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So kommt jeder an Pflanzen


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Bamberg, Freitag, 27. März 2020

Die Gewächshäuser sind voll, doch die Läden müssen geschlossen bleiben. Gärtner wie Karl Dechant setzen auf Lieferservice.
Das Gewächshaus von Karl Dechant ist voll mit frischen Blumen und Pflanzen, doch leider muss die Gärtnerei geschlossen bleiben.  Foto: Gärtnerei & Floristik Dechant


Die Gärtner machen derzeit - wie viele andere Betriebe auch - eine harte Zeit durch. Nach dem Winter beginnt jetzt eigentlich die Hauptsaison für die Bamberger Gärtner. Zahlreiche Frühjahrsblüher und Kräuter stehen für den Verkauf bereit. Gärtnermeister Karl Dechant (Gärtnerei & Floristik Dechant) bestätigt, dass es wohl keinen schlechteren Zeitpunkt für diese Krise geben könnte. Die Gewächshäuser der Gärtner sind voll, die Menschen sind motiviert, ihren Balkon und Garten für den Frühling herzurichten, doch leider müssen die Gärtnereien geschlossen bleiben.

Karl Dechant versucht dennoch, positiv zu bleiben und setzt auf seinen Liefer- und Abholdienst. "Auch wenn die Kunden derzeit nicht in unser Geschäft kommen können, bemühen wir uns, tolle und frische Ware anzubieten", erklärt der Gärtnermeister. Wer gesund und mobil ist, kann seine Bestellung auch vor der Ladentür fertig gepackt abholen. Bezahlt wird dann einfach per beiliegender Rechnung.

"Das Interesse der Kunden für dieses Angebot ist glücklicherweise da", erzählt Dechant, "allerdings ist das natürlich nicht vergleichbar mit einem normalen Einkauf direkt bei uns in der Gärtnerei. Da lassen die Kunden sich inspirieren und beraten und kaufen dann auch mal mehr als nur das Nötigste."

Viele Bamberger Gärtner produzieren ihre Pflanzen selbst, Sommerblüher und Gemüsepflanzen in den Gewächshäusern brauchen nur noch wenige Wochen, und nun ist die Sorge groß, ob die Pflanzen je verkauft werden können.

Verderbliche Ware

Die Kunden von Karl Dechant bestellen derzeit vor allem Frühjahrsflor für Garten und Balkon, aber auch verschiedene Erden. Stiefmütterchen, Ranunkeln, Bellis und Petunien gelten allerdings auch als verderbliche Ware. Allzu lang kann sie also nicht beim Gärtner frisch bleiben - sondern will beim Kunden eingepflanzt werden. "Es tut schon weh, wenn man in sein volles Gewächshaus blickt und nicht weiß, was die nächsten Wochen bringen", sagt Dechant.

Thomas Schmidt, Sprecher der Interessengemeinschaft Bamberger Gärtner, bringt es auf den Punkt: "Die Krise trifft uns Gärtner zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt." Mit Frühlingsbeginn sei das Sortiment der Gärtnereien bestens gefüllt. Schmidt: "Wir haben nur zwei Möglichkeiten: verkaufen oder wegschmeißen." Immerhin: Die jetzt angelaufene Serviceaktion der Bamberger Gärtner sei gut angelaufen, der Kundenzuspruch da. Schmidt hofft, dass die aktuelle Krise auch im Bewusstsein der Verbraucher etwas ändert. "Nun zeigt sich, wie wichtig eine gute Nahversorgung ist. Jetzt besinnen sich wieder viele auf ihren Gärtner um die Ecke." Regionalität und Nachhaltigkeit seien wieder gefragt.

Und Qualität: "Die Produkte unserer heimischen Gärtner sind beste, frischeste Ware, wie sie die meisten großen Märkte gar nicht bieten können. Und preislich sind wir attraktiver, als viele meinen", wirbt der Sprecher für seine Zunft.

Derweil versucht auch Gärtnermeister Karl Dechant den Mut nicht zu verlieren: "Die Bamberger Gärtner halten zusammen und bemühen sich, auch im April und Mai starke Saisonware anzubieten. Mitarbeit: GP