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Sammler werden im Landtag empfangen


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Höchstadt a. d. Aisch, Donnerstag, 20. Juli 2017

Ein seit zehn Jahren bestehendes Gemeinschaftswerk der katholischen St.-Georgs-Pfarrei und aller Höchstadter Schulen, die Soli-Brot-Aktion, erfuhr eine auße...
Die Vertreter der Höchstadter Schulen und der Stadtpfarrei wurden von Reinhold Bocklet und Walter Nussel empfangen. Foto: Rolf Poss


Ein seit zehn Jahren bestehendes Gemeinschaftswerk der katholischen St.-Georgs-Pfarrei und aller Höchstadter Schulen, die Soli-Brot-Aktion, erfuhr eine außergewöhnliche Ehrung. Auf Vermittlung des Abgeordneten Walter Nussel (CSU) empfing der Vizepräsident des Bayerischen Landtages, Reinhold Bocklet (CSU), zu diesem Anlass die Delegationen der sieben Schulen und der Stadtpfarrei im Bayerischen Landtag.
Bocklet hatte recherchieren lassen und konnte feststellen, dass es zwar Projekte an einzelnen Schulen und in einzelnen Pfarrgemeinden gibt. "Als gemeinsame Aktion von Kirche und Schulen dürfte das Höchstadter Modell jedoch einmalig sein." Bocklet und Nussel bedankten sich bei den anwesenden Schulleitern, den Lehrkräften und den Schülern für das Engagement, das in den vergangenen Jahren knapp 100 000 Euro für verschiedene Sozialprojekte im In- und Ausland einbrachte. Ebenso dankten beide dem Nestor der Aktion, Dekan Kilian Kemmer, der das Gemeinschaftsprojekt vor zehn Jahren ins Leben rief.
Bei der Feierstunde im Maximilianeum konnte der Höchstadter Dekan auch das Ergebnis der diesjährigen Aktion in Höhe von 6600 Euro bekanntgeben. Es kommt heuer einem Patenprojekt der Realschule in Lima (Peru) zu Gute. Dort arbeitet Pater Juan vom Orden der Herz-Jesu-Missionare als Streetworker. Anna Sperber, verantwortliche Lehrkraft für die Soli-Brot Aktion an der Realschule, berichtete, dass Pater Juan in seinem "Haus der Talente" Kindern eine schulische wie kreative Ausbildung ermöglicht. Neben der Förderung von Basiswissen können Kinder dort dem nachgehen, wozu sie eine Vorliebe entdecken und entwickeln: Sport, Tanz, Gesang, das Spielen eines Instrumentes, Theaterspiel, Basteln, handwerkliches Werken, Lesen in einer Bibliothek und vieles andere mehr sind eingebettet in eine spirituelle und religiöse Förderung der Kinder, die mit Pater Juan die Messe feiern, beten und glauben lernen. Weg vom Sog der Straße können die Kinder auf diesem Weg ihr Kindsein leben und der Willkür von Gewalt und Gegengewalt entrinnen.


Vorbild Rupert Mayer

Vor dem Besuch des Landtages besuchte die Höchstadter Gruppe in der Bürgersaalkirche das Grab des Münchner Stadtpatrons, des Seligen Pater Rupert Mayer. In der nationalsozialistischen Zeit trat er als entschiedener Gegner Hitlers auf, weswegen er ins KZ Oranienburg interniert wurde.
"Der Mut eines Rupert Mayer, die Einsatzfreude eines Pater Juan in Peru und das Engagement für die Soli-Brot-Aktion sind Mosaiksteine für ein klares Lebensbild", betonte Kilian Kemmer in seiner Ansprache. Mit einem Besuch der bayerischen Staatskanzlei endete ein ermöglichter wie verdienter Besuch der Höchstadter in der Landeshauptstadt. red