Wolfgang Amadeus Mozart war am Samstagabend auf der Naturbühne angesagt. Dabei nicht etwa mit einem genialen Klassikkonzert eines ebenso genialen Komponisten, sondern einmal ganz anders, in einer erfrischend und sehr gelungenen Symbiose aus fränkischem Theater und Musik aus Sachsen: mit jungen Solisten sowie mit Michael Bähr und Martin Besold, zwei genialen Schauspielern der Trebgaster Naturbühne, die in die Rolle von Wolfgang Amadeus Mozart und Anton Salieri, eines italienisch-österreichischen Komponisten der Klassik und Musikpädagogen, schlüpften und Ausschnitte aus deren Leben spielten.

Michael Bähr und der Konditormeister aus Weismain zeigten eindrucksvoll, dass der Status Amateurbühne in Trebgast längst gestrichen werden kann. Gerade die gegenwärtigen Stücke zeigen einmal mehr, wie es Vorsitzender Siegfried Küspert treffend ausdrückte, dass auf dem Wehelitzer Berg eine professionelle Schauspielkunst geboten wird. Mit "Mozart - Fränkisches Theater &  Musik aus Sachsen" wurden die Besucher - die Bühne war so gut wie ausverkauft - an einem herrlichen Sommerabend auf eine Reise durch Mozarts Leben mitgenommen. Und dazu passte natürlich auch Antonio Salieri, der K.K. Hofkompositeur, der offen von Mozarts Leben, seinem Wirken und auch seinen Verfehlungen erzählte. Dabei wurde auch deutlich, dass die Intrigen und Missgunst Mozart in Wien zum Spielball Salieris werden ließen. Mozart selbst ließ die Besucher auch tief in seine Seele blicken.

Sinfonisches Liebhaberorchester

Die "Musik aus Sachsen" mit dem "Collegium Musicum Werdau" war nicht von ungefähr engagiert worden, und der Protektor der Naturbühne Trebgast, Landrat Klaus Peter Söllner, sagte auch warum: "Wir haben heute Freunde aus dem Landkreis Zwickau zu Gast, und unser Landkreis Kulmbach pflegt mit dem Landkreis Zwickau eine partnerschaftliche Verbindung. Die Naturbühne ist dafür eine ganz besondere Bereicherung. Unsere Freunde aus Zwickau treten heute Abend mit ganz wenig Kosten auf, und unsere Naturbühne macht morgen die Revanche in Glauchau: Sie verlangen dort auch nichts."

Das "Collegium Musicum Werdau" ist ein sinfonisches Liebhaberorchester unter professioneller Leitung von Georg Christoph Sandmann, eines Professors für Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" in Dresden. Sandmann arbeitet seit 2010 freischaffend als Dirigent, Pianist und Hochschullehrer im In- und Ausland bei zahlreichen Konzerten, Opernaufführungen und verschiedenen Opernfestivals. Mit seinem Orchester verzauberte er die Besucher mit bekannten Mozart-Werken, unter anderem mit der Titus-Ouvertüre, einer klassischen Oper, oder Sätzen aus der 35. Sinfonie, die Mozart 1782 in Wien komponierte. Nicht fehlen durften auch die weltberühmten Werke von Mozart wie Ausschnitte aus der "Zauberflöte" und der "Hochzeit des Figaro". Die "Zauberflöte" ist eine Oper in zwei Aufzügen, die 1791 in Wien uraufgeführt wurde. Das etwa dreistündige Werk zählt zu den weltweit bekanntesten und am häufigsten inszenierten Opern. Die "Hochzeit des Figaro" gilt als die wunderbarste Oper des gesamten Repertoires von Mozart. Nicht wenige meinen, die Oper sei die Perfektion des Genres.

Die Legende von Mozarts Tod

An Mozart scheiden sich dennoch die Geister, und zwei Fragen drängen sich bei ihm auf: War es jetzt der geniale Kindskopf oder der tiefe Denker, der schon in jungen Jahren den Tod als den wahren Endzweck verstand und ihn als etwas Tröstendes annimmt? Regisseur Raik Knorscheidt, der die Texte zu Mozart und Salieri schrieb, hielt sich weitestgehend an die Legende, Antonio Salieri habe Mozart vergiftet, da dieser die Genialität Mozarts erfasst und eingesehen hätte, dass seine eigene Musik diese Qualität nicht erreichen könne.

Das Wunderkind der Klassik

Und Mozart selbst erwies sich als das Wunderkind der Klassik, was deutlich herausgespielt wurde: Sein Ausnahmetalent wurde als eine Bedrohung für andere Komponisten empfunden. So musste Mozart zu Lebzeiten viel unberechtigte Kritik, die oft nur auf Neid beruhte, über sich ergehen lassen. Es wird sogar berichtet, dass Musiker seine Stücke sabotierten, indem sie bewusst schlecht spielten.

Und ob Mozart wirklich der Frauenschwarm war, als der er heute oft dargestellt wird, ist mehr als fraglich.

Dass Wolfgang Amadeus Mozart gerade mit Sachsen immer wieder in Verbindung gebracht wird, kommt nicht von ungefähr, denn er hinterließ mit seinem Wirken in Sachsen große Spuren, schließlich hatte man im Sachsenland unter Kurfürst Friedrich August III. bis in die 70er Jahre des 18. Jahrhunderts noch selten Gelegenheit, mit seiner Musik Bekanntschaft zu schließen. Zu sehr waren die Nachwirkungen des Siebenjährigen Krieges noch spürbar, erst langsam begann das kulturelle Leben wieder aufzublühen und insbesondere Sache eines selbstbewusster auftretenden Bürgertums zu werden.