Druckartikel: "Revolte" gegen Futsal - Vereine wollen wieder Hallenfußball spielen

"Revolte" gegen Futsal - Vereine wollen wieder Hallenfußball spielen


Autor:

Coburg, Sonntag, 24. Juli 2016

Drei (!) Stunden lang verlief die Jugend-Leitertagung für die Fußballvereine im Bereich Coburg/Lichtenfels am Freitagabend im Sportheim des SCW Obermain zie...


Drei (!) Stunden lang verlief die Jugend-Leitertagung für die Fußballvereine im Bereich Coburg/Lichtenfels am Freitagabend im Sportheim des SCW Obermain ziemlich langweilig. Bis kurz vor dem vermeintlichen Ende die Ankündigung von Hallenspielleiter Christian Brade, dass ihm noch einige Mannschaften für die Hallen-Kreismeisterschaft fehlen, Stimmung in die Veranstaltung brachte.
"Wenn wieder Fußball statt Futsal gespielt werden würde, wären wir mit unserer A-Jugend sofort dabei", ließ Erdi Demirbas von der JFG Rodach-Main wissen und bekam für seine Worte donnernden Applaus von den zahlreichen Vereinsvertretern im proppenvollen Saal. Demirbas weiter: "Wenn keiner mehr seine Jugend für die Hallen-Kreismeisterschaft anmelden würde, gäbe es vielleicht ein Umdenken beim Bayerischen Fußballverband."
Jürgen Müller von der JFG Coburger Land sprang ihm bei und betonte: "Mit unseren Jugendlichen haben wir 1#googleAds#100x100 doch gar keine spielerischen Voraussetzungen für Futsal." Beide forderten mit weiteren Anwesenden die Rückkehr zum Hallenfußball im Jugendbereich und Kreisjugendleiter Michael Deuerling dazu auf, sich beim BFV für das Anliegen der Vereine einzusetzen.
Dieser jedoch wiegelte mit den Worten "wir im Kreis können doch nichts bewegen" ab und erklärte sich dafür nicht zuständig. Die Vereine sollten sich mit ihrem Anliegen selbst an den Verband wenden. Eine Äußerung, für die er heftigen Protest erntete.
Als dann aus dem Kreis der Vereinsfunktionäre einer bemerkte, "dann spielen wir halt nur noch Privatturniere nach Hallenfußball-Regeln", schaltete sich der anwesende neue Bezirks-Jugendleiter Klaus Schmalz ein und konterte patzig: "Die wir dann aber nicht genehmigen." Wasser auf die Mühlen der Vereinsvertreter war übrigens die Schilderung von Ehrenkreisspielleiter Dieter Hartan in den Stunden zuvor, wie toll das Hallenturnier in der HUK-Arena mit einigen Bundesliga-Nachwuchsteams gewesen sei. Denn hierbei war Hallenfußball gespielt worden. Schließlich willigte Kreisjugendleiter Deuerling ein und wird einen Antrag, den Jürgen Müller nach einstimmigem Auftrag der Anwesenden verfassen soll, an den Bezirksvorsitzenden Karl-Heinz Bram weiterleiten.
Die längste Zeit zuvor hatte der fast einstündige Vortrag von Ernst Gamm, dem Vorsitzenden des Jugendsportgerichts I, eingenommen. Er sprach von 751 Sportgerichtsfällen im Gesamtbezirk Oberfranken. Anhand einer Grafik zeigte er hier eine erfreuliche Entwicklung auf, hatte doch die Zahl der Fälle in den Spielzeiten 2010/11 und 2011/12 noch bei über 1500 gelegen.
Gamm dazu: "Wenn wir die aktuelle Zahl so halten, wäre das sehr zufriedenstellend." Als negativ hingegen bezeichnete er die unverändert hohe Anzahl an Nichtantreten.
Das geschah in der abgelaufenen Serie 279-mal, wofür insgesamt 8875 Euro an Geldstrafen verhängt wurden.
Nach Aufforderung des BFV an die Jugendsportgerichte werden die Strafen in der neuen Serie sogar noch etwas erhöht. Womit Jürgen Müller nicht einverstanden war. "Wenn die Kinder nicht spielen wollen, können wir sie doch nicht dazu zwingen", betonte er.


Unzählige Spielverlegungen

KJL Michael Deuerling nannte die unzähligen Spielverlegungen als ein leidiges Thema. Es könne doch nicht sein, meinte er, dass nur ein Drittel der Spiele zum ursprünglichen Termin stattfänden. Gruppenspielleiter Frank Börner sprach Differenzen mit einigen Schiedsrichtern an und fand die Zusammenarbeit diesmal nicht so harmonisch.
Deren Kreisobmann Wolfgang Klerner hatte zuvor die oft fehlende Sportplatzangabe besonders bei Jugend-Fördergemeinschaften moniert. "Mancher Schiedsrichter ist zu drei Sportplätzen gefahren, bis er richtig war." Und Thomas Hein, der SR-Einteiler der Gruppe Coburg/Ebern, bat die Vereine, keine Jugendspiele am Sonntagnachmittag auszutragen. Zu einem Zeitpunkt also, an dem normalerweise die Herren spielen.
Ungereimtheiten gab es auch beim Auf- und Abstieg mancher Klassen. Aus der C-Jugend-Kreisliga steigen vier Vereine ab (JFG Itzgrund, JFG Coburger Osten, TSV Meeder, TSV Wilhelmsthal), obwohl zwei gesicherte Klubs nicht mehr so hoch spielen wollten. Sie müssen drin bleiben, wie Deuerling verfügte, weil er zuerst unterklassigen Teams die Möglichkeit anbot, hoch zu gehen, ohne die Absteiger zu fragen, ob sie drin bleiben wollen. Bei der Abstiegsregelung ist festgelegt: Ein fester Absteiger, höchstens insgesamt vier.