Erfreuliche Info auf der Bürgerversammlung: Aufgrund von Tilgungen in Höhe von 104 000 Euro im Haushaltsjahr 2015 sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde von 372 Euro (2014) a...
Erfreuliche Info auf der Bürgerversammlung: Aufgrund von Tilgungen in Höhe von 104 000 Euro im Haushaltsjahr 2015 sinkt die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde von 372 Euro (2014) auf 341 Euro (2015). Eine Kreditaufnahme war nicht erforderlich. Dennoch sind Investitionen und etliche Baumaßnahmen getätigt worden. Langjährige Blutspender erhielten eine Auszeichnung. Bürgermeister Christian Mrosek (CSU) stellte im Feuerwehrhaus fest, dass im vergangenen Jahr die große Zahl an Asylbewerbern eine Herausforderung war. In Redwitz seien zurzeit 44 Flüchtlinge in privaten Wohnungen und Unterkünften untergebracht.
Miteinander im Mittelpunkt
Als wichtig für alle bezeichnete der Bürgermeister das Miteinander. In der Gemeinde werde in den fast 50 Ortsvereinen und Institutionen viel ehrenamtliche Arbeit geleistet - ein wichtiger Beitrag für die Gemeinschaft.
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Bezüglich der finanziellen Situation teilte er mit, dass der Haushalt der Gemeinde im vergangenen Jahr dank der Gewerbesteuereinnahmen positiv verlaufen sei. Als erfreulich für die Gemeinde wertete der Bürgermeister, dass aufgrund der guten Einnahmen zum Jahresende eine Rücklage von rund 2,3 Millionen Euro gebildet werden konnte. Diese werde in nächster Zeit auch dringend benötigt.
Als weiteres großes Thema beschäftigte die Gemeinde die neue 380-kV-Leitung von der Landesgrenze Thüringen nach Redwitz sowie die Aufstockung der Ostbayernringleitung von 220 KV auf 380 KV auf der bestehenden Leitungsstrecke Umspannwerk Redwitz über Obristfeld in Richtung Ebneth. In diesem Jahr stehe die Sanierung der Kelleranlagen im Bereich Mühlberg an.
Eine kostenintensive Maßnahme in den nächsten Jahren würden im gesamten Gemeindebereich die Einleitungsstellen für Oberflächenwasser gemäß dem Wasserrechtsverfahren sein.
Ein Hauptaugenmerk galt der Städtebauförderung im Projekt Soziale Stadt mit dem Integrierten Handlungskonzept und der Rahmenplanung für den Innerortsbereich. Die Rahmenplanung stelle das grundlegende Konzept für die Entwicklung der Ortsmitte für die nächsten 15 bis 20 Jahre dar. Sie sei eine Aktualisierung und Weiterentwicklung der bereits seit Jahren bestehenden Planungsprozesse. Gemeinsam wurde ein kommunales Ansiedlungs- und Wohnraumförderprogramm für die Großgemeinde erarbeitet.
"Im Jahr 2016 steht die Schaffung eines Bürgerhauses sowie die Gestaltung des Markt- und Festplatzes an", informierte der Bürgermeister.
Mit dem hierfür geforderten Architektenwettbewerb wurde bereits im zurückliegenden Jahr begonnen. "Die Finanzierung solcher Projekte muss gut überlegt sein", wusste er. "Dennoch ist es aller Wunsch, den Ortskern von Redwitz attraktiver zu gestalten." Als Angebot für die Senioren soll ein Bürgerbus eingesetzt werden. Es sei ein Maßnahmenkatalog erstellt worden, der für das Jahr 2016 den Architekten-Wettbewerb für das Gutmann-Haus und den Hölleinplatz, die ersten Maßnahmen zum Umbau des Gutmann-Hauses und die Planungskosten für ein Konzept einer neuen Zweifachturnhalle enthalte.
Die übrigen Maßnahmen seien unter anderem die Sanierung der Ahornstraße und des Kastanienweges in Mannsgereuth, der Umbau des FF-Hauses in Unterlangenstadt sowie die Erneuerung der Duschen und Toiletten im Freibad. Für die Folgejahre stehen weitere Maßnahmen an.
Das Freibad besuchten im vergangenen Sommer über 32 000 Menschen. Gemeinderat, Finanzausschuss, Schulverband, Gremium der Verwaltungsgemeinschaft und der Bauausschuss befassten sich in 26 Sitzungen mit 320 Tagesordnungspunkten. Die Einwohnerstatistik wies mit 3486 Einwohnern 14 mehr aus als noch im Vorjahr. 217 Zuzüge stehen 183 Wegzüge gegenüber. Weiter gab es 38 Geburten und 58 Sterbefälle. 19 Eheschließungen wurden vollzogen. 48 gaststättenrechtliche Genehmigungen wurden ausgestellt. "Das unterstreicht, dass in Redwitz viel gefeiert wurde", so der Bürgermeister.
20 Bauanträge wurden eingereicht, davon sieben für den Neubau von Wohnhäusern.
310 Blutspender kamen
BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Petrak wertete die Ehrung der Blutspender als Zeichen des Dankes. Das System des Blutspendewesens sah er auf die Solidarität von Blutspendern angewiesen. "Wir reden von Jahrzehnten", spielte er auf die jahrelange Bereitschaft der zu ehrenden Blutspender an. An den vier Blutspendeterminen der BRK-Bereitschaft kamen 310 Blutspender, darunter zehn Erstspender. Zusammen mit Petra Amschler, Vorsitzende der BRK-Bereitschaft Redwitz, und Traute Sachs, Leiterin des Blutspendedienstes, ehrte er für 50-maliges Blutspenden Helmut Biesenecker und Friedrich Daumann; für 75-maliges Blutspenden Monika Öttner, Erika Zeller und Alfred Leikein; für 100-maliges Blutspenden Hans Paatsch.
Lkw am Friedhof ärgerlich
In der nun folgenden Aussprache wurde das Abstellen von Lkw gegenüber des Friedhofs bemängelt. Ein Fahrer sei diesbezüglich angesprochen, so der Bürgermeister, und für das Abstellen in den Wintermonaten der Freibadparkplatz empfohlen worden. Weiter wurde die Erneuerung der Markierung der Parkbuchten gegenüber des Friedhofs angeregt. Ein Verbotsschild für das Abstellen von Lastkraftwagen in diesem Bereich würde das Problem von allein lösen, wusste ein Redwitzer. Gewünscht wurde letztlich ein Fahrradständer im Friedhof.
Brücke im November fertig
Die beiden Vertreter des Staatlichen Bauamtes Bamberg, Ute Becker und Jens Laußmann, hatten vorab über derzeitige sowie anstehende Straßenbaumaßnahmen informiert.
So entstehe für den Neubau der Eisenbahnbrücke auf der B 173 (beim Umspannwerk) eine Dreifeld-Brücke mit der Bahn im mittleren Feld. Die Sperrung der Bahngleise für die Abbruchphasen werde seit Mitte Januar praktiziert. Ziel sei die Fertigstellung der Brücke im November 2016.
Der Neubau der Rodachbrücke beim gemeindlichen Bauhof erhalte im Brückenfeld zur Ortschaft hin einen Rad-Gehweg. Im mittleren Feld fließe die Rodach. Eine Baufirma sei beauftragt, der Baubeginn für Anfang März geplant. Die Umleitung erfolge großräumig über Johannisthal, für den Anliegerverkehr bis 2,5 Tonnen Gesamtgewicht über die alte Rodachbrücke.
Im Zuge des Neubaus der Rodachbrücke wurde aus der Versammlung der Verkehrskreisel angesprochen, der von der Gemeinde gewünscht, vom Straßenbauamt aber nicht für notwendig gehalten werde.
Auch wurde nach einer Verkehrsberuhigung gefragt, wenn der Kreisel nicht gebaut werde. Hier verwies Laußmann auf Statistiken, die die Situation als ausreichend darstellen, es sich keine Notwendigkeit dafür aufdränge. Auch seien verkehrsrechtliche Maßnahmen nicht vorgesehen, da man sich im innerörtlichen Bereich befinde.
Muss erst ein Unfall passieren?
Diese Meinung teilten die Bürger nicht. Befürchtet wurde, dass bei Schließung der alten Rodachbrücke der Verkehr über die neue zunehmen werde. Besonders gefährdet sei die Einmündung vom Gries aus kommend. Unfallstatistiken allein können nicht genügen, waren sich die Versammlungsteilnehmer einig und warfen ein, dass doch nicht erst ein Unfall passieren müsse, bis ein Kreisel gebaut werde.
Unverständnis brachten sie ebenso gegenüber der Tatsache zum Ausdruck, dass die neue Rodachbrücke bereits nach rund 40 Jahren erneuert werden müsse.
Der Ausbau der Staatsstraße 2208 zwischen Mannsgereuth und Beikheim soll mit dem Bau eines Radweges den Lückenschluss verwirklichen. Planungen hierfür sind heuer angesagt, ein Baubeginn erst später. Für den Neubau der B 173 zwischen Michelau und Redwitz laufe das Planungsfeststellungsverfahren. Wie Redwitz hier in Zukunft angebunden werde, war eine wesentliche Frage aus der Versammlung.
Wehren werde sich die Gemeinde gegen die Herabstufung der Verbindungsstraße nach Zettlitz zu einer Gemeindeverbindungsstraße. "Es wird weitergebaut und Redwitz wird angebunden": Mehr konnte das Straßenbauamt aufgrund des Planungsstandes noch nicht mitteilen.
Thomas Micheel