig, freut sich, dass es bald wieder losgeht. Dies sei vor allem bei den Deutsch-Kursen für Ausländer wichtig. Da sei besonders die lange Pause im Präsenzunterricht schwierig gewesen. Oliver Hess, der für den Programmbereich Kultur verantwortlich zeichnet, bedauert den Verzicht auf große kulturelle Objekte. Auch das Kinoprogramm in Zusammenarbeit mit dem Utopolis habe noch keinen Neustart in Aussicht.

Nadine Düthorn (Gesundheit) vermisst coronabedingt Übungsräume und Möglichkeiten zum Wassersport. Franziska Knauer (Junge VHS) habe viele Angebote absagen oder abbrechen müssen.

Eines habe sich herausgestellt, so Rainer Maier. Digitital sei nicht alles. Die Teilnehmer legen großen Wert auf die ganz und gar konventionelle Begegnung von Angesicht zu Angesicht, ganz und gar analog. Es gehe ja auch um das zwischenmenschliche Miteinander. Das könne ein Computerbildschirm doch nicht so recht leisten. mako