Die Schülerzahl an der Mittelschule Altenkunstadt, die von Kindern und Jugendlichen aus Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain besucht wird, ist leicht rückläufig. Am 1. Oktober 2015 waren es noch 318 Schüler, ein Jahr später drei weniger. Für Schulleiter Manfred Heinbuch ist das kein Grund zur Besorgnis.
Für das nächste Schuljahr prognostizierte er ein Minimum von 289 Schülern, das man auf jeden Fall übertreffen werde. Dabei spielten mehrere Faktoren eine Rolle. "Realschüler aus Burgkunstadt werden an unsere Bildungseinrichtung wechseln. An der Freien Waldorfschule in Veitlahm tragen sich Pennäler, wie man so hört, mit dem Gedanken, zu uns zu kommen. Einige unserer Neuntklässler wissen noch nicht, ob sie eine Lehre machen oder weiter bei uns bleiben sollen. Und last but not least sind auch die Zahlen der Asylbewerberkinder schwankend", schilderte er am Dienstag dem Schulverband Altenkunstadt die momentane Lage.


Bei 300 Schülern einpendeln

Heinbuch rechnet damit, dass man sich bei einer Zahl von 300 Schülern einpendeln werde. Zudem erläuterte der Redner den Verbandsräten und Bürgermeistern aus den drei Nachbarkommunen Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain, wie es zu dieser Situation gekommen sei. "Wir hatten in diesem Jahr weit über 70 Verabschiedungen, aber nur 42 Anmeldungen nach der vierten Klasse." Die große Unbekannte sind für den Pädagogen alle Jahre wieder die Quereinsteiger: "Sie sind nicht kalkulierbar."
Einstimmig verabschiedet wurde der von der Altenkunstadter Kämmerin Astrid Redinger vorgestellte Plan für das Haushaltsjahr 2017. Das Zahlenwerk hat ein Gesamtvolumen von 740 850 Euro. Davon entfallen auf den Verwaltungshaushalt 673 800 Euro und auf den Vermögenshaushalt 67 050 Euro.


Umlage liegt bei 550 000 Euro

Ein wichtiger Posten in dem Zahlenwerk ist die Schulverbandsumlage, mit der alle Ausgaben des Haushaltes gedeckt werden. Sie wird auf die drei Kommunen umgelegt. Die jeweilige Höhe bemisst sich nach der Zahl der Schüler, die aus den drei Orten kommen. Sie beläuft sich auf 552 150 Euro. Davon entfallen auf Burgkunstadt 198 657, auf Weismain 184 634 und auf Altenkunstadt 168 859 Euro.
Bei den Schülerzahlen ergibt sich zum 1. Oktober 2016 folgendes Bild: Von den 315 Schülern entfallen 113,33 auf Burgkunstadt, 105,33 auf Weismain und 96,33 auf Altenkunstadt. Die krummen Zahlen ergeben sich dadurch, dass der Gastschüler aus Mainleus im Landkreis Kulmbach zu einem Drittel auf Alten- und Burgkunstadt sowie Weismain aufgeteilt wird.
Die Lehr- und Unterrichtsmaterialien werden auf den neuesten Stand gebracht. Dafür sind nach Auskunft Redingers im Haushaltsplan 12 000 Euro vorgesehen. Im Zusammenhang mit der Haushaltsrechnung für das vergangene Jahr, die einstimmig verabschiedet wurde, zog die Expertin ein positives Fazit: "Der Schulverband ist schuldenfrei und der Haushalt ausgeglichen. Im vergangenen Jahr konnten wir 67 000 Euro an Rücklagen bilden."


Drucker laufen heiß

Zudem äußerte der Schulleiter mehrere Wünsche an die Kommunalpolitik. Der eine betraf das Thema Drucken. "Ob Elternbriefe oder Prüfungsaufgaben - es muss immer mehr gedruckt werden", sagte Heinbuch. Die Drucker in der Schule sollten alle vereinheitlicht werden. Wünschenswert wäre auch die Anschaffung eines 3-D-Druckers. "Das würde uns in die Lage versetzen, Dinge digital zusenden zu lassen und hier vor Ort in der Schule auszudrucken", sagte der Lehrer.
Mit Blick auf die digitale Initiative des Bundes betonte er, dass auch die beiden Computerräume oder wenigstens einer von ihnen modernisiert werden sollten. Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff von der Gemeinde Altenkunstadt erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Schulen noch vor den Rathäusern an das Glasfasernetz angeschlossen werden.
Abschied nehmen hieß es am Schluss der Sitzung vom stellvertretenden Schulleiter Bernd Schick, der ab dem kommenden Schuljahr die Mittelschule Rödental-Öslau im Landkreis Coburg leiten wird. Der Altenkunstadter Bürgermeister Robert Hümmer dankte ihm für die engagierte Arbeit in den vergangenen Jahren. Der Gelobte gab das Dank zurück: "Sowohl in der Schule als auch im Schulverband herrschte ein gutes Miteinander. Es war eine tolle Zeit in Altenkunstadt. Ich verlasse diese Schule sehr ungern."
Die Schule, darin war sich der scheidende Pädagoge mit allen Anwesenden einig, werde unter der bewährten Leitung von Manfred Heinbuch auch in Zukunft blühen und gedeihen.
Der Schulleiter informierte das Gremium darüber, dass man mit Birgit Pöschke aus Stegaurach bei Bamberg bereits eine Nachfolgerin gefunden habe. "Sie war in den vergangenen Jahren im Ausland an deutschen Schulen tätig, zuletzt in Ungarn. Ich habe sie schon kennenlernen dürfen. Sie macht einen sehr engagierten Eindruck", sagte Heinbuch. Zudem verriet er, dass seine zukünftige Stellvertreterin mit der Burgkunstadter Bürgermeisterin Christine Frieß studiert habe. "Frau Frieß hat ihr von dem positiven Klima in der Altenkunstadter Schule berichtet", schloss der Redner seine Ausführungen.