Für die Dach- und Deckeninstandsetzung am historischen Rathaus in Lichtenfels stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Lotterie Glücksspirale 70 000 Euro zur Verfügung. Den symbolischen Fördervertrag überbrachte Uwe Franke, Ortskurator Oberfranken der DSD, gestern im historischen Rathaussaal im Beisein von Ulrich Krückel von Lotto Bayern an Bürgermeister Andreas Hügerich.
Hocherfreut über den Geldsegen waren auch Hochbauamtsleiter Ulrich Sünkel und Stadtkämmerer Johann Pantel. "Wir halten die Sanierung finanziell auf einem machbaren Niveau", sagte der Bürgermeister. Dazu brauche man Partner, die das Projekt unterstützen. Der Kämmerer sprach von zwei Millionen Euro, die Spende sei ein Baustein von vielen.


Gebäude mit Leuchtturmwirkung

Franke betonte auch den Wirtschaftsfaktor der Rathaussanierung. Handwerker aus der Region würden in die Arbeiten mit einbezogen. Das Rathaus sei ein exponiertes Gebäude mit Leuchtturmwirkung. Den Bewohnern verleihe es Identität und ein Stück Heimat. Die Schäden an der Dachkonstruktion machten zudem die Erneuerung der Dachhaut unvermeidlich, erläuterte Franke. Die Gesimse seien sanierungsbedürftig, ebenso die Dachentwässerung und die Blitzschutzanlage. Des Weiteren sei die Decke im Sitzungssaal geschädigt und restaurierungsbedürftig. Schließlich müssten den Voruntersuchungen zufolge auch die Gauben erneuert werden, sie würden jedoch in der alten Form wiederhergestellt.
"Die Maßnahmen wurden eng mit den Denkmalbehörden abgestimmt, die die DSD-Förderung sehr befürworten", so der Ortskurator Oberfranken. Lichtenfels' historisches Rathaus gehöre zu den über 340 Projekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mitteln der Glücksspirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.


Zum Korbmarkt eingerüstet

Ein Wermutstropfen fiel in die Freude über die großzügige Spende: Die Gerüste bleiben während des Korbmarkts stehen. Ulrich Sünkel sah keine Möglichkeit, den sehnlichen Wunsch der heimischen Flechter zu erfüllen. Allerdings werde geprüft, das sogenannte Röckchen mit den Ständen der Flechtwerkgestalter rund um das Rathaus aufzubauen.
In der vergangenen Woche wurde der Umbau zur Barrierefreiheit begonnen. Der Abbruch von Mauerteilen und die Grube für den Aufzug beginnen. Die Arbeiten werden sechs bis acht Wochen dauern. Den Aufzug wird eine heimische Firma, Schmitt und Sohn aus Coburg, einbauen. Am Dachboden sind die tragenden Hölzer eingebaut und der Fußboden ist fertig. Bis Ende Juli soll das Dach gedeckt sein. Die Ausschreibung für die Fassadensanierung läuft. Die Brandschutzsanierung im Innern des Rathauses kann noch bis Ende des nächsten Jahres dauern. Alle Arbeiten werden im laufenden Betrieb durchgeführt.
Bürgermeister Hügerich betonte, dass die Schließung des Rathauses während der Bauphase diese zwar verkürzen könnte, aber dafür die Kosten in die Höhe treiben würde. "So können wir Geld sparen und den Rathausbesuchern einen bürgerfreundlichen Service bieten", sagte er.
Kämmerer Johann Pantel erinnerte an die ursprünglich angenommenen Baukosten in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Eine Überschreitung sei möglich, da unvorhersehbare Arbeiten durchgeführt werden mussten. Zurzeit sei nicht kalkulierbar, wie hoch die tatsächlichen Kosten sein werden. Alle Gelder, wie auch die 70 000 Euro, liefen über eine gesonderte Haushaltsstelle "Sanierung des Rathauses".