Gut 30 Frauen und Männer besuchten eine Informationsveranstaltung von Bürgermeister Günther Werner und begrüßten die erweiterten Möglichkeiten, bei Haussanierungen in den Genuss einer Förderung zu gelangen.
Die Stadt
Haßfurt ordnet ihre Sanierungsgebiete in der Altstadt neu. Eigens zu die-sem Zweck hielt Bürgermeister Günther Werner (FW) eine Bürgerversammlung ab, zu der alle Betroffenen der Haßfurter Innenstadt eingeladen waren.
Wie das Prozedere aussehen wird, erläuterte Robert Barth von der Stadtverwaltung, der für die Stadtplanung in Haßfurt zuständig ist. Derzeit gebe es in der Altstadt die Sanierungsgebiete I "Nordwestliche Altstadt", II "Nordöstliche Altstadt", III "Bereich Unteres Tor" und IV "Südwestliche Altstadt". Große Teile der Innenstadt lägen bisher noch nicht in einem Sanierungsgebiet und seien daher nicht begünstigt. Dadurch bestünden für die jeweiligen Bereiche unterschiedliche Rahmenbedingungen. "Ziel ist deshalb, dass alle innerstädtischen Grundstücke gleiche Chancen erhalten", sagte Barth.
Um dies zu erreichen, sollen vom Stadtrat die Satzungen über die bestehenden Teil-Sanierungsgebiete aufgehoben und eine neue Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes V "Innenstadt" erlassen werden. Wer Eigentumsrechte an einem Grundstück innerhalb dieses neuen Sanierungsgebietes und an seinem Gebäude erhebliche bauliche Mängel und Missstände hat, umfassende Modernisierungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen ausführt und bestimmte Voraussetzungen erfüllt, könne künftig Zuschüsse aus der Städtebauförderung erhalten und attraktive steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten nutzen. "Wichtig ist, dass alle Baumaßnahmen vorher mit der Stadt abgestimmt sein müssen. Sonst sind Förderungen und Abschreibungen nicht möglich", teilte Robert Barth mit.
Städtebaulicher Wettbewerb
Wie die Planungen insbesondere im öffentlichen Raum der Haßfurter Innenstadt aussehen, erläuterte dann Petra Zeese, Inhaberin des Büros FPZ Zeese Stadtplanung + Architektur aus Stuttgart. Zudem ging sie auf das Gesamtkonzept "Barrierefreie Altstadt" ein, das der Stadtrat im Oktober 2017 beschlossen hat.
"Hier haben wir bereits viel gemacht, und ab August und in den kommenden Monaten geht es weiter mit den Querungen am Marktplatz sowie der barrierefreien Umgestaltung der Stadelgasse und der westlichen Häckergasse mit Gerbergasse", ergänzte Bürgermeister Werner.
Als wichtiges Zukunftsprojekt griff Petra Zeese die Neuordnung des Bahnhofsumfeldes heraus: "Im Herbst wollen wir dazu einen städtebaulichen Wettbewerb starten."
Die Wortmeldungen zeigten, dass die Bürger die Neuordnung und fast Verdoppelung der Sanierungsgebietsfläche auf über 27 Hektar durchweg begrüßten, da sie "doch fast nur Vorteile bringt", wie Martin Mantel bemerkte. Petra Zeese bestätigte dies vor allem mit dem Hinweis, dass "durch die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in Bayern nun auch kein Kostenbeteiligungsrisiko für die Grundstückseigentümer mehr besteht". Sie wies aber auch darauf hin, dass die Begünstigung von Sanierungsmaßnahmen zeitlich auf maximal 15 Jahre befristet genehmigt worden sei.
Stellungnahmen möglich
In der anschließenden Diskussion wurden vor allem Fragen zum Thema "Innenstadtverkehr" angesprochen. "Die Hinweise aus den Reihen der Bürger werden festgehalten und im Rahmen der künftigen Planungen erörtert", versprach der Bürgermeister.
Alle Betroffenen haben nun bei einer öffentlichen Auslegung bis 3. September die Möglichkeit, sich an der Neuordnung der Sanierungsgebiete zu beteiligen und Stellungnahmen abzugeben. Auch auf der Homepage der Stadt Haßfurt (Link "Bauen, Wohnen und Umwelt/Stadtplanung") können alle Unterlagen eingesehen werden.
"Nach Abschluss der Bürger- und Behördenbeteiligung wollen wir im Stadtrat am 1. Oktober die Satzungsbeschlüsse fassen, damit das neue, fast doppelt so große Sanierungsgebiet V ,Innenstadt‘ unmittelbar danach in Kraft treten und genutzt werden kann", erklärte Bürgermeister Günther Werner.
red