Drei Stunden lang verlief die Jugendleiter-Tagung für die Fußballvereine im Bereich Coburg/Lichtenfels im Sportheim des SCW Obermain recht langweilig. Bis kurz vor dem vermeintlichen Ende die Ankündigung von Hallenspielleiter Christian Brade, dass ihm noch einige Mannschaften für die Hallen-Kreismeisterschaften fehlen, Stimmung in die Veranstaltung brachte: "Wenn wieder Fußball statt Futsal gespielt werden würde, wären wir mit unserer A-Jugend sofort dabei", sagte Erdi Demirbas von der JFG Rodach-Main und bekam donnernden Applaus. Demirbas weiter: "Wenn keiner mehr seine Jugend für die Hallen-Kreismeisterschaft anmelden würde, gäbe es vielleicht ein Umdenken beim Bayerischen Fußballverband." Jürgen Müller von der JFG Coburger Land sprang ihm bei und betonte: "Mit unseren Jugendlichen haben wir doch gar keine spielerischen Voraussetzungen für Futsal." Beide forderten mit weiteren Anwesenden die Rückkehr zum Hallenfußball im Jugendbereich und Kreisjugendleiter Michael Deuerling dazu auf, sich beim BFV für das Anliegen der Vereine einzusetzen. Dieser jedoch wiegelte mit den Worten "wir im Kreis können doch nichts bewegen" ab und erklärte sich dafür nicht zuständig. Die Vereine sollten sich mit ihrem Anliegen selbst an den Verband wenden. Eine Äußerung, für die er heftigen Protest erntete.
Als dann aus dem Kreis der Vereinsfunktionäre einer bemerkte, "dann spielen wir halt nur noch Privatturniere nach Hallenfußball-Regeln", schaltete sich der neue Bezirksjugendleiter Klaus Schmalz ein und konterte: "Die wir dann aber nicht genehmigen." Wasser auf die Mühlen der Vereinsvertreter war übrigens die Schilderung von Ehrenkreisspielleiter Dieter Hartan, wie toll das Hallenturnier in der Huk-Arena mit einigen Bundesliga-Nachwuchsteams gewesen sei. Denn hierbei war Hallenfußball gespielt worden. Schließlich willigte Kreisjugendleiter Deuerling ein, einen Antrag an den Bezirksvorsitzenden Karl-Heinz Bram weiterzuleiten.


Strafen werden erhöht

Die längste Zeit zuvor hatte der Vortrag von Ernst Gamm, dem Vorsitzenden des Jugendsportgerichts I, eingenommen. Er sprach von 751 Sportgerichtsfällen in Oberfranken, eine deutliche Abnahme im Vergleich zu den Spielzeiten 2010/11 und 2011/12. Hier waren es noch über 1500 Fälle. Gamm dazu: "Wenn wir die aktuelle Zahl so halten, wäre das sehr zufriedenstellend." Als negativ hingegen bezeichnete er die hohe Anzahl an Nichtantreten. Das geschah in der abgelaufenen Serie 279 Mal, wofür Geldstrafen in Höhe von insgesamt 8875 Euro verhängt wurden. Nach Aufforderung des BFV an die Jugendsportgerichte werden die Strafen in der neuen Serie sogar noch erhöht. Womit Jürgen Müller nicht einverstanden war: "Wenn die Kinder nicht spielen wollen, können wir sie doch nicht dazu zwingen", betonte er. fg