Rund 200 000 Euro Schaden verursacht ein Feuer in einem historischen Haus am Coburger Marktplatz. Insgesamt waren rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Technischem Hilfswerk vor Ort.
jochen Berger
Am Morgen nach dem Großeinsatz sieht am Coburger Marktplatz wieder fast alles wie gewohnt aus. Am frühen Morgen geht der Aufbau der Buden für den Weihnachtsmarkt in aller Ruhe weiter. Nur der unverkennbare Brandgeruch hängt noch in der Luft.
Am Eckhaus Markt 5, Richtung Judengasse, hält die Coburger Feuerwehr noch Brandwache. "Ich bin seit 27 Stunden auf den Beinen", sagt Gruppenführer Bernd Griebel, der mit fünf weiteren Männern Brandwache gehalten hat im denkmalgeschützten Gebäude. Reichlich Kaffee hat die Feuerwehrleute auf den Beinen gehalten.
Ihr nächtliches Ausharren hat sich jedenfalls gelohnt. Einige Kleinigkeiten mussten noch erledigt werden. Schließlich weiß gerade bei einem historischen Gebäude niemand so ganz genau, wo vielleicht doch noch Glutnester lauern könnten. Am Morgen warten sie zunächst auf Stadtbrandrat Ingolf Stökl und die Kriminalpolizei. Denn der Rest ist jetzt Aufgabe des Kriminaldauerdienstes, der sich auf die Suche nach der Brandursache begeben muss.
"Das wird in diesem Fall wohl nicht ganz einfach sein und eine Weile dauern", wagt Stökl eine erste Prognose. Bis zum Abend lag am Donnerstag noch keine Angabe vor. Zugleich zieht Stökl eine vorläufige Bilanz des abendlichen Großeinsatzes. Zu den rund 100 Feuerwehrleuten, so Stökl, sind noch rund 100 weitere Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und Polizei hinzugekommen. Mit dem Ablauf des Einsatzes zeigt sich Stökl in einer ersten Reaktion sehr zufrieden: "Die Zusammenarbeit der Rettungskräfte hat prima geklappt." Auch der Umstand, dass seit Montag der Weihnachtsmarkt aufgebaut wird und entsprechend Platz benötigt, habe sich nicht negativ auf die Löscharbeiten ausgewirkt.
Einige Bewohner kehren zurück
"Das ist alles genau abgesprochen, die Rettungswege werden selbstverständlich freigehalten", erklärt Stökl. Auch der Andrang von Schaulustigen habe sich zum Glück "in Grenzen" gehalten. Von den Schaulustigen habe niemand Ärger verursacht. Am Morgen kehrten einige der Bewohner zurück in die nicht unmittelbar vom Brand betroffenen Wohnungen.
"Mein erster Gedanke war: Nicht schon wieder", hatte Coburger Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) noch am Brandabend in einer eilig einberufenen Pressekonferenz im Rathaus erklärt: "Mir steckt noch immer der Brand in der Herrngasse von 2012 in den Knochen."
Ausdrücklich lobte Tessmer die Zusammenarbeit: "Es hat sich gezeigt, wie professionell und strukturiert man in
Coburg solche Vorfälle bekämpft. Das ist sicher in dieser Form beispiellos. Danke auch an die Verwaltung, die in dieser Sache hervorragend mit den Rettungskräften kooperiert hat."