Vor ihrer eigentlichen Sitzung im Rathaus trafen sich die Hallerndorfer Gemeinderäte quasi auf der Straße, um diese gründlich in Augenschein zu nehmen. Da die Firma Rotec gerade die Nahwärmeleitungen verlegt, lag es gewissermaßen nahe, andere schadhafte Stellen in diesen Bereichen fachgerecht und grundlegend von deren Mitarbeitern ausbessern zu lassen.
Polier Sven Hanschmann begleitete die Gemeinderäte und ließ sich genau die Stellen zeigen, die ausgebessert werden sollen. "Die Schadstellen haben mit der Nahwärme nix zu tun", versicherte Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG). Niemand weiß ganz genau, warum es zu den kleinen Dellen im Straßenbelag kam, Hanschmann berichtet von einer alten Wasserleitung in der Kreuzbergstraße, die noch in der Erde stecken könnte.
Auch in der Schulstraße sollen schadhafte Stellen im Asphalt ausgebessert werden. Zwar lagen insgesamt drei Angebote für diese Arbeiten in der Gemeindeverwaltung vor, doch die Gemeinderäte entschieden sich einmütig für das Angebot von Rotec in Höhe von 7016 Euro.
Dem Bauantrag des Fischereivereins Pautzfeld auf einen Anbau des Vereinsheimes stimmten die Hallerndorfer Gemeinderäte einstimmig zu, ebenso wie allen anderen Bauanträgen, die zu dieser Sitzung des Gemeinderates eingereicht wurden.


Kleine Bauplätze

Da es immer wieder vorkommt, dass die Vorgaben des Bebauungsplanes nicht eingehalten und die Gemeinderäte somit eine Befreiung von diesem aussprechen müssen, fragte Matthias Erlwein (JAB) nach, ob es nicht eine Liste sämtlicher Befreiungen geben könne, die von den Gemeinderäten bereits genehmigt wurden und monierte, dass die Bauplätze im Baugebiet Boint relativ klein seien. Das bestätigte Hermann Seebauer, geschäftsleitender Beamter im Rathaus: "Da kann man die Kaffeetasse von einem Haus zum anderen reichen."
Doch die Leute wollen kein Geld für größere Grundstücke ausgeben, ist sich Sebastian Schwarzmann (WG Trailsdorf) sicher. Auch wenn sich durch die Befreiungen vom Bebauungsplan die Baugenehmigungen und damit die Bauzeit verzögere und für jede Befreiung auch extra gezahlt werden müsse, werden die Gemeinderäte immer wieder über solche Befreiungen entscheiden müssen. Werde das Haus dagegen nach den im Bebauungsplan festgelegten Vorgaben errichtet, braucht die Ge-meinde im Zuge des Genehmigungsfreistellungsverfahrens nur Kenntnis vom Bauantrag zu nehmen.
Demnächst wird der Kreis mit dem Bau des Radweges zwischen Hallerndorf und Willersdorf beginnen, der parallel zur Kreisstraße FO 10 geplant ist. Da der Radweg die Gemeindeverbindungsstraße an der Einmündung beim "Erlweinseeweiher" überqueren wird, muss dort eine Querungshilfe gebaut werden. Die Kosten hierfür teilen sich Landkreis und Gemeinde. Da die Gemeinde zusätzliche Fördergelder hierfür bekommt, braucht sie für die Querungshilfe nur etwa 5600 Euro zu zahlen. Diesem Bauvorhaben stimmten die Gemeinderäte einstimmig zu. Ob der Radweg auch bis Schnaid gebaut werde, wollte Matthias Erlwein wissen. Das sei Sache des Kreises, entgegnete Gunselmann. Doch ob weiter gebaut werden könne, liege allein an einem Grundstücksbesitzer, der erst vom Verkauf überzeugt werden müsse.
Am alten Rathaus, auf dem Friedhof und an der Sparkasse in Hallerndorf stehen drei Holzkreuze, deren Kruzifix-Skulpturen restauriert werden sollen: "Wenn sie erhalten bleiben sollen, dann müssen wir was machen", forderte Bürgermeister Gunselmann die Gemeinderäte auf. Die Firma Nagel aus Rothensand hatte hierfür das günstigste Angebot vorgelegt: Die Figuren werden hierfür abgenommen, alte Fassungsreste beseitigt, mit Leinöl behandelt, Lendenschurz und Inschrift neu in Ölvergoldung ausgeführt und wieder an Ort und Stelle montiert.
Für das Kreuz vor der Sparkasse versprach diese einen Zuschuss, auch vom Denkmalschutz könne die Gemeinde einen Zuschuss zu erwarten, versicherte Gunselmann. Stephan Beck (WG Willersdorf-Haid) erkundigte sich, ob für die Kreuze nicht Privatpersonen verantwortlich seien.
Da die Sektionaltore der Hallerndorfer Feuerwehr bei tiefen Frosttemperaturen vereisen und dann nicht zu öffnen sind, stellte der Kommandant den Antrag, den neu verlegten Nahwärmeanschluss künftig nicht nur in den Sozialräumen, sondern auch für die Gerätehalle zu nutzen. Dem wurde zugestimmt.